
RE: Mobilität im Wandel
| 23.04.2019, 09:54 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.04.2019, 10:07 von Lancelot.)(23.04.2019, 07:18)Skeptiker schrieb:(23.04.2019, 07:04)Lancelot schrieb: Na ja, deine persönliche Wahrnehmung in allen Ehren, aber die Tatsache, daß du nix davon mitbekommen hast, bedeutet nunmal nicht, dass das Internet keine massive staatlich subventionierte Geschichte gewesen ist. Den "proof of concept" plus die ersten zwei bis drei funktionsfähigen Iterationen davon sind einfach KOMPLETT staatlich finanziert gewesen.
Das Internet selbst ist AFAIK aus einer Militärforschung hervorgegangen. Das stimmt.
Man kann jetzt aber sinnvoll einwenden, dass unabhängig davon auch schon Versuche gemacht wurden, Computer zu vernetzen. Zum Beispiel in Form der Mailboxen usw.
Es hätte nicht zwangsläufig zu so etwas wie einem massentauglichen Internet kommen müssen, es hätte aber auch nicht zur Dampfmaschine mit ihren diversen Anwendungen kommen müssen.
Lancelot schrieb:Keine massive Änderung in einem nationalen oder gar globalen Mobilitätskonzept hat "ohen Staat" eine Chance.
Das mag korrekt sein. Das Problem ist nur, wenn der Staat einseitig und massiv eine bestimmte Technologie fördert, was passiert, wenn sich eine andere durchsetzt?
Anfang des 20. Jahrhunderts gab es auch schon Elektroautos, auch solche, die von Dampfkraft betrieben wurden. Der Benziner hat sich langfristig durchgesetzt, aber doch nicht, weil eine Regierung sich dazu entschieden hätte.
Lancelot schrieb:Ich sage nicht dass das schlecht war (ich denke das war super), aber es war nunmal ebenfalls massiv staatlich subeventioniert.
Das ist in der Tat ein Punkt für dich. Jetzt müsste man überlegen, was daraus folgt...
Hi, da hast du natürlich recht. Eine "empirische" Betrachtung der Vergangenheit ist da nur bedingt nützlich. Kein Mensch weiss wann wo und wie ein Internet ohne staatliche Förderung entstanden wäre...vielleicht wäre es etwas später gekommen aber heute besser und schneller wenn das Militär/Akademie die Finger davon gelassen hätte?
Und ich will die staatliche Intervention hier nicht beurteilen. Wie du sagst, ist stumpfsinniges fördern gewisser Technologien (meist ja auch gepushed durch irgend eine industrielle und/oder akademische Lobby) wahrscheinlich auch suboptimal. Vielleicht hätten wir vernünftige Atomreaktoren mit nachhaltigen Müllverarbeitungskonzepten wenn man da nicht Reaktortechnologien durch Forschungsbudget festgeklopft hätte?
Mein Punkt war eher: eine grundsätzliche Ablehnung staatlicher Förderung finde ich blauäugig. Insbesondere bei Anwendungen die massive Infrastruktur und Grundlagenforschung voraussetzen.
Gute Punkte Skeptiker...machst deinem Namen alle Ehre:).
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Forum-Besserwisser und Wissenschafts-Faschist