
RE: Mobilität im Wandel
| 07.03.2023, 22:06 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.03.2023, 22:10 von saphir.)(07.03.2023, 18:40)jf2 schrieb: Aber die Fehlprognose man könne in 12 Jahren einen Deutschlandtakt einführen ist keine FDP-Fehlprognose, die haben das nie behauptet, die sind auch nicht so weltfremd.Nein, nicht der Deutschlandtakt, sondern eine Fahrgastverdoppelung bis 2030 und Güterverkehrsteigerung soll erreicht werden. Der Deutschlandtakt soll aber als Ziel weiter verfolgt werden.
Zitat:Stell Dir das Projekt einfach so vor wie z.B. 20-50 x Stuttgart 21 (freie Schätzung), dann hast Du ne Vorstellung worum es geht und wie realistisch da 12 Jahre sind wenn schon 1x Stuttgart 21 20-30 Jahre dauert.Aber um eine sehr freie. Bei uns fährt im 15min. Takt die S-Bahn in zwei Richtungen (jeweils durch die nächste Großstadt durch zu den Vororten). Parallel dazu fahren noch Regionalzüge in beide Richtungen. Diese aber nach Fahrplan. Für diese Strecken würde eigentlich 4 Gleise benötigt, das ganze wird aber über 3 Gleise realisiert, das reicht. Lediglich um unseren Bahnhof wird es 4-Gleisig. Wie kommst du zu deinen Annahmen?
Nur noch mal der Versuch der Erklärung warum sowas nicht geht: Die derzeit ausgelasteten Hauptstrecken in Deutschland müssen das Doppelte an Zügen fassen denn nicht nur der Personenverkehr soll ausgebaut werden mit dem Deutschlandtakt sondern auch der Güterverkehr. Da wo also jetzt z.b. 2 Gleise liegen werden 4 gebraucht. Dafür erneuert man dann auch jede Brücke/Tunnel. Deshalb der Vergleich oben mit Stuttgart 21.
Zitat:PS: blumige Worte zum Thema findet man bei der "Allianz pro Schiene", eine Angabe was an Neubau und Ausbau und Sanierung erforderlich ist leider nicht, wahrscheinlich rechnet man noch ....
https://www.allianz-pro-schiene.de/theme...hlandtakt/
Und hier die Entgegnung der "Allianz pro Schiene" auf den Minister, viel billige Polemik und wieder keine Fakten:
https://www.allianz-pro-schiene.de/press...ne-fakten/
Im Koalitionsvertrag steht:
Zitat:Die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur müssen weiter erhöht und langfristig abgesichertHerr Wissing möchte das genaue Gegenteil von dem machen wie ausgehandelt.
werden. Dabei wollen wir erheblich mehr in die Schiene als in die Straße investieren, um prioritär
Projekte eines Deutschlandtaktes umzusetzen. Bei den Bundesfernstraßen wollen wir einen stärkeren
Fokus auf Erhalt und Sanierung legen, mit besonderem Schwerpunkt auf Ingenieurbauwerke.
(07.03.2023, 19:40)Lancelot schrieb: Ich bezweifele sogar dass das bei unbeschränkter Streckenkapazität funktionieren würde. Also angenommen es gäbe auf den Hauptstrecken keine Engpässe.
Zumindest im Fernverkehr macht die Bahn beim Rollmaterial und Personal massiven Gebrauch von Umläufen. Ein ICE fährt von A nach B. Dann von B nach C und fährt dann nach D ins Werk zu Wartung und Reinigung, um dann am nächste Tag von D nach A zu fahren. Zwischendrin wird dann noch munter Personal getauscht.
Das muss man sich mal auf nem Blatt Papier aufmalen, was das bedeutet, wenn man da Züge so im Takt fahren lassen kann.
Ich bin echt ein Verfechter des Zugverkehrs. Aber das schießt IMHO echt am Ziel vorbei. Mit zuverlässiger, zeitnaher und übersichtlicher Reisendeninformation (Betrieb folgt Prognose!) brauch ich doch nicht wissen das der Zug immer um 30 abfährt. Das ist doch kindisch. Ich muss mich schnell und einfach informieren können (Ausbau und weitere Verbesserung der App) und es müssen viele Züge fahren.
Ziel muss die Optimierung des Reisendenfluß sein. Nicht ein "Takt". Und auch nicht "Pünktlichkeit".
Die Schweiz macht es. Frankreich macht es in Teilen soweit ich weiß. Wir machen es bei U- und S-Bahnen. Und bestimmt auch andere. Ich denke nicht, dass man es hier auf allen und schon gar nicht auf allen gleichzeitig einführen möchte. Warum sollte man es hier nicht auch auf Fernstrecken realisieren können? Komplexe Probleme werden gelöst indem sie in Teile zerlegt werden.
In Zukunft wird auch einiges wesentlich effizienter, wie durch den Einsatz von KI und automatischer Kopplung anstatt der manuellen.
Soweit ich weiß empfinden die Leute dass als eine gute Sache. Es geht ja auch nicht darum, den Personentransport zu halten, sondern zu erhöhen. Also Zug fahren soll komfortabler werden.
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Kinder wollen nicht wie Fässer gefüllt, sondern wie Fackeln entzündet werden.