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Normale Version: Eure Black Swan Erlebnisse
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Da kann ich auch noch meine Erfahrung beitragen, wir hatten in den 80 Jahren die Idee, gemeinsam an der neu eingerichteten Deutschen Termin Börse, Optionen zu handeln. Um den Handel etwas zu erweitern, kauften wir den Großteil der Aktien auf Kredit. Was wir nicht berücksichtigten, war die Möglichkeit der Deutschen Bank, die Kreditrückzahlung zum ungünstigsten Zeitpunkt (2008) zu verlangen.
Eine Absicherung ist natürlich auch vorwiegend short zu gehen....(mach ich ja)

Oder, bei Aktien mindestens gleich viele Aktien short wie long ...

Oder, ständig weit aus dem Geld liegende Options als Absicherung,
da gibt es auch Methoden, die das recht kostengünstig machen, z.B. näher am Geld weniger verkaufen,
und mehr kaufen weiter aus dem Geld kaufen etc.
Mahlzeit,

also mein traumatisierender Schwan war der Herzinfarkt. Hatte keiner je auffm Schirm. Und heftig war es auch.
Auswirkungen auf mein (Anleger-) Leben:
- Da die Frau sich mit Geld/Börse nie auseinander gesetzt hat, hab ich also vereinfacht, für den Fall, dass der Böse Infarkt noch mal wieder kommt
- von 2 Depots bei 2 Brokern auf 1 beim SBroker, da Frau seit jahrzehnten bei der Sparkasse ist. SBroker ist teurer als andere, aber: So what?
- Von früher gut 70 Einzeltiteln auf heute (im ernsten Depot) 3 Positionen. World, EM und Geldmarkt.
- Erkenntnis, dass Geld nu wirklich nicht alles ist und die meisten von uns mehr Geld als Lebenszeit haben
- Ich bin mit 55 Jahren aus dem Arbeitsleben raus und meine Frau folgt mit nu bald 59 Jahren.

Wenn man ein Leben vor dem Tod haben möchte, muss man es sich auch nehmen.

Prost
Schutz kostet. Wie oft treten diese Black Swan Situationen auf? Sehr selten.

Das Problem ist nur, dass es Ereignisse gibt, die es noch nie gegeben hat und dass sie häufiger auftreten, als man statistisch erwarten würde.

Wer keinen zu hohen Kredithebel hat, sollte auf der sicheren Seite sein. Das ist meine Maxime. Was nützt mir eine tolle Strategie, die nur mit hohem Hebel und damit hohem Risiko hohe Gewinne bringt?

Was nützt es mir, wenn ich zu den besten 0,01% gehöre und kurz vor dem Margin Call stehe. Jim Simons lässt grüßen... Gerade noch mal von der Schippe gesprungen.

Niemand rechnet mehr mit einer zweiten Weltwirtschaftskrise, weil sie schon so lange her ist. Wer erinnert sich noch an die Jahre 1929-1932? Die, die sie erlebt haben, haben sie immer im Hinterkopf. Damals verloren Blue-Chip-Unternehmen über 90 Prozent ihres Wertes. Wer hält das als Investor (mit Kredithebel) aus?

Sicher, eine neue Weltwirtschaftskrise ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.
Krasse Erlebnisse, sehr interessant - vielen Dank!

Werde mir das ein oder andere durch den Kopf gehen lassen, u.a. was das für meine Algos bedeutet.
Mehr Glück als Verstand bei so einer existenzbedrohenden Meldung. Nicht zur Nachahmung empfohlen!

Wie viele Anleger warten auf ihren Einstiegskurs und der Kurs fällt und fällt...

Es gibt Neueinsteiger, die bei fallenden Kursen weiter kaufen...

Oft realisieren die Anleger die Verluste nicht.

Es entsteht ein Klumpenrisiko.

Die schlechtesten Werte werden beibehalten. Die Gewinner werden schnell realisiert.

