
RE: Aktienquote
| 02.01.2022, 15:50 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.01.2022, 15:52 von Lancelot.)(03.10.2020, 10:18)muchmoney schrieb: "Voll drin" (im Optimalfall) in der letzten Phase einer Baisse ist absolut sinnvoll und hat mir die größten Gewinne beschert bisher.
Richtig. Wenn wir denn dann wüssten ob es die letzte Phase einer Baisse ist. Oder überhaupt eine Baisse.
"Voll drin" ist nur irrational, wenn man keine Eier hat in diesen Phasen zuzugreifen und/oder Angst vor weiteren Kursrückgängen hat. Börse ist nichts für Leute die Sicherheiten wollen, es ist immer Unsicherheit, aber das kalkuliert man mit ein, dass es eben nochmal 50% zurück gehen kann...
Das ist doch jetzt nicht wirklich eine sachliche Betrachtung, sondern "false bravado". Die Börse ist gut zu Leuten die mit Zahlen und Risiken umgehen können. Eier braucht es da keine. Also gar keine.
"Voll drin" macht auch keine Probleme, wenn man alles voll bezahlt hat.
"Voll drin" macht viele Probleme in einer Vielzahl Szenarien. Wenn du beispielsweise noch 3 Jahre vor der Rente bist, ein Einbruch um 30% einfach Scheisse. Das Geld ist für dich praktisch weg.
Somit ist "Voll drin" auch nicht schlimm für mich, selbst wenn ich mich irre, und ja das mache auch ich, aber wer sich weniger oft irrt als er richtig liegt, für den ist das kein Problem, und man muss sein Haus nicht beleihen.
Nochmal. Das "Haus beleihen" war ein illustratives Szenario, eine Grenzwertbetrachtung. Wenn "all in" so absolut und ohne Zweifel das richtige wäre, wie du das hier suggerierst, dann ist die einzige logische Konsequenz dich zu verschulden um noch mehr Exposure zu suchen. Cuban hat das Beispielsweise getan.
Ich will nicht mein Handeln ändern, sondern wollte lediglich eure Sichtweise dazu haben, einigen ist das ja gelungen es zu erläutern, trotzdem versteh ich es nicht (handelstechnisch, weil es Rendite kostet!) weil es einfach nicht meiner Natur entspricht, antizyklisches Handeln ist eben derart gestaltet dass man auch mal fast komplett draussen ist und auf seine Chancen lauert.´
Rebalancing bedeute nur das ich mich zu meinen Zielgewichtungen zurückbewege. Nicht das man komplett raus oder rein gehe. Das sind dann wetten auf Marktbewegungen. Rebalancing bedeutet nur, das man eine optimale Mischung aus Assets gefunden hat und diese einhält. Rebalancing muss auch keine Rendite kosten.
Offensichtlich will man "dabei sein" weil der Markt steigen könnte und man Rendite "verpasst", aber dann doch wieder nicht, weil man Angst hat es könnte fallen... Mir geht das nicht in den Kopf, Angsthasendenken. Auch wenn man nicht die höchsten Punkte zum Ausstieg hat, und auch nicht die niedrigsten zum Einstieg, die Rendite ist weit höher wenn man nicht ständig drin ist. Aber viele haben hier ja nen "Mathe- und Statistikfaible", anstatt die Börse das sein zu lassen was sie ist, ne launische Diva.
Du bist eben der Meinung dass du das timen kannst. Und eine 100% Investment suggeriert quasi, dass du es perfekt timen kannst (also unter Garantie vor dem nächsten Absturz verkaufst). Ich halt nicht. Für mich war es schon ein Riesenschritt zu behaupten, dass ich Phasen identifizieren kann, in denen eine höhere Equity Quote wahrscheinlich besser ist.
Wenn diese Chancen dann kommen, geht man mit seiner Kohle eben wieder rein, und irgendwann ist man dann eben "Voll drin"! Nicht sofort und nicht an einem Tag, aber eben seine komplette liquide Kohle investiert.
Das hat nichts mit Glaskugel oder Harakiri zu tun und Haus beleihen, sondern IM RAHMEN SEINER MÖGLICHKEITEN alle Mittel einzusetzen.![]()
Aber bei euch ist jeder der es anders macht und ab und zu "Voll drin" ist ja gleich ein Trottel der sein Haus beleiht.
Und hier belügst du dich, denke ich. Was ist denn der Unterschied zwischen "all in Verfügbare Mittel" und "all in + leverage"? Na eben wenn es doch schief läuft, dann schuldest du Niemanden was und sitzt den draw down einfach aus. Ergo bist du dir doch offensichtlich selbst im klaren, dass die "Chance" nur eben das ist...eine "chance".
Rebalancing to target weights ist keine Silberkugel. In einer Welt in dem alle assets hoch korreliert sind, eine Assetklasse mit niedriger Vol in eine Richtung trended, genrell wenig Vol ist. Und das war in den letzten 13 Jahren halt so. In the long run allerdings....
Der Unterschied zwischen dir und mir ist, das ich Monte Carlo Simulationen und Bayesianische Statistik verwende, um meine Portfolios zu bauen. Damit "sieht" die Optimierung eben Szenarien, die es in einem reinen Backtest nicht gegeben hat. Und deshalb werde ich niemals 100% oder 100% + leverage in Equity gehen. Niemals. Wird viele "Universen" geben, in denen ich deswegen Geld liegen lasse.
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Forum-Besserwisser und Wissenschafts-Faschist