
RE: Deutsche Volkswirtschaft - quo vadis?
| 07.11.2023, 18:08 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.11.2023, 18:15 von boersenkater.)(07.11.2023, 17:28)Ste Fan schrieb: Da scheinst du dich ja bei BASF besser auszukennen als der CEO..weil nach dem sieht die Sache wohl nicht ganz so aus als ob alle Probleme durch Ursachen ausserhalb Deutschlands erklaert werden koennen...
Und wieso haelt der dann uberhaupt am Grossprojekt in China fest? Deinen Ausschweifungen nach muesste der ja nach Corona und der Immokise dort sofortig die Zelte abbrechen und froh sein dass er noch in Deutschland produzieren kann.
Solltest vielleicht dem Brudermueller mal erklaeren was seine Probleme - bzw die Ursachen deren - wirklich sind![]()
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Alles ist schuld ausser die deutsche Wirtschaft- und Energiepolitik. Korrekt?
Zitat:Zur Begründung der sinkenden Wettbewerbsfähigkeit verwies Brudermüller auf die hohen Kosten für die meisten Produktionsfaktoren, die zunehmende Überregulierung sowie die langsamen und bürokratischen Genehmigungsverfahren. Hinzu kämen nun die hohen Energiepreise. BASF benötigt Erdgas in rauen Mengen, nicht nur als Energieträger, sondern auch als Rohstoff. Allein auf das Stammwerk Ludwigshafen entfielen 2021 vier Prozent des gesamten deutschen Gasverbrauchs.
Zitat:strukturelle Anpassungen, die ab Ende 2026 zu jährlichen Einsparungen von über 200 Millionen Euro an Fixkosten führen sollen und die Schliessung einiger Anlagen umfassen.
Zitat:Eingestellt wird in Ludwigshafen unter anderem die Produktion von Caprolactam, einem Ausgangsstoff etwa für Polyamid 6 und Stickstoffdünger. Dies wiederum ermöglicht laut Brudermüller die Schliessung einer der beiden Ammoniakanlagen sowie von damit verbundenen Düngemittelanlagen. Ammoniak ist ein wichtiger Ausgangsstoff für Caprolactam, seine Produktion benötigt grosse Mengen an Erdgas. Zur Deckung des Eigenbedarfs und der europäischen Nachfrage reicht laut Brudermüller künftig die Caprolactam-Produktion von BASF im belgischen Antwerpen aus.
Zitat:Für 2022 weist der Konzern 2 Milliarden Euro an Mehrkosten für Erdgas in Europa aus, obwohl er den Verbrauch vor allem durch geringere Produktionsmengen, aber auch Prozessoptimierungen und Substitution um rund 33 Prozent reduziert hat. Zwar seien die Gaspreise seit dem Höchststand im August wieder gesunken, doch erwarte man, dass sie auf Dauer höher bleiben würden als in früheren Jahren, vor allem gegenüber den Preisen in anderen Regionen, insbesondere den USA und im Mittleren Osten, sagte Brudermüller.
Zitat:Das separate, bereits zuvor angekündigte und nun konkretisierte Kosteneinsparungsprogramm wiederum zielt auf jährliche Einsparungen von mehr als 500 Millionen Euro ausserhalb der Produktion, zum Beispiel in der Konzernzentrale sowie in der Forschung und Entwicklung. Auch hier liegt der Fokus auf Europa und vor allem Deutschland.
Zitat:Trotz seiner Kritik an den Standortbedingungen betonte Konzernchef Brudermüller das Festhalten an Ludwigshafen: «Wir bleiben dem Standort treu, allem Abwanderungsgerede zum Trotz.»
Zitat:Zu einer Verlagerung der Gewichte kommt es gleichwohl. Denn parallel zur Schliessung einiger Anlagen in Ludwigshafen setzt BASF ein gewaltiges Investitionsprojekt in China fort: In Zhanjiang wird derzeit, wie im Juli 2018 angekündigt, für 10 Milliarden Dollar ein Verbundprojekt errichtet. Es soll zur drittgrössten Produktionsstätte des Konzerns nach Ludwigshafen und Antwerpen werden. Eine erste Anlage wurde im September 2022 in Betrieb genommen.
Hört sich nicht so an als ob das Hals über Kopf gerade eben entschieden wurde.
2018 - vor dem Ukraine-Krieg mit den hohen Energiepreisen - und auch vor der linksgrünversifften
Regierungspoltik.
Zitat:Man habe das China-Vorhaben immer wieder überprüft, sei aber stets zum Schluss gekommen, dass die Chancen grösser seien als die Risiken, die es tatsächlich gebe. Der Konzernchef wies abermals darauf hin, dass China einen Anteil von rund 50 Prozent am Weltmarkt für Chemie habe und BASF gemessen daran noch zu wenig präsent sei.
Energiekosten spielen natürlich eine Rolle - aber alles was BASF da jetzt umsetzt ist schon lange vor
Habeck und lange vor den kriegsbedingt hohen Energiepreisen geplant gewesen. Jetzt genau auf diesen
hohen Energiepreisen - natürlich wegen den Grünen - herumzureiten und als dominierenden Grund zu
plakatieren passt halt ins eigenen Weltbild. Entspricht aber nicht der Realität und wird offensichtlich auch
nicht so von BASF und Brudermüller so gesehen. Energiepreise werden genauso angesprochen wie vieles
andere - aber vor allem -> alles war schon 2018 so angekündigt und wird jetzt weiter umgesetzt.
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