
RE: Mobilität im Wandel
| 26.04.2019, 20:59 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26.04.2019, 21:03 von Skeptiker.)(26.04.2019, 19:21)saphir schrieb: Sondern so, dass das Auto dabei Geld verdient, sobald es am Netz hängt. Je nach Netzbedarf halt unterschiedlich viel. Auf die Lebenszeit geht es nicht, denn deren "Abnutzung" hängt vom Ladezustand und Umladegeschwindigkeit ab, bzw. der dabei in der Batterie entstehende Temperatur. Bei sinnvoller Pufferlogik verschleißt die Batterie dabei nahezu überhaupt nicht.
1. Selbst wenn die Batterie "nahezu überhaupt nicht verschleißt" ist das ein Verlust, den ich mache. Das muss sich in der Bilanz also irgendwie Auswirken. Entweder indem ich das durch die Prämie dafür, mein Auto als Speicher zur Verfügung zu stellen bezahlt bekomme (eine Plus in der Bilanz) oder eben als eine Art Mikrokredit. Dann bekomme ich das Geld sofort und muss es dann später "mit Zinsen" in Form einer neuen Batterie zurückzahlen. Selbst wenn wir jetzt mal vom zweiten Szenario ausgehen, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass sich Leute finden, die lieber einen gewissen Betrag pro Woche haben als eine Batterie, die dann 1,5 Jahre länger hält. Selbst wenn diese Rechnung dann negativ für sie sein sollte. Konsumentenkredit eben.
(Ich sehe schon die Anleitungen im Internet, wie man diese Abnutzung angeblich vermeidet und die viele Leute, die das damit versuchen.)
2. Die Pufferlogistik dürfte auch Strom verbrauchen und Rohstoffe und Arbeit bei der Herstellung. Die Frage nach der Öko-Bilanz ist damit unbeantwortet.
saphir schrieb:Eine zeitliche Entkopplung zwischen Erzeugung/Verbrauch von Energie/Strom durch Speicher ist eine langfristig absolut geniale Sache, da bin ich mir vollkommen sicher. Ohne diese Möglichkeit wäre unser Geldsystem z.B. unmöglich.
Ich glaube zu verstehen, worauf du hinaus willst. Du meinst, dass die Energie quasi nicht "Warenmäßig" genug ist, stimmts?
Kannst du das näher ausführen?
saphir schrieb:Wie das sein kann, dass sich ausgerechnet ein Ökonom dagegen stemmt, ist für mich nicht mit sachlichen Gründen erklärbar.
Auf die Gefahr hin, zu den "Kochenden" gezählt zu werden (in der Tat, ich koche mit Strom, btw), sehe ich das doch ein wenig anders. In Deutschland herrscht momentan bei bestimmten Projekten wie der Energiewende ein gewaltiger Optimismus. In einigen Bereichen scheint ein Zweifel schon fast als eine Art Verrat.
In diesem Umfeld scheint es mir sehr wichtig zu sein, dass einige Experten wortmächtig und faktenbasiert dagegen argumentieren. Quasi ein Advocatus Diaboli, der eine rationale Diskussion erzwingt.
Und die Argumente von Hrn. Sinn scheinen mir rational nachvollziehbar zu sein. Man muss sie vielleicht nicht unbedingt teilen, aber sie sind nicht unerklärlich.