
RE: Fragestellung - wann ist ein Titel fair bewertet - Märkte derzeit überbewertet ?
| 26.01.2019, 13:23(26.01.2019, 12:04)Päda schrieb: Denke doch mal im Unternehmerischen Rahmen.
Wenn Du Schmuckhändler bist, dann musst du diverse sehr teure Schmuckstücke auf Lager haben. Und du wirst nur sehr wenige im Monat verkaufen. Wenn du jedoch Ballone auf der Wiesn in München verkaufst kostet dich dein Produkt (Ballon) wahrscheinlich 5 Cent und Du verkaufst ganz viele pro Tag mit immenser Marge. 5 Cent einkauf vs. VK-preis 5 Euro.
Wie willst Du das mit wenigen Kennzahlen sinnvoll vergleichen?
Wenn Du zwei Schmuckhändler hast, also Vergleich innerhalb einer Branche. Einer hat einen Laden auf der Kaufinger Straße in München mit extrem hoher Miete. Der andere betreibt einen Online Shop in Sachsen auf dem Land.
Wie willst Du das mit wenigen Kennzahlen sinnvoll vergleichen?
Arbeite dich in ein Unternehmen ein und versuche das discounted cash flow model ("DCF model").
Dann wirst Du besser verstehen was wichtig ist und welche Vergleiche sinnvoll sein könnten.
Alles soweit verstanden, aber auch der DCF ist doch letztendlich nur eine Kennzahl - und was
mich persönlich daran stört - es basiert ja auf Prognosen, denn wir wissen ja nun mal ab dem laufenden/kommenden Jahr den Cash Flow noch nicht, dieser kann sich ja durchaus ändern. Ich schau mir das aber mal
genauer an, vielleicht bringt mich das meinem "Wunsch" nach der Findung einer Bewertung des aktuellen
Kurses ein wenig näher.
Ich habe irgendwo mal gelesen, das viele Investmentbanken tatsächlich einen Algo entwickelt haben,
der ihnen unterm Strich eine Preisrange auswirft pro Wert - also scheint es ja Mittel und Wege zu
geben, das war der eigentliche Beweggrund für mich das mal zu hinterfragen.
Unternehmerisch zu denken fällt mir nicht wirklich schwer, bin selbständig seit ich angefangen habe zu
studieren, aber innerhalb einer Branche konnte ich mich damals und auch heute immer recht
gut "vergleichen". Als ich meine Firma und Haupteinnahmequelle verkauft habe vor einigen
Jahren konnte ich den Wert auch recht gut ermitteln und vertreten. Der Unterschied war
und ist aber das man natürlich dann die eigenen Bücher auch kennt. Das ist ja bei den
meisten Unternehmen gar nicht der Fall. Die USA Werte sind da ja noch die glorreiche
Ausnahme was die Offenlegungspflichten betrifft, aber weltweit betrachtet ist das ja
wirklich schwer eine Firma beurteilen zu können.
(26.01.2019, 12:44)Thor3 schrieb: @fahri
Der von mir sehr geschätzte Dave van Knapp hat aktuell bei DailyTradeAlert LMT besprochen und dabei routinemäßig seine Vier-Schritt Analyse zur Frage der aktuellen Bewertung vorgenommen. Ich konnte seinem Vorgehen und Erklärungen stets viel abgewinnen, da er sehr strukturiert vorgeht.
Wie auch immer: Aufgrund Deines Pfades hier dachte ich an Dich beim Lesen:
https://dailytradealert.com/2019/01/25/d...uary-2019/
https://dailytradealert.com/2014/05/22/d...valuation/
Ansonsten fiel mir ein, dass ich am Anfang meiner Börsenzeit viel vom Vorgehen der Susan Levermann profitierte. Das dort vorgestellte Punktesystem ist ziemlich aufwendig. Ich baute mir damals ihr Punktesystem etwas um, nutze es aber heute nicht mehr ... aber generell als struktureller Leitfaden mMn immer noch prima!
https://levermann24.com/levermann-strategie/
Danke, das ist gutes Futter, lese ich mir mal in Ruhe durch
