Ich glaube nicht, dass es ein Fehler war, vom Verbrennungsmotor auf Elektro umzusteigen. Der chinesische Automarkt macht es vor. In der EU sind alle langfristigen Planungen auf Elektro ausgelegt.
Irgendwann muss das Management eine Entscheidung treffen. War das Ende des E-Förderprogramms absehbar? Vor nicht allzu langer Zeit haben alle das Ende des Verbrennungsmotors gesehen, auch in der EU.
Der Fehler der deutschen Autoindustrie ist, dass sie im E-Bereich gegenüber China nicht wettbewerbsfähig ist. Sie hatten lange genug Zeit, bei Design, Reichweite und Software führend zu werden.
Prestige reicht nicht. Aus meiner Sicht war es ein Fehler, sich nur auf die teuerste Flotte zu konzentrieren. Das erhöht zwar die Marge, aber es fehlt der Einstieg für junge Leute und damit die Markenbindung.
Zitat:Audi will Werk in Brüssel dicht machen
Gerade rollen im Audi-Werk in Brüssel noch Elektro-SUVs vom Band, aber Ende Februar will die Tochter des kriselnden Autobauers VW die Produktion dort einstellen.
...
Die Fabrik mit 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fertigt nur ein einziges Modell, den Elektro-SUV Q8 e-tron, das immer seltener verkauft wird und dessen Fertigung bis Ende Februar 2025 eingestellt werden soll.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Audi-will...23792.html
Wie bitte? Die Kundschaft will kaum noch E-SUVs kaufen? Ja, sind die Kunden denn vollkommen verblödet? Sehen die nicht, was in China abgeht? Da rollt das E-Auto (wenngleich auch im großen Stil auf Halde, aber darüber müssen wir jetzt nicht diskutieren). Das ist die Zukunft! Also bitte, ihr dummen Kunden, kauft jetzt gefälligst E-Autos. Oder geht es nur mit Zuckerbrot und Peitsche?
Bislang gab es das Zuckerbrot; Zeit, jetzt mal die Peitsche auszupacken. Statt 6.000 € Förderprämie für den Kauf eines E-Autos sollte es ab sofort 6.000 € Strafsteuer für den Kauf eines Verbrenners geben. Damit kann dann auch gleich der marode Ampel-Haushalt saniert werden.
Das hättet ihr dann davon, ihr dummen deutschen Kunden!
(29.10.2024, 18:29)actiontrader schrieb: [ -> ]Wie kann man seinen Markt so brutal falsch einschätzen ?!
Die Autohersteller werden ja gezwungen die falsche Annahme der EU zu übernehmen, dass wir alle irgendwann freiwillig mit den Kirmisbuden durch die Gegend fahren.
Vor den Aktionären wird sich ja kein Hersteller die Blöße geben und sagen "Wir glauben zwar nicht dran, aber tun müssen wir es trotzdem".
Mit chemiedurchsetzten Strohhalmen mag das vielleicht noch irgendwie funktionieren, aber an irgendeiner Stelle ist eben Schluss mit dem grünen Faschismus.
Ein paar Idioten können die mit einer Förderprämie vielleicht noch abholen, aber die sind irgendwann auch abgegrast.
WENN die EU daran festhält, werden die Chinesen auf kurz oder lang den Markt dominieren.
Jetzt gehen die Autohersteller wieder auf die guten Verbrenner zurück um noch einige Jahre Geld zu verdienen. Das ist das Beste was sie bis dahin machen können. Anschließend wird die Industrie abgewickelt.
Wenn die Zukunft elektrisch ist, dann ist die deutsche Industrie eben Autofrei.
Mir als Konsument und Aktionär würde es viel besser gefallen wenn die Kunden selber entscheiden können was sie für ein Antrieb fahren.
Also aus meiner Sicht sind die Probleme der Autobauer selbst gemacht:
- Alles - speziell die Firmen - guckt (nur!) nach China. Die machen auf E-Auto, weil der Rückstand bei Verbrennern zu groß ist und zu viele Verbrenner in fetten Millionenstädten ne Menge Dreck in die Luft pusten. Den Auspuff der E-Autos stellen die halt in die Pampa.
- Der "Rest" der Welt hat doch mit E-Autos deutlich weniger an der Mütze. Wer wettet mit mir, dass ich in meinen Lebzeiten noch ne vernünftige Ladeinfrastruktur in Südamerika, Afrika...Indien... erleben werde? Also ich wette dagegen.
- Vor 80 Jahren sind Verantwortliche für deutlich weniger schlimmes als ein "Verbrennerverbot" an die Wand gestellt worden. Das sollte man nu nicht machen, aber die abzuwählen ist doch wohl das mindeste.
Kaffee.
Die Branche braucht eigentlich ein Nokia Moment.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nokia
Neue Märkte finden mit den Werkzeugen und Personal, was man hat.
Hab ja auch ein Porsche Toaster.
Und MCD ist eigentlich auch kein Burgerbrater, eher ne Immobilien Firma.
Das verbeisen auf eine Branche ist hier durch.
Just my Cent
Zitat:Diese Krise wird von Dauer sein
Über der deutschen Autoindustrie zieht ein Orkan auf
Obwohl der globale Automarkt gesund und munter ist, hat die seit Jahrzehnten erfolgsverwöhnte deutsche Autoindustrie schwer zu kämpfen. Kommt es zu einem Zollkrieg mit den USA und China, ist ihr Geschäftsmodell tot.
Binnen eines Jahres hat sich die Lage in der deutschen Autoindustrie um 180 Grad gedreht. Im Jahr 2023 noch historische Rekordumsätze und -gewinne, Wachstumsoptimismus und Champagner allerorten. Dieses Jahr Absatz- und Gewinneinbrüche in zweistelliger Größenordnung und düstere Zukunftsperspektiven. In den Vorstandsetagen macht sich Panik breit.
Dieses und mehr meint Dr. Helmut Becker in:
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Uber-der-...80160.html
Batterien werden immer günstiger. LFP in China nur noch 56 USD / KWh. Das ist gut und macht E-Autos günstiger. Aber der Preis ist so günstig, dass unsere Autoindustrie immer größere Probleme bekommt. Denn das macht es uns fast unmöglich eine eigene Batterieindustrie aufzubauen. Was wir aber müssen um uns nicht völlig abhängig von Chinas Akkus zu machen.
Es fängt an ernst zu werden.
Wenn wir nicht anfangen E-Autos wirklich ernst zu nehmen und uns weiter mit Technologieoffen-Blahblah raus reden, wird Deutschland ernsthaften Schaden nehmen. Das wird sich nicht nur auf die Autoindustrie beschränken, sondern sich durch unser ganzes Wirtschaftssystem wälzen, Zulieferer, Exportüberschuss, alles ist in Gefahr. Wir werden zu einem Auslaufmodell.