(16.07.2021, 21:17)F.I.A.S.C.O. schrieb: schönaber wenn die Umlaufgeschwindigkeit (V) seit rund 10 Jahren nur noch am fallen ist, ist der Anstieg in M1 quasi irrelevant...
M*V=P*T haben wir ja mal gelernt;
der gute I. Fischer & v.a. später M. Friedman haben sich geirrt....
https://fred.stlouisfed.org/series/M1V
Könnte man so fest halten: Die Geldmenge ist das Geld-Potential in den Umlauf zu kommen. Also erst die Zentralbankgeldmenge und dann M1 usw.. Und so lange es das nicht tut, ist es quasi "irrelevant". Aber natürlich nicht wirklich, als Potential ist es da.
Wenn man es mal nicht skandalisieren will, kann man es auch so deuten was da passiert: Man schöpft erst mal ganz viel Notenbankgeld um ein hohes Umlaufpotential zu genrieren. Und irgendwann legt man den Hebel um und leitet das Geld den Umlauf, z.B. mittels M1 als eine Maßnahme. Wobei dies vermutlich nur temporär ist wegen der Coronamassnahmen, aber man wird sehen. Zumindest ist das vielleicht alles ganz gut steuerbar. Kommt es in den Umlauf erzeugt es auch Inflation.
Wenn nun das Ziel ist wieder in ein normal steuerbares Zinsregime zu gelangen erscheint mir das alles recht rational was wir sehen. Dann wären dauerhafte Inflationsraten von 2-4% vermutlich gut möglich und gewollt. Wurde vor längerer Zeit auch so angekündigt. So gut steuern lässt es sich aber vielleicht doch nicht, das werden wir sehen.
Hat jemand eine Idee wie das genau ablaufen könnte? Also Zinsanhebung um das Geld aus dem Kapitalmarkt in die Realwirtschaft zu lenken? Falls ja, sollte im Kapitalmarkt sich maximal viel Geld angesammelt haben würde ich denken, um kein Strohfeuer zu entfachen.
__________________
Kinder wollen nicht wie Fässer gefüllt, sondern wie Fackeln entzündet werden.