🇺🇸 9 der 20 Top-Startup-Städte liegen in den USA
🇩🇪 Nur 1 aus der Europäischen Union (Berlin ist Nr. 20)
🇨🇳 5 der Startup-Städte liegen in China
Bosch steuert auf Milliarden-Deal im Klimatechnikgeschäft zu
Di, 23.07.24
Übernahme
Gerlingen (dpa) - Der Technologiekonzern Bosch steuert auf einen Milliarden-Deal für seine Heiz- und Klimatechniksparte zu. Die Gruppe plant, das weltweite Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäft für Wohn- und kleine Gewerbegebäude vom
irischen Gebäudetechnik-Konzern Johnson Controls zu übernehmen, wie das Unternehmen in Gelingen bei Stuttgart mitteilte. In diesem Zuge wolle man auch ein Gemeinschaftsunternehmen von Johnson Controls und dem japanischen Industriekonzern Hitachi vollständig erwerben.
Die Gesellschafter und der Aufsichtsrat von Bosch haben der Transaktion zugestimmt, hieß es weiter. Verbindliche Vereinbarungen wurden von den beteiligten Parteien am Dienstag unterzeichnet. Der Kaufpreis beträgt acht Milliarden US-Dollar, also rund 7,4 Milliarden Euro. Die Übernahme soll voraussichtlich in zwölf Monaten erfolgen - vorausgesetzt, die Behörden stimmen dem Deal zu. Bosch-Chef Stefan Hartung zufolge handelt es sich um die größte Transaktion in der Unternehmensgeschichte.
Größte Transaktion in Bosch-Geschichte....
https://www.comdirect.de/inf/news/detail...1a8&RANGE=
Was ist denn jetzt schon wieder los, wieso kommt die große Deindustrialsierung denn nicht?
Zitat:Das neue deutsche Pharmawunder
Von Sebastian Balzter
23.07.2024
...Dort will das schwäbische Familienunternehmen Vetter in den kommenden Jahren vielmehr für rund 450 Millionen Euro eine hochmoderne neue Fertigung bauen. Nicht für Autos, sondern für Arzneimittel.
Das ist kein Zufall. Mag die Stimmung in anderen Wirtschaftszweigen noch so mies sein, mögen Manager und Unternehmer noch so sehr über die deutschen Zustände klagen und ihre Zukunft im Ausland suchen: Die Pharmabranche investiert munter in Deutschland.
Die Serie der frohen Botschaften, in die sich die Geschichte aus Saarlouis einreiht, ist lang und angesichts der Gesamtlage spektakulär.
Für den größten Wirbel sorgte Eli Lilly aus Amerika. Der Konzern errichtet für 2,3 Milliarden Euro ein Werk in Alzey, wo künftig jene Abnehmspritzen gefertigt werden sollen, die Eli Lilly zu einem der wertvollsten Börsenunternehmen der Welt gemacht haben. Daiichi Sankyo aus Japan investiert eine Milliarde Euro in Pfaffenhofen, vor allem um neue Krebsmedikamente zu entwickeln. Der Schweizer Roche-Konzern erweitert für 600 Millionen Euro seine Produktion in Penzberg. In Mainz baut Biontech, beflügelt vom Erfolg des Corona-Impfstoffs, gleich an mehreren Adressen. Sogar Bayer, der zurzeit arg gebeutelte Platzhirsch, gibt in Berlin Geld für ein neues Gen- und Zelltherapiezentrum aus. Der Ratiopharm-Mutterkonzern Teva aus Israel hat in Ulm rund eine Milliarde Dollar investiert, Boehringer Ingelheim für 350 Millionen Euro ein neues Biotechnologiezentrum in Biberach bezogen, Pfizer sein Werk in Freiburg für 300 Millionen Euro ausgebaut. Und für etwa die gleiche Summe baut Merck an seinem Stammsitz in Darmstadt ein neues Forschungszentrum.
Deutschland, glücklich Pharmaland?
Dass es vielen Pharmafirmen gerade so gut in Deutschland gefällt, ist erstaunlich, aber erklärbar. Man muss dafür nur ein paar Eigenheiten der Branche kennen. An ein paar alte deutsche Tugenden denken. Und über ein paar Termine Bescheid wissen, die in den beiden vergangenen Jahren in Berlin stattfanden.
Es fing nach Informationen der F.A.S. damit an, dass ein Dutzend Konzernchefs aus aller Welt ihre Aufwartung im Bundeskanzleramt machten, um für ihre Sache zu werben – und zu sagen, was in Deutschland nerve, die langen Genehmigungsdauern für klinische Studien etwa und die Einschränkungen bei der Nutzung medizinischer Daten. Es folgten Gespräche im kleineren Kreis. Sowohl Wirtschaftsminister Robert Habeck als auch Kanzler Olaf Scholz nahmen sich Zeit. Man sprach über Medikamente und geostrategische Sicherheit, über Innovation und Wertschöpfung, über den Zusammenhang von Arzneimittelerstattung und Standortattraktivität.
