(28.07.2023, 23:53)Penseur schrieb: --
Jetzt zum Konkreten:
Wieviel Entnahme darf mit welchem Portfolio sein?
Dazu wird ja viel geschrieben. Ich nehme jetzt mal den Fall, dass jemand ein Portfolio bestehend aus MSCI World/FTSE All World hat oder/und ein gut aufgebautes DGI-Portfolio wie im Parallelthread immer monatlich so toll aufgeführt, Danke hierfür an der Stelle!
Wieviel darf nun entnommen werden, damit das Geld ein Leben lang nicht ausgeht. Aktuell würde ich positiv (wahrscheinlich würde mich das halbe Youtube dafür als pessimistisch beschimpfen) annehmen, 2% und damit vielleicht ziemlich exakt die Ausschüttung, die ein MSCI World zur Zeit gibt. Davon gehen dann noch die Steuern ab. Die berühmte 4%-Regel, die auf 30-Jahre angelegt war, dürfte meiner Meinung nach zu viel sein, Entnahme in Drawdowns, womöglich noch bei hoher Inflation zudem würde zu viel Kapital zunichte machen. Falls man schlechte Phasen mit anderen Einnahmen überbrücken kann, mag dies etwas anderes sein. Aber rein theoretisch jedes Jahr 4%, da glaube ich nicht, dass der Markt das mitmacht.
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Bei der Entnahme denke ich dass wir das Problem haben das wir 30 Jahre der Unsicherheit vor uns haben, dann aber eine einfache Regel haben wollen die uns durch die 30 Jahre Unsicherheit sicher navigiert - funktioniert oft, aber nicht immer.
Die orginale 4% Regel (von einem Herrn Bengen glaube ich) sagt ja nicht dass ich jedes Jahr 4% vom Portfoliowert entnehme, sondern im ersten Jahr 4% und diesen Betrage dann stur jaehrlich um die Inflationsrate erhoehe. Depotwert schaue ich dann ja nicht mehr an.
Problem sind die DDs, und speziell wenn die am Anfang der Entnahme auftreten ist die Entnahme bei der Regel zu hoch und das Ding laeuft gen null.
Also koennte ich das ja ein bisschen flexibler halten, ich entnehme 4% + Inflationsausgleich ab Start, schaue aber gleichzeitig dass die Entnahme nie mehr als 4% vom aktuellen Portfoliowert ausmacht. Also ich hab einen Startwert, den ich dann aber mit dem Depotwert laufend vergleiche. Faellt das Depot ab wird die Entnahme reduziert.
Fange ich im Bullenmarkt mit Entnahme an gibt es keine Probleme und ich kann sogar zuschauen wie das Kapital vor sich hin kumuliert...fange ich im Crash an dann muss ich die Entnahme gezwungenerweise reduzieren und muss mich um Alternativen kuemmern. Bei Beginn der Entnahme kann ich dies im Fall eines Chrashes noch (Halbtagsjob, etc), verbrauche ich das Kapital am Anfang zu schnell und das Kapital ist 15/20 Jahre spaeter aufgebraucht habe ich nicht mehr viele Optionen...