
RE: Entnahmestrategien
| 30.07.2023, 10:33 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30.07.2023, 10:37 von Ste Fan.)(30.07.2023, 01:34)Vahana schrieb:
Darunter steht ja "One common misconception" (=Ein weit verbreiteter Irrtum) ...
Ich meine, wie kommt sowas zustande und ich habe es auch immer so interpretiert? Kann es sein das die originale 4% Regel einfach kacke ist?
Und weil das so ist haben die Leute das eben richtiger uminterpretiert?
Logisch wäre für mich einfach prozentual mit dem Momentanwert zu arbeiten.
Läuft es gut gibt es mehr, läufts schlecht eben weniger und man kann sich dann aus dem Cash der guten Momente bedienen.
Das so ein Aktiendepot im Jahresverlauf um 20% schwankt ist nichts außergewöhnliches und je nachdem wo gerade der "Start" hingelegt wird verändert das den Rest des kompletten Lebens ... Schwachsinn, tut mir leid.
Kacke wuerde ich so nicht sagen - man muss sich nur im klaren sein ueber was die Untersuchung damals war.
Die originale Regel sagt einfach nur dass wir mit 4% Entnahme vom Depot starten und die 4% einer Geldsumme X entsprechen sollten die zum Leben ausreicht. Alles was wir dann zu tun haben ist diese Summe ueber die Folgejahre jaehrlich an die Inflationsrate anzupassen. Diese Entnahme waere dann quasi wie eine regelmaessige Pension/Rente mit jaehrlicher Inflationsanpassung bei der die Kaufkraft immer auf gleichem Niveau bleibt. Keine Kuerzungen wegen Crash, etc.
Problem ist dabei dass wir somit auf der einen Seite einen regelmaessigen Cashflow wollen (Entnahme), aber auf der anderen Seite ein volatiles Depot haben. Passt also nicht ideal zusammen - deswegen hat sich da ja eine ganze Industrie gebildet welche ueber Portfoliokonstruktionen, Wahrscheinlichkeiten und Entnahmeraten sinniert - und dabei Milliardenumsaetze macht.
Wenn du alternativ immer nur 4% vom Momentanwert entnehmen wuerdest kannst du nie das Depot nominal auf Null fahren. Solange der Markt im laengerfristigen Schnitt 8-9% bringt steigt laengerfristig das Depot und die Entnahmesumme - allerdings mit dem Risiko dass sich die Entnahmerate in Zwischenjahren auch mal halbiert.
Kommst du damit zurecht brauchst du dir eigentlich keine Sorgen ums Depot zu machen sondern brauchst nur einen Plan B fuer den Fall dass dich ein Crash in den ersten Jahren trifft.
Finanzberater braeuchtest du in der Masse auch nicht mehr - also koennten sich Kommer und Konsorten dann sogar was Anstaendiges suchen

