Gestern, 20:19
(Gestern, 18:05)Ste Fan schrieb: [ -> ]Was ist fuer dich eigentlich der alte Status-Quo in Bezug auf Taiwan?
Wenn du da ueber Nixon oder Clinton was liest dann waren die Ansichten der USA dato komplett anders. So gesehen sind die Chinesen (Festland) nur ihrer Linie treu geblieben
Die Welt hat sich veraendert, keine Frage - und Nixon war uebrigens derjenige wegen dem Taiwan seinen UN-Sitz verloren hat.
Die Veraenderungen sehe ich da nicht wirklich bei China, aber egal - die Ereignisse zumindest ab Clinton sollte man im Hinterkopf haben wenn man verstehen will warum wer heute was macht.....
Da die Thematik China durch internationale Beteiligungen verwickelt ist, würde ich eine Analogie verwenden und in mehrere Aspekte zerlegen.
1. Die Teilung Chinas: Wie in #1.321 beschrieben. Angenommen es gab einen Bürgerkrieg durch Kommunisten in Deutschland, gegen Bayern wird nicht gekämpft. Die Regierung zieht sich nach Bayern zurück. Es entstehen zwei Teile. Das kommunistische Deutschland und ein später demokratisches Bayern.
Deutschland wurde zuerst durch Bayern vertreten. Dann, 20 Jahre später, gab es eine Statusänderung. Deutschland wurde einzig durch die Regierung (den Kommunisten) in eben Deutschland vertreten, der Status Bayerns wurde nicht definiert bzw. blieb unberrührt. Dann weitere 35 Jahre später wurde in Deutschland ein Gesetz erlassen welches die Teilung ablehnt und stattdessen im Anti-Abpaltungs-Gesetz Bayern als dazugehörig zu Deutschland definiert.
Ich interpretiere das so: Die Kommunisten konnten den Bürgerkrieg nicht vollumfänglich gewinnen. Für sie blieb die kommunistische Revolution unvollständig. Bayern erreichte dadurch eine Selbstständigkeit die sie nicht mehr aufgeben wollen. Das ist für mich der alte Status.
Die Kommuniste, also China jetzt, sind ihrer Linie treu geblieben. Jedoch reinterpretieren sie die UN-Resolution 2578 (1971) neu und behaupten, dass in dieser Resolution der Status Taiwans als zugehörig zu China definiert worden sei. Dem ist aber nicht so.
Es gibt also ein Anspruchsdenken der Kommunisten. Und es gibt eine Art "Gewohnheitsrecht" und bisher Unbesiegtheit Taiwans.
2. Es haben sich im Lauf der Jahrzehnte internationale Verflechtungen und wirtschaftliche Besonderheiten zu Taiwan entwickelt.
3. Taiwan möchte seine Demokratie nicht aufgeben.
4. Gleichzeitig gibt es enge mindestens wirtschaftliche Verflechtungen zu China. Die Taiwanesen fühlen sich aber mehr als Taiwanesen wie als Chinesen. Im Grunde können die Taiwaner mit dem offenen Status leben.
Das ist für mich der alte Status.
Diplomatisch wurde von China erzwungen von allen die mit ihnen diplomatische Beziehungen aufnehmen wollen, das Ein-China-Prinzip anzuerkennen. Von daher ist es für andere ein Minenfeld dazu offen Stellung zu nehmen.
Es ist also eine Zeitbombe. Und es gibt unterschiedliche Ansichten. Für die einen ist der Fall mit der Ein-China-Definition klar, für andere hat sich Taiwan zur eigenständigen Republik entwickelt.
Die Schuld jedoch, wer eine Änderung am Status der zwei Ansichten herbei führen möchte liegt für mich ganz klar bei China. Die UN-Resultion 2578 umzudeuten ist von China eine Verdrehung.