(19.02.2022, 19:48)boersenkater schrieb: Was ist das eigentliche Problem?
Es gibt zu viele die keine Ahnung haben. Keine Ahnung vom Produkt. Keine Ahnung vom Risiko-Money-Mangement.
Es fehlt die Fähigkeit Verlustpositionen rechtzeitig zu schliessen - diese lässt man dann immer weiter ins Rote laufen
oder werden sogar mit weiteren Positionen verbilligt.
Oder (Verlust-)Positionen werden über Nacht gehalten und durch Overnight-Gap über die Margin hinaus abgeschossen.
Kleine Geschichte aus der Rubrik "Es war einmal...":
So um 1988 herum begannen plötzlich fast alle Banken in Deutschland den Optionshandel für Privatanleger einzustellen.
Grund: ein paar Schlauberger meinten entdeckt zu haben, daß sie ihre Verluste aus Optionsgeschäften auf ihre Hausbank abwälzen könnten, wenn sie einfach den Differenzeinwand nach § 764 BGB alter Fassung geltend machen würden, wonach diese Geschäfte nichtig sind. Galt natürlich nur für die Verluste. Gewinne aus Optionsgeschäften hat meiner Kenntnis nach kein Privatanleger mit dem Differenzeinwand angefochten.

Also diesen Leuten hatten es Trader wie unsereins dann zu verdanken, das uns der Handel einstweilen zugedreht wurde. Mit einigem Aufwand ließen sich Nischen finden, aber es war ziemlich ärgerlich.
Das galt wie gesagt nur für Privatanleger. Kaufleute konnten sich nicht auf den Differenzeinwand berufen. In der Praxis führte das dann zu so absurden Ergebnissen, daß eine Bäcker-GmbH, die von Tuten und Blasen im Finanzmarkt keinerlei Ahnung hatten, Optionsgeschäfte machen durften, weil es ja "geschäftliche Profis sind, die wissen, was sie tun", während unsereinem Terminmarktspezialisten alles verboten wurde, weil er ja "keine Ahnung hatte".

Rechtswirklichkeit versus echte Wirklichkeit.