
RE: The Big Picture - The Market-Analyse
| 26.07.2024, 11:03 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.07.2024, 12:38 von Boy Plunger.)(14.07.2024, 19:48)Kai_Eric schrieb: Ich mache mir seit nun über 30 Jahren die Mühe, anhand verschiedener Bewertungskriterien für einzelne Unternehmen gute Einstiegspunkte zu finden bzw. zu entscheiden, ob ich sie noch besitzen möchte. Wie ein Index bewertet ist, hat mich dabei noch nie interessiert.
Es ist bemerkenswert, dass du bereits über so eine Erfahrung verfügst. Deine Strategie scheint rein bewertungsorientiert zu sein.
Kannst du uns bitte erläutern, welche Kriterien du bei der Bewertung von Unternehmen heranziehst und ob du diese stets auf die gleiche Weise anwendest?
Zitat:Du hälst es selbst ja nicht anders und schlauere Jungs als ich und du, wie z.B. @Cubanpete, und die Professionellen mehrheitlich ebenso.
Die von Pete erbrachte Leistung verdient zweifellos Anerkennung. In seiner Dividendenstrategie zeigt er seit geraumer Zeit eine unterdurchschnittliche Performance im Vergleich zur Peer-Group. Die von ihm entwickelte Hot-Stock-Strategie ist beachtlich, allerdings erst seit dem Jahr 2020 in Betrieb und von der Idee aus einem Buch kopiert. Da er dabei auf kleinere Werte setzt, ist sie hinsichtlich der Performance mit der von Instis überhaupt nicht vergleichbar. In ihrer Reinform nutzen Fondsmanager und ETFs keinen Fremdkapitalhebel. Außerdem handeln die Big Boys nur sehr große Werte und damit eine hohe Marktkapitalisierung.
Unter Berücksichtigung der bei Pete erzielten Performance von 20 % (ohne Fremdkapital) lässt sich eine doppelt so gute Entwicklung im Vergleich zum S&P 500 konstatieren. Die Performance kann als adäquat bezeichnet werden, da eine Vielzahl einfacher Value-Faktor-Strategien eine +20 %-Performance aufweist. Die beste von mir genutzte einfache Value-Strategie zeichnet sich durch eine hohe Konzentration aus (long-only, ex-Fremdkapital) und weist seit dem Jahr 2000 bis 2023 eine durchschnittliche Rendite von +55,2 % p.a. auf (im Vergleich von 2000 bis 2010 von +83,2 % p.a.). Es muss berücksichtigt werden, dass die Strategie nicht unendlich skalierbar ist.
In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass Pete in der Schweiz keine Kapitalertragssteuer auf seine realisierten Aktiengewinne entrichtet. Dies führt zu einer signifikanten Veränderung des Gesamtergebnisses. Die von ihm entwickelten Strategien wurden anhand der Erfahrungen der vergangenen Jahre optimiert. In diesem Zusammenhang besteht die Gefahr einer „Überoptimierung” anhand der Vergangenheit. Die Rekonstruktion vergangener Regeln ist vergleichsweise einfach, während die Prognose künftiger Regeln mit erheblich größeren Schwierigkeiten verbunden ist. Bisher konnte kein Backtest von ihm eingesehen werden, weshalb angenommen werden muss, dass er seine Strategien ohne eigene Backtests erstellt hat und Verbesserungen manuell vornimmt.
Für Privatanleger in Deutschland vs. Schweiz (Pete) stellt die ständige Versteuerung von Gewinnen einen gravierenden Nachteil dar. Dies macht es noch lohnenswerter, den Zinseszinseffekt zu nutzen und mehr auf die Qualität der Aktien zu achten.
PS: Warren Buffett hat die letzten 20 Jahre den S&P500 deutlich underperformed. Nur 5 % der institutionellen Investoren haben den US-Markt (S&P500) die letzten 20 Jahre übertroffen. Bis auf sehr wenige sehr gute Instis (Buffett zähle ich dazu), kochen sehr viele "Experten" nur mit Wasser. Ihr "Erfolg" und Pupularität basiert häufig nicht auf eine sehr guten langfristigen Performance, sondern auf einem gutem Marketing (mir fallen in den USA direkt Cathie Wood, Jim Cramer oder gar Ray Dalio ein; hier in Deutschland so "Helden" wie Dirk Müller (Parketthändler) und Stefan Risse (n-tv), die sich als Fondsmanager "beweisen" durften und mehr als kläglich gescheitert sind. Hinzu kommt noch ein Frank Thelen, der in seinen Fonds am unterenen Ende des Feldes liegt und seine Anleger mit seinen gigantischen Performancezielen geködert hat - was ein "Löwenstatus" für eine Anziehung entfaltet...).
Grafik - Buy+Hold vs. Selling - Zinseszins vs. Negativer Steuereffekt
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