(Gestern, 08:08)Lancelot schrieb: Ein Dividendenportfolio ist vollkommener Quark für jmd der auf so langfristigen Horizonten anlegt. Versteuern und dann nochmal durch den spread zum Nachkaufen? Ist doch Unsinn. Man verzichtet da auf deutliche compounding Effekte. Als Beimischung OK. Aber nicht als zentrale Strategie.
Ich habe mir zu dem Thema reichlich Gedanken gemacht und bin auf folgende Gedanken gekommen:
- Cashflows sind wichtig für die Motivation.
- Das Aktienuniversum besteht aus 40k Titeln, darunter 1000 gute Aktien, aber nur 20-30 gute Aktien die keine Dividende zahlen. Dadurch wäre das Aktienuniversum zu stark eingeschränkt.
- Wenn ein Thesaurierer irgendwann anfängt auszuschütten, verkauft man dann und realisiert die Gewinne? Falls nicht, dann kann man auch gleich ausschüttende Unternehmen kaufen. Das erfolgreiche Firmen innerhalb von 30 Jahren irgendwann anfangen auszuschütten ist eher der Normalfall als die Ausnahme.
- Der Steuervorteil ist prozentual kleiner als man denkt. Siehe Screenshot. In Excel kann man mal ein bisschen mit den Zahlen herum spielen und selbst bei hohen Renditen kommt ein Renditeunterschied von "nur" 1% raus. In absoluten Zahlen bedeuted das natürlich einen deutlichen Unterschied, aber Prozente bleiben Prozente. Unterm Strich kann man aber sagen das der Unterschied deutlich kleiner ist als allgemein angenommen wird.
- Warum immer "Entweder/Oder" ... warum nicht auch innerhalb des Portfolios diversifizieren und auf beide Arten Aktien setzen? In einigen Phasen laufen Thesaurierer besser, in anderen Dividendenaktien.
- Es ist recht unwahrscheinlich das ich 30 Jahre lang in das gleiche Unternehmen investieren will. Aber genau das tue ich indirekt wenn ich einen Titel halte der seine Gewinne intern verarbeitet.
- Die Freibeträge werden automatisch genutzt. Beim Verkauf/Wiederkauf fallen Gebühren und Spreads an die sich speziell in der ersten Jahre vielleicht nicht lohnen.
- Viele Unternehmen gehen auf 30 Jahressicht pleite, werden übernommen, vom Markt genommen, oder sonstiges. Die Dividende entschädigt in einigen schlimmen Situationen ein bisschen.
- Wenn ich zur Rente sowieso von Dividenden leben will, dann muss ich dann auch bereit sein umzuschichten und die Gewinne zu realisieren. Also kann ich es auch gleich sofort machen.
- Auch Dividendenaktien steigen im Kurs. Was ja auch logisch ist wenn sie nicht aus der Substanz ausschütten. Es gibt also auch in der Dividendenstrategie einen Wachstumsanteil.
- Durch stetige Nachkäufe die sowieso anfallen gibt es keinen Nachteil mit den Gebühren bei Wiederanlage. Spreads sind für langfristige Anlage eh zu vernachlässigen. Wer später von Thesauriern entnehmen will muss ja auch Gebühren zahlen.
- Steuern können sich auch ändern. Vielleicht bezahlt man zukünftig eine Steuer von 50% auf realisierte Gewinne. Wer weiß das heute schon? Auf die Steuern achten ist eine Sache, aber ich lasse mir dadurch nicht meine Handelsstrategie grundlegend diktieren.
- Dividenden helfen mental dabei Aktien langfristig auch in Schlechtwetterphasen zu halten.
- Es hat viele Vorteile oder Argumente auf Dividenden zu setzen, aber nur einen einzigen nur auf Thesaurierer zu setzen.
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