(19.02.2021, 19:47)muchmoney schrieb: [ -> ]Ja. Wenn man antizyklisch handelt.
Es gibt eben nicht "den Markt" und es gibt auch nicht "10 Jahre nur nach oben"... Die Aktien fluktuieren IMMER.
Wenn man beobachtet, findet man fast jeden Tag Chancen.
Tja, ich habe es gemacht, und auch die Trades geposted. Klar findet man immer Menschen die es anders sehen, drum haben ja auch nicht alle die gleichen Papiere und nicht die gleichen Renditen. Angst und Gier, irgendwo dazwischen bewegt man sich. Eier zeigen und Kaufen, natürlich auch irgendwann mal verkaufen.
Wenns jeder könnte, würds jeder tun. So macht es halt nur eine Minderheit. Niemand sagt, dass es einfach ist, aber das heisst nicht dass es keiner kann. 
Großen Respekt vor dem, was Du da schreibst. Aber ich schaffe das meistens nur ganz bedingt. Es ist hier vielleicht der falsche Platz, aber ich frage trotzdem mal, wann man am besten verkauft.
Also von vorne:
Durch 'Bloom' Olaf bin ich auf die 'Dividendenstrategie' gekommen und auch auf das Forum aufmerksam geworden. Von daher hatte seine 'spezielle Art' schon ihren Sinn (zumindest für mich). Natürlich habe ich nach einiger Zeit gemerkt, dass vieles nicht so ganz stimmt, und auch vieles in seinem Buch von älteren 'Börsen-Gurus' stark inspiriert war. Seine Strategie ist wahrscheinlich älter als er selbst. Natürlich habe ich mich 'ganz toll gefühlt', als er BHP verkaufte (Grund weiss ich nicht mehr), und ich 'antizyklisch' nachkaufte. Hatte ja 'ewig' Zeit, bis sie sich erholen, und tatsächlich, inzwischen ist das einer der dickeren '+Werte' im Depot. Im Gegensatz zu Olaf und vielen anderen habe ich Cash liegen für größere Nachkäufe. Ist mir vor einem Jahr beim allgemeinen Einbruch gelungen, aber bei weitem nicht im gewünschten Umfang.
Dass da Cash liegt ist aber auch ein gewichtiger Teil des 'Problems mit dem Verkaufen'. Egal was ich mir aussuche: die elend abgerauschten General Electric (die ich als persönliches Mahnmal extra im Depot stehen lasse, dass ich es jeden Tag sehen muss, was 'Nachkaufen im falschen Moment' heisst), die AT&T (die sich bald erholt haben könnten und weiterhin fleissig Dividenden zahlen), die Reckitt Benkiser (mit deren Dividendenentwicklung ich nicht so richtig zufrieden bin), die BHP (bei denen ich ordentlich Gewinn mitnehmen könnte), oder gar Procter & Gamble oder McDonalds, die schon (für meine Verhältnisse) erschreckend weit im Plus sind, so stark, dass ich schon lange nichts mehr nachgekauft habe, aber die Dividenden doch gerne mitnehme. Egal, was ich verkaufen würde, hätte es zur Folge, dass ich einfach 'noch mehr Cash' liegen habe. Gerade durch dieses Forum habe ich schon ständig ein schlechtes Gewissen, wenn 'zuviel' Geld auf dem Konto liegt. Ist mir früher nie passiert.
Also zusammenfassend: ich habe für mich noch kein gutes Kriterium für einen Verkauf gefunden. Selbst bei Dividendenkürzungen habe ich z.B. bei BP die Erfahrung gemacht, dass die dann nachgekauften Aktien eine gute Investition waren. Zu Erkennen, dass es für eine Firma richtig abwärts geht, schaffe ich nicht, bzw. erst so spät, dass es schon fast egal ist.
So richtig 'helfen' kann mir bei solchen Entscheidungen natürlich niemand, das ist mir auch klar. Aber ich höre doch gerne, wie andere dabei vorgehen, speziell diejenigen, die schon länger erfolgreich sind. Vielleicht muss ich einfach akzeptieren, dass das 'meine Strategie' ist, soviel Rücklagen zu haben da ich unterm Strich ja gar nicht schlecht fahre, also im Plus nach Steuer und Inflation. So eine Art '
selbstgebautes Dirk-Müller-Light'. Logisch habe ich nicht die 'Riesengewinne', handle auch kaum, aber wenn morgen der Meteorit einschlägt, schlägt meine Stunde - vorausgesetzt ich begreife, dass die Stunde da ist.
Sorry, falls das hier die falsche Stelle für meine kurze Selbstreflektion war. Es ist ja eigentlich dem 'Lancelot sein Thread', den ich bestimmt nicht vergraulen will, da ich bisher viel konstruktives mitnehmen durfte.
Beste Grüße
Markus