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Trump ist ein Vollidiot, aber unschuldig, es ist das Alzheimer. Aber er ist daher das beste, was Musk und Co. passieren konnte. Zur Justiz liebe Fans. Muss doch abgeschafft werden oder?

https://www.spiegel.de/ausland/donald-tr...wtab-de-de
Zitat:interview
Pistorius über US-Vize Vance
"Das konnte ich nicht unwidersprochen lassen"


Stand: 14.02.2025 20:18 Uhr

Die Aussagen von US-Vizepräsident Vance über Europa seien weder nötig noch hilfreich gewesen, sagt Verteidigungsminister Pistorius in den tagesthemen. Klar sei nun vor allem: Um ernst genommen zu werden, müsse Europa endlich enger zusammenrücken.

tagesthemen: Sie haben die Rede des US-Vize-Präsidenten J.D. Vance scharf kritisiert. Erleben wir gerade eine transatlantische Zeitenwende?

Boris Pistorius: Nein, das sehe ich nicht so, das glaube ich auch nicht. Und es war auch keine scharfe Kritik an der Rede von Vizepräsident Vance. Es war das, was notwendig war aus der Sicht eines Demokraten in Deutschland, der Mitglied einer demokratisch gewählten Bundesregierung ist.

Ich konnte nicht unwidersprochen lassen, was er wirklich an grob Falschem über die Demokratien in Europa und in Deutschland gesagt hat. Hier gebe es keine Meinungsfreiheit, hier würden Mindermeinungen unterdrückt - das konnte ich unmöglich unwidersprochen lassen. Freunde müssen aushalten, wenn der eine eine Kritik äußert, die falsch ist und die andere Seite dann dagegenhält.



"Weder nötig noch hilfreich"

tagesthemen: Viele hatten mit einer rein sicherheitspolitischen Rede gerechnet. Was war diese Rede von Vance für ein Zeichen - mit ihren ganz anderen Themen: die Meinungsfreiheit, die angeblich in Europa nicht da sei, und dass Europa und Deutschland die Migrationskrise bekämpfen sollten?

Pistorius: Es war eine Rede, die ich so nicht erwartet hatte, die auch eigentlich dorthin nicht gepasst hat, um es deutlich zu sagen. Es ist die Münchner Sicherheitskonferenz.

Es gab wenig Ausführungen von ihm zur Ukraine, zu Russland, zu den Bedrohungen, mit denen wir es zu tun haben, und auch wenig zur Sicherheits- und Verteidigungspolitik der NATO und Europas. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Das ist nicht passiert.

Warum er diesen anderen Teil gemacht hat - diese Frage würde ich ihm auch gerne stellen. Das war weder nötig noch hilfreich. Und deswegen sollten wir schnell zur Tagesordnung oder, besser gesagt, zurück an die Arbeit gehen.



"Abwarten, was wirklich passiert"

tagesthemen: Wir schauen auf die Ukraine: Da machen die USA ordentlich Druck in alle Richtungen, besonders in Richtung Europa. Kann es denn in wenigen Monaten Frieden geben?

Pistorius: Da würde ich etwas auf die Euphoriebremse treten wollen, um ehrlich zu sein. Bislang hat es meines Wissens nicht mehr gegeben, als ein Telefonat Mitte der Woche zwischen Präsident Trump und Wladimir Putin. Danach die Erklärung, dass die Ukraine jetzt wohl doch irgendwie beteiligt werden soll. Mehr haben wir noch nicht. Es gibt kein Datum, keine Struktur der Gespräche. Deswegen sage ich: Abwarten, was tatsächlich passiert.

Aber klar muss eben sein, egal was dort verhandelt wird: Es war sicherlich kein kluger Schachzug, schon vor den Verhandlungen das Thema einer NATO-Mitgliedschaft der Ukraine vom Tisch zu nehmen - und genauso die Frage von territorialen Gebietsveränderungen. Das macht man nicht, das ist nicht klug. Zumal Putin jetzt zwei Dinge bekommt, die ihm unter anderem vor Beginn des Krieges besonders wichtig waren. Er kriegt sie jetzt für nichts. Das ist ein Fehler.

Und gleichzeitig muss es jetzt darum gehen, dass die Ukraine mit am Tisch sitzt - aber natürlich auch die Europäer, in welcher Form auch immer. Denn wenn es am Ende darum geht, - und so ist ja die Forderung - , dass wir Europäer anschließend eine Friedenssicherung gewährleisten sollen, zumindest die Hauptlast dafür tragen, dann kann es niemanden überraschen, dass wir den Anspruch erheben, mit am Tisch zu sitzen. Um überhaupt zu wissen, welche Art von Frieden da entsteht.