Es habe damals keine Liste einzelner anstehender Investitionsentscheidungen auf dem Tisch gelegen, berichtet ein Teilnehmer dieser Runden. Es sei eher um das große Ganze gegangen – und darum, dass die Pharmafirmen anders als zuvor die Chiphersteller Intel und TSMC für ihre Vorhaben keine Subventionen vom Staat verlangten.
Gleichzeitig arbeiteten die Ökonomen aus dem Sachverständigenrat der Regierung, besser bekannt als „Wirtschaftsweise“, an ihrem Jahresgutachten. Ein Schwerpunkt darin liegt auf den Aussichten verschiedener Wirtschaftszweige, in Deutschland künftig für Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, Wohlstand zu sorgen. In keiner anderen Branche, fanden die Fachleute heraus, steigern Investitionen in neue Geräte, Maschinen und Anlagen die Produktivität so sehr wie bei der Herstellung von Arzneimitteln. Außerdem ist die Pharma-Belegschaft jünger, die Wertschöpfung je Beschäftigten höher als anderswo. Eine goldene Mischung. „Das spielte für unsere Überlegungen natürlich eine Rolle“, sagt Jörg Kukies, der als Staatssekretär im Kanzleramt für die Wirtschaftspolitik zuständig ist.
Heraus kam Ende 2023 die „Pharmastrategie“ der Koalition, die außer vielen netten Worten ein Gesetz zur Erleichterung der Arzneimittelentwicklung gebracht hat....
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/u...67324.html
https://archive.is/9uOFp#selection-2327.0-2333.159
(23.07.2024, 19:04)saphir schrieb: [ -> ]Was ist denn jetzt schon wieder los, wieso kommt die große Deindustrialsierung denn nicht?
Du musst nur die Augen öffnen, dann ist sie da.
Ich bin mir sehr sicher dass nicht. Wo wir in der Vergangenheit Deindustrialisierung gesehen haben war in den USA und in Frankreich. Ich sehe hier bei uns eine Anpassung der Industriestruktur wie wir sie schon öfters durchgemacht haben.
Naja, in 20 Jahren können wir nochmal drüber streiten.
(23.07.2024, 19:30)saphir schrieb: [ -> ]Ich sehe hier bei uns eine Anpassung der Industriestruktur wie wir sie schon öfters durchgemacht haben.
So kann man das auch nennen.
Eine Anpassung nach unten.
Die Deindustrialisierung in Deutschland ist noch eine relativ junge Entwicklung. Begonnen hat sie im Großen und Ganzen erst mit dem Energiepreisschock Mitte 2022, also erst vor rund zwei Jahren. Seither geht es allerdings stetig bergab mit der Industrieproduktion, im Mai minus 6,7 % zum Vorjahresmonat.
[
attachment=15855]
Die ganzen Produktionsstilllegungen und -verlagerungen, von denen man täglich liest, sind ja noch längst nicht alle umgesetzt, vielfach sind es nur Planungen, die erst im Laufe dieses bzw. der nächsten Jahre stattfinden. Dementsprechend langsam schlägt sich das auch auch in der Statistik nieder, am Arbeitsmarkt noch später, aber sichtbar ist es schon jetzt. Ich bin mal gespannt, wie die Lage in fünf Jahren aussieht.
Bei mir in der Firma werden keine Rentner und Gekündigte mehr ersetzt. Neubesetzungen nur in der Forschung.
Parallel dazu werden in Osteuropa Stellen doppelt aufgebaut.
Das war schon ein Trend vor Corona und den Sanktionen, allerdings wird es jetzt offensichtlich.
Das passiert alles sehr still und heimlich. Niemand will einen Aufschrei.
In 5 Jahren ist fast die Hälfte der Belegschaft weg, verglichen mit 2019/20. Mal sehen ob sie zum Schluss das Buch in Deutschland komplett dicht machen.
Offizieller Grund ist, das der Nachwuchs fehlt. Allerdings kein Wunder wenn die Anfangsgehälter schrumpfen und kaum noch ausgebildet wird.
Richtig, die Industrieproduktion sinkt schon seit 2018, das kann man in der Grafik auch sehr schön erkennen. Die Dynamik nimmt jetzt allerdings zu. Ob das mit Russengas und zuverlässigem Strom zu erträglichen Preisen und ohne Lieferkettengesetze etc. auch so gekommen wäre....wer will das jetzt noch genau sagen? Egal, der Zug ist abgefahren und wird auch nicht mehr aufgehalten.