
RE: Geld ist nur ein Schuldschein - Quatsch?
| 07.04.2019, 09:31 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 07.04.2019, 09:32 von cubanpete.)(07.04.2019, 08:40)Fundamentalist schrieb: ...
Um die Geldmenge zu erhöhen muss der Bäcker oder der Kunde zur Bank gehen und sich die 40 Cents für das Brötchen leihen.
Nicht ganz. Die Bargeldmenge erhöht sich natürlich nur wenn die Zentralbank was druckt. Die Geldmenge erhöht sich wenn jemand Schulden macht, ganz egal wer oder bei wem.
Der Bäcker braucht mit dem Schuldschein nicht zur Bank zu gehen; es ist wie ein Bankguthaben für ihn. Er kann damit auch in der Kneipe was zahlen wenn der Wirt Dir, dem Original Schuldner, traut.
Dieses Vertrauen ist die einzige Basis für Geld. Fällt es weg, wie es in der Vergangenheit bei jedem FIAT Geld irgendwann der Fall war, so ist das Geld auch zu nichts mehr zu gebrauchen; ich sage absichtlich nicht es ist dann wertlos, weil wertlos ist es eigentlich immer.
Es spielt also (ausser für die Messung natürlich) keine Rolle wer der Schuldner oder Gläubiger ist; die Geldmenge erhöht sich beim Schulden machen und sie verringert sich wenn diese zurück gezahlt werden. Immer. Geld ist nur Schulden!
Wenn Geld also immer nur Schulden ist und es aus dem Nichts geschaffen wird, wozu ist es dann gut? Dazu musst Du Dir eine typische Transaktion vorstellen. Es ist praktisch unmöglich zeitgleich gleichwertige Waren zu tauschen, also muss für einen Tauschhandel immer jemand dem anderen trauen. Wenn beide Teilnehmer einer Transaktion dem Kunden des Bäckers trauen dann ist es OK, man kann den Schuldschein als Pfand für die Dauer der Transaktion benutzen. Dafür müsste bimbes, der Kunde des Bäckers, aber wohl sehr bekannt (und vertrauenswürdig) sein. Darauf basiert alles Geld, auf Vertrauen.
Es könnte übrigens durchaus mal sein dass ich bimbes mehr traue als der Zentralbank. Dann würde ich lieber einen Schuldschein für ein Brötchen (nennen wir die Währung mal einen Bibro (bimbes Brot) haben als den Preis des Brötchens z.B. in Reichsmark...mit denen ich mir morgen nur noch ein paar Brösel kaufen kann.
Aendert nichts an der Tatsache mit Umkehrschluss: Geld ist immer Schulden, Schulden sind immer Geld.