"Amerikaner würden an Einfluss verlieren"

tagesthemen: Trump hat bereits gesagt: keine NATO-Mitgliedschaft, keine US-Soldaten, die Ukraine muss Gebiete abtreten. Hat Putin damit eigentlich schon gewonnen?

Pistorius: Vor diesem Eindruck habe ich meinen amerikanischen Amtskollegen Pete Hegseth gestern sehr eindringlich gewarnt. Es kann weder in unserem europäischen Interesse sein, noch im amerikanischen, dass Putin als Sieger aus diesem Krieg, den er völkerrechtswidrig begonnen hat, hervorgeht oder auch nur behaupten kann, er sei der Sieger. Das würde den Einfluss Putins in Europa erhöhen, das Bedrohungspotenzial gleich mit - und die Amerikaner würden dann Einfluss verlieren. Das kann nicht in ihrem Interesse sein.

tagesthemen: Wie kann denn langfristig Frieden für die Ukraine gesichert werden? Wäre eine EU-Mitgliedschaft, die ja auch eine Beistandsverpflichtung beinhaltet, gleichwertig zur NATO-Mitgliedschaft, die es nun wohl nicht geben kann?

Pistorius: Erst mal würde ich die Verhandlungen tatsächlich abwarten - was tatsächlich noch auf den Tisch kommt und was nicht. Aber ja, die EU-Kommissionspräsident Ursula von der Leyen hat heute auch sehr deutlich noch einmal unterstrichen, dass jetzt noch einmal Geschwindigkeit beim EU-Beitrittsprozess für die Ukraine aufgenommen werden soll. Das ersetzt natürlich keine NATO-Mitgliedschaft und auch keine umfassenden Sicherheitsgarantien, wäre aber ein wichtiger Schritt. Das wäre es ganz ohne Frage.



"Müssen als Europäer enger zusammenrücken"

tagesthemen: Bei all dem - was kommt konkret auf Deutschland zu?

Pistorius: Es geht weniger um die Frage, was auf Deutschland zukommt. Das ist im Grunde genommen schon die Kernfrage: Wir müssen als Europäer endlich enger zusammenrücken, als wir das zuletzt gemacht haben. Das hat uns schwächer gemacht, das hat uns im politischen Umfeld angreifbarer gemacht.

Und wir müssen endlich dahin kommen zu verstehen, dass wir nur als Europa wahr- und ernst genommen werden, wenn wir uns auch so verhalten. Darum würde ich dringend ersuchen. Und dazu gehört auch, sich zu den Verteidigungsausgaben zu verpflichten, die es jetzt braucht - und zu mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit. An dem Punkt zum Beispiel gibt es keinerlei Dissens zwischen der amerikanischen Administration und uns.



"Erstmal den Nebel sich lichten lassen"

tagesthemen: Sie haben selbst heute Morgen gesagt, es überschlägt sich gerade einiges. Zwischenzeitlich hieß es sogar, dass Vertreter der USA, Ukraine und Russlands sich in München am Rande der Sicherheitskonferenz treffen würden. Haben Sie nach heute mehr Fragen als Antworten?

Pistorius: Ich habe viele Antworten, ich habe aber noch mehr Fragen. So kann man das tatsächlich sagen. Aber ich komme noch mal zurück auf den kühlen Kopf: Heißes Herz ist okay, kühler Kopf ist aber wichtiger - besser als umgekehrt.

Es geht jetzt gerade wirklich darum, mal den Nebel sich lichten zu lassen zwischen all der Kakofonie, die wir gerade erleben. Es gibt jede Stunde fast eine neue Meldung aus irgendeiner Richtung. Das hilft gerade niemandem. Deswegen sollten wir vielleicht wirklich etwas runterfahren und tatsächlich an die Arbeit gehen und nicht ständig über Pressemitteilungen und anderes miteinander kommunizieren.

Das Gespräch führte Helge Fuhst für die tagesthemen. Für die schriftliche Fassung wurde das Interview leicht angepasst.


https://www.tagesschau.de/ausland/europa...z-100.html


Tup
Zitat:kommentar
Vance bei Sicherheitskonferenz
Zeitenwende der anderen Art


Stand: 14.02.2025 20:05 Uhr

US-Vizepräsident J.D. Vance ätzte bei der Sicherheitskonferenz gegen die europäischen Staaten. Ein Auftritt, der zeigte: Auf Augenhöhe wird nicht diskutiert. Die USA kehren Europa den Rücken.

