(18.04.2019, 21:13)Verum schrieb: [ -> ]Bevor wieder die Experten die heutige "Fehler-Studie" des ifo zitieren,[...]
1. Bitte mäßige deinen Tonfall! Mit dem Ton ist es absolut verständlich, wenn die "Kontrahenten" keine Lust auf eine sachliche Widerrede haben. Für "Bevor" ist es zum Beispiel schon etwas zu spät, die Studie wurde bereits diskutiert.

2. Bloß weil man die Studie "Fehlerstudie" nennt, wird sie nicht unseriöser.
Verum schrieb:So schlägt die ifo-Studie wieder in die gleiche Kerbe wie die ebenfalls viel beachtete "Schweden-Studie" des Umweltforschungsinstituts IVL aus dem Jahre 2017. Die "Schweden-Studie" gilt heute als widerlegt, wie das Handelsblatt schreibt....
Das werde ich mir zu einem späteren Zeitpunkt mal ansehen. Der Handelsblatt-Artikel ist in der Richtigstellung verlinkt.
(18.04.2019, 21:45)Verum schrieb: [ -> ]Geh doch auf die Inhalte ein, sonst ist es sinnlos. Was soll an der Richtigstellung falsch sein?
In der von dir zitierten
Richtigstellung heißt es:
Die schwedischen Forscher kamen auf ihre Zahl, in dem sie ihrerseits mehrere ältere Studien auswerteten.
Das ist normal bei einer "Metastudie" und ich frage mich, wieso der Autor das in der Form hervorhebt.
Ein weiteres Zitat:
So konnten beide etwa nicht auf die Umwelt-Daten von State-of-the-Art Akku-Fabriken zugreifen, weil es diese Daten einfach nicht frei verfügbar gibt. Ein prominenter Betreiber einer Akku-Fabrik ist Tesla selbst. Also der Hersteller des gleichen Elektroautos, mit dem die ifo-Forscher ihre Rechnungen anstellten.
Die Argumentation finde ich ziemlich bemerkenswert. Einen Absatz darüber werden zwei neuere Studien gelobt, die zu positiven Ergebnissen führen und hier erfahren wir Leser, dass die Daten, die für so eine Analyse erforderlich sind, gar nicht öffentlich verfügbar gemacht wurden. Das relativiert aber den Erkenntniswert aller Studien, nicht nur der kritischen. Das Fazit müsste demnach lauten "nichts genaues weiß man nicht".
Selbst wenn wir annehmen, dass die Fabriken von Tesla vollständig autonom in der Energieversorgung sind, müsste man dann die Frage nach dem CO2-"Footprint" der Solar- und Windkraftanlagen stellen, deren Lebensdauer usw. berücksichtigen und das auf den CO2-Verbrauch umrechen. Ich habe keine Ahnung, wie das Ergebnis dieser Berechnung aussehen würde, aber ich bezweifele, dass es sehr zugunsten der Batterien ausfallen würde.
Weiterhin:
Eine weitere Schwäche ist die Annahme der ifo-Forscher, dass jedes Elektroauto deutschen Durchschnitts-Strom tankt (...) Das ist ungeschickt von den Studien-Machern, denn schon heute tanken viele Elektro-Fahrer Grün-Strom oder den Strom aus eigenen Photovoltaik-Anlagen.
Grünstrom (übrigens, schon das Wort deutet an, dass hier möglicherweise mit den guten Klang von Begriffen statt mit Fakten argumentiert wird) kommt zwangsläufig vom selben Stromnetz. Hier müssten wir noch mal eine komplett neue Diskussion eröffnen, denn "Grünen Strom kaufen" bedeutet natürlich nicht, dass man nur "ökologisch reinen" Strom bekommt, sondern höchstens, dass man Erzeuger von erneuerbaren Energien bezahlt und diese dann abrechnen. Das mit der eigenen Photovoltaik-Anlage ist vielleicht nachhaltig und gut, aber bestimmt nicht massenkompatibel für die Bewohner von Mehrfamilienhäusern, die zum Supermarkt oder zur Arbeit fahren.
Über die Lebensdauer von Batterien habe ich ehrlich gesagt zurzeit zu wenig Ahnung, um darüber was sinnvolles zu schreiben. Allerdings stelle ich mal eine Frage:
Gibt es schon eine Batterie, die tatsächlich 10 Jahre oder länger unter realistischen Bedingungen getestet wurde, um empirisch zu prüfen, ob da was dran ist?
Wenn die Batterie selbst erst seit einigen Jahren hergestellt, kann ich es mir kaum vorstellen. Bei der Lebenszeit der Batterien
muss kann es sich also um Schätzungen handeln, die nicht empirisch geprüft sind. Irgendwas sagt mir, dass die Schätzungen der Hersteller selbst vielleicht etwas zu optimistisch ausfallen könnten.
Unterm Strich muss ich feststellen, dass die vorgebrachten Artikel einerseits einigen Zweifel an der Studien wecken konnten. Auf der anderen Seite scheint mir die Argumentation der Freunde der E-Autos ebenfalls nicht wasserdicht zu sein.
Für mich besteht da noch Klärungsbedarf. Eventuell müsste ich mir die Mühe machen, die Studie selbst zu lesen und dann tiefer einzusteigen in die Grundlagen. Natürlich nur, sofern mir das keine glaubwürdige Instanz abnimmt, etwa ein Journalist, der dafür bezahlt wird.
Möglicherweise ist das bemerkenswerteste Ergebnis dieser Diskussion die Erkenntnis, wie sehr der CO2-"Footprint" von E-Autos von Faktoren wie Energiemix des Stromnetzes, Rohstofftransport und Energiegewinnung und -verbrauch bei der Herstellung abhängen. Das lässt sich allerdings noch nicht genau sagen, denn ich betrachte diese Diskussion bis jetzt als noch nicht abgeschlossen.
Ebenfalls bemerkenswert finde ich, dass solche Sache wie die Umweltbelastung bei Herstellung der Batterien selbst hier gar nicht zu Wort kommen.