Der sichere Weg ins Fiasko.

Hoffnung ist ein schlechter Ratgeber.
Gab Mal 2 auf AB, der eine hatte ein schöne Weisheit.

Die Hoffnung ist der Kutscher der Armen. 

Waren so ein Tandem, rechtslastig, die Namen weiss ich nicht mehr.

Hab ich nicht vergessen.
(27.10.2024, 01:23)Lancelot schrieb: [ -> ]Erste Regel ist: Totalverlust einer einzigen Position darf dich nie ruinieren. 

Auch die Summe deiner Positionen zu einem Zeitpunkt nicht. Das ist "Long only" und ohne Hebel trivial umzusetzten. Mir ist es schleierhaft wie man als Privatanleger traumatische black swans erleben kann. Das ist doch alles eher Kategorie "sehr ärgerlich". Oder man macht was falsch. Wenn man das eingesetzte Geld einer einzelnen  Position nicht komplett verlieren kann, ist sie zu groß.

   D.h. die Summe der offenen Positionen darf das Konto nicht schrotten  
—>  die Anzahl der möglichen offenen Positionen begrenzen und die kleinste mögliche Einheit verwenden - skalieren kan man immer noch, wenn es funktioniert 


Meine traumatische Erfahrungen sind eher im institutionellen Umfeld gewesen und hatten eher mit hohem Hebel oder Nicht-Markt Risiken zu tun. Operative Risiken, Counterparty Risk(einer von 3 verwendeten Brokern ist pleite gegangen, NF Global). Im Stromhandel hat die Bundesnetzagentur auch mal Kahlschlag veranstaltet. Das waren Sachen bei denen man erstmal nachdenkt ob man nicht doch persönlich wegen Fehlern haftbar gemacht werden kann.

Zur Robustheit von Algos und Backtests helfen nur resampling/Bootstrapping/Jacknife++/Monte Carlo Ansätze. Das alles erzeugt Kursverläufe, die man nie gesehen hat.

Mein Ansatz zusätzlich ist ein „Stresstest“ über die Black Swan Ereignisse, wenn die Algos diese Zeiträume überstehen ist das für mich ein Robustheitsnachweis.
(27.10.2024, 10:11)cubanpete schrieb: [ -> ]Es gibt so viele dass ich sie gar nicht mehr aufzählen kann. Der Trick damit umzugehen heisst "antifragil" zu werden. Alle meine Strategien haben Methoden um mit extremen Situationen umzugehen. Kurzfristiger grosser Verlust führt dabei langfristig zu noch grösseren Gewinnen. Ist psychologisch schwierig, aber funktioniert.

Der letzte war bei mir die Corona Krise. Mehr als die Hälfte meiner Investitionen verloren, Kredit aufgenommen, letzte  Woche den letzten Teil davon zurückgezahlt, Wert vom Portfolio heute mehr als doppelt so hoch wie vor Corona und ich habe viel Geld bezogen. Corona war allerdings einfach: entweder die Welt geht unter, dann interessieren meine Schulden kein Schwein, oder eben, es passiert was immer passiert.
Genau diese Methoden sind von Interesse - was gibt es denn da für Möglichkeiten?
(28.10.2024, 23:46)42_answer schrieb: [ -> ]Genau diese Methoden sind von Interesse - was gibt es denn da für Möglichkeiten?

Zusätzliches Risiko in unvorhersehbaren Situationen eingehen.

Eine Art Martingale mit Notbremse, die ist sehr wichtig. Bei Covid hatte ich nicht wirklich den günstigsten Zeitpunkt erwischt, aber immer ruhig geschlafen. Ich rechne ja die Stresstoleranz aus, das ist der Prozentsatz den mein Portfolio verlieren darf bevor ich zu verkaufen anfangen muss. Ich hab zwar bei Covid zunächst noch mehr verloren, kam aber nie in die Nähe dieses Punktes. Aber in Zukunft kann das natürlich passieren.
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