Ein Kommentar von Claudia Buckenmaier, ARD-Hauptstadtstudio


Der Auftritt von US-Vizepräsident J.D. Vance, das war der Auftritt eines Predigers, der den Europäern die Leviten liest. Der erhobene Zeigefinger war erwartet worden, aber ganz anders. Nein, es ging ihm nicht um höhere Verteidigungsausgaben oder um Sicherheitsgarantien für die Ukraine.

Er benutzte die Münchener Sicherheitskonferenz, um uns Europäer zu kritisieren: Dafür, dass sie das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzen würden. Das sei eine größere Bedrohung als Russland oder China.

Was Vance den Anwesenden damit sagen wollte? Meiner Meinung nach: Mit Euch diskutiere ich hier gar nicht erst auf Augenhöhe über die Ukraine.



Selbstbewusstes, klares Auftreten nötig

Eine Mitverantwortung dafür tragen wir Europäer selbst. Wir haben aus der ersten Präsidentschaft von Donald Trump nichts gelernt und zu wenig für die militärische Sicherheit getan. Spätestens seit heute müssen wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass die USA ihre schützende Hand über Deutschland und Europa zurückziehen könnten.

Ein Schmusekurs, eine ausgestreckte Hand, noch nicht einmal das Einräumen der eigenen Fehler reichen als Antwort. Neben mehr Geld ist selbstbewusstes, klares Auftreten nötig. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat richtig reagiert: Dass Vance Teile Europas mit autoritären Regimen vergleiche, sei nicht akzeptabel. Vance hat sich allerdings nicht die Zeit genommen, die Kritik überhaupt anzuhören.

Sein Auftritt in München war eine Zeitenwende der anderen Art: die Abkehr der USA von Europa und damit auch von den transatlantischen Beziehungen.


Redaktioneller Hinweis
Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin wieder und nicht die der Redaktion.



https://www.tagesschau.de/kommentar/bezi...a-102.html
(14.02.2025, 22:37)boersenkater schrieb: [ -> ]..... Kommentar oben lesen...

"Putin kriegt das jetzt für nichts"

Ich lese und höre wohl nicht recht. Jahrelang Krieg und zigtausende Tote auf beiden Seiten. Das ist für Pistorius "nichts". Klasse. Militaristenschweine. Schlächter.
Zitat:Ich lese und höre wohl nicht recht. Jahrelang Krieg und zigtausende Tote auf beiden Seiten. Das ist für Pistorius "nichts". Klasse. Militaristenschweine. Schlächter.


Ja klar.... Wonder

Also ich verstehe das eher so das er meint das das auf den Verhandlungstisch als
Verhandlungsmasse gehört - und nicht schon als Vorabzugeständnis ohne auch nur
Andeutungsweise irgendein Zugeständnis oder eine Gegenleistung von Putin zu
sehen oder zu hören

In diesem Sinne -> Zugeständnisse für Nichts.
Also ich habe gerade die Rede von Vance gelesen, im O-ton.
Das Meiste darin fand ich ganz gut. Was er über England/Schottland erzählt hat kam in der deutschen Presse gar nicht vor.
Tatsächlich. Dann würdest du einen Kauf der BT-Wahl durch Putin auch gut finden, denn in Rumänien war das passiert? Stell dir vor, er kauft die Linkspartei und Egon Krenz wird großdeutscher Staatsratsvorsitzender? Was soll's, ist halt Demokratie, da darf jeder Propaganda bis zum Anschlag?
Und dabei hat Trump noch nicht mal wirklich begonnen:

https://amp.focus.de/politik/ausland/us-...21526.html

Noch könntet ihr ihn stoppen. Das Fenster schließt sich aber. Im Iran hasst die große Mehrheit der Menschen die Mullahs. Aber die Baschitsch sind zu stark, unbesiegbar. Sie würden gern die gesamte Bevölkerung auslöschen. Das dürfte Trump sehr bewundern und er baut schon.
Danke für den Hinweis, auf Handelsblatt kann man es nachlesen. Einen Punkt stellt n-tv aber klar: die Bemerkung dieses EU-Politikers bezog sich nicht auf eine mögliche Annullierung der Wahl in Deutschland sondern auf stärkere Kontrolle der Social-Media-Plattform X.
Zitat:... Aus dem Kontext geht hervor, dass Breton über eine Regulierung von X spricht ...
https://www.n-tv.de/politik/Darum-haelt-...64248.html
Tatsächlich war der Inflation Reduction Act von Biden sehr effektiv was die Investitionstätigkeit der Industrie betrifft. Allerdings nicht in allen Bereichen gleichermassen:

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