
RE: Was die Märkte bewegt - News, Infos, Meldungen, Analysen, Kommentare & Interessantes
| 08.12.2023, 09:16 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.12.2023, 09:22 von boersenkater.)Zitat:marktbericht
KI-Fantasie Tech-Riesen treiben die Nasdaq
Stand: 07.12.2023 22:23 Uhr
Das Thema Künstliche Intelligenz hat heute kurzzeitig Zinsspekulationen verdrängt. Die großen US-Tech-Aktien verhalfen der Nasdaq zu einem soliden Gewinn, Standardwerte konnten nicht mithalten.
Getragen von positiv aufgenommenen Nachrichten aus dem KI-Bereich waren heute an der Wall Street primär die Aktien der großen Tech-Konzerne gefragt. Bevor sich der Markt morgen wieder den weiteren Zinsperspektiven nach der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für den November zuwenden dürfte, rückte damit das "Sonderthema" Künstliche Intelligenz wieder in den besonderen Fokus der Marktteilnehmer in New York.
Vor den morgigen Daten vom Arbeitsmarkt, von denen sich die Anleger weiteren Aufschluss über die Zinspolitik der Notenbank Federal Reserve (Fed) erhoffen, hatten sich die US-Anleger zuletzt zurückgehalten. Die Veröffentlichung der Jobdaten zum Wochenschluss könnte eine der letzten vor der Fed-Sitzung am 13. Dezember sein, die die Notenbanker doch noch zu einer weiteren Zinserhöhung bewegen könnte.
Zitat:KI-Neuigkeiten sorgen für Fantasie
Technologiewerte wie Alphabet und AMD standen mit KI-Neuigkeiten besonders im Blick und zogen auch andere Schwergewichte aus dem Sektor mit nach oben. "Die Tech-Werte machen heute den Unterschied", konstatierte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda.
Die Google-Mutter Alphabet stellte ein neues KI-Modell namens Gemini vor und behauptet, es könne ChatGPT übertreffen. Die Fortschritte der Tochter Google im KI-Bereich seien ermutigend, urteilte etwa JPMorgan-Analyst Douglas Anmuth. "Die Investoren quittierten die Markteinführung zunächst mit einem Gähnen, vielleicht weil sie das Produkt als noch nicht ganz fertig und den Zeitpunkt als opportunistisch sahen", schrieben die JPMorgan-Experten weiter.
"Allerdings ist Gemini Googles leistungsfähigstes KI-Modell, das mit seiner Ultra-Version als erstes Modell die Leistung eines menschlichen Experten beim allgemeinen Weltwissen und den Problemlösungsfähigkeiten erreicht." Die Aktien stiegen deutlich um 5,3 Prozent.
AMD sprangen gar um 9,89 Prozent nach oben, nachdem der Halbleiterhersteller neue KI-Chips vorgestellt hat. Im Zuge der Veranstaltung von AMD zum Thema KI habe das Unternehmen außerdem seine Prognose für das gesamte Marktvolumen im Jahr 2027 deutlich angehoben, konstatierte UBS-Analyst Timothy Arcuri, der die Aktie auch 2024 als eine "Top Idee" ansieht. Auch die Papiere des Konkurrent Nvidia gewannen 2,4 Prozent.
"Es ist im Grunde eine Geschichte von zwei Aktienmärkten heute - einem mit Technologiewerten und einem mit alles anderem", sagte Ken Mahoney, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Mahoney in New Jersey. "Alphabet ist zwar nicht auf KI-Einnahmen angewiesen, aber die Technologie wirkt sich positiv auf die Erträge aus."
Zitat:Diskussion um Zinssenkungen geht weiter
Apropos Zinsfantasie. Nicht zuletzt die Hoffnung auf Zinssenkungen durch die großen Notenbanken war die Haupttriebfeder für die jüngsten Kursgewinne. Dies, obwohl sich Notenbanker diesseits und jenseits des Atlantik zuletzt eher verhalten geäußert haben.
Händler hierzulande wetten dessen ungeachtet angesichts der rückläufigen Inflationsdaten jedoch darauf, dass es bereits im März eine 85-prozentige Chance für eine geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) geben könnte, ähnlich sieht es in den USA aus. Gehe es nach den eingepreisten Hoffnungen der Anleger, dürfte die EZB die Zinsen im neuen Jahr insgesamt um 1,5 Prozentpunkte senken, sagte Jürgen Molnar von RoboMarkets.
"Ob EZB-Direktorin Isabel Schnabel das allerdings meinte, als sie von einer nun unwahrscheinlich gewordenen, weiteren Zinserhöhung sprach, darf bezweifelt werden." Volkswirte rechnen nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters mehrheitlich mit einer ersten Zinssenkung der EZB im zweiten Quartal des kommenden Jahres.
Zitat:US-Arbeitsmarktdaten im Fokus
Ein Restrisiko bleibt also, was die Beständigkeit der jüngsten Zins-Hausse anbetrifft. Denn die Notenbanker haben stets klar gestellt, dass sie "datenbezogen" entscheiden, also auf Sicht fahren. Mit dem Arbeitsmarktbericht in den USA, der morgen auf der Agenda steht, erwarten die Beteiligten ein solch wichtiges Datum. Ein klareres Bild in den USA wird sich dann auch auf die europäischen Märkte auswirken.
Konkret könnte ein zu robuster Arbeitsmarkt Zinshoffnungen erst einmal zurückdrängen. Derzeit sieht es aber nach einer von der Notenbank gewollten moderaten Abschwächung aus. "Die US-Notenbank Fed hat sicherlich keine baldigen Zinssenkungen vor, aber ihre künftigen Schritte sind von den Daten abhängig", sagte Joe Saluzzi, Manager beim Broker Themis Trading. Daher warteten die Investoren mit Spannung auf den für Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung.
Vor der Bekanntgabe der Monatsstatistik morgen hat sich die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe kaum verändert. Es habe einen leichten Zuwachs um 1.000 auf 220.000 gegeben, teilte das Arbeitsministerium heute in Washington mit. Damit wurde die Markterwartung genau getroffen.
Die Zahl der Entlassungen in den USA hat sich im November hingegen deutlich erhöht - ein Signal für eine Jobmarktabkühlung. Arbeitgeber kündigten insgesamt 45.510 Stellenstreichungen an, wie der Personaldienstleister Challenger, Gray & Christmas heute in einem Bericht mitteilte. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber Oktober um 24 Prozent.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/fin...n-102.html
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