
RE: Ist das liebe Öl bald alle?
| 22.07.2019, 21:30 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.07.2019, 21:41 von Ste Fan.)(22.07.2019, 19:38)Kaietan schrieb: Jaja, und weil du eh irgendwann mal sterben musst, kannst du auch gleich aus dem Fenster springen...
Ich verstehe diese Art der Diskussion nicht. Entweder man glaubt nicht an einen Zusammenhang zwischen steigender CO2 Konzentration und Temperaturanstieg oder man glaubt dran. In beiden Fällen macht es wenig Sinn Kohlekraftwerke in Bangladesh als Argument heranzuziehen, um zu belegen, dass man eh nix tun kann.
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Ich will damit nicht sagen, dass es diesen Zusammenhang beim CO2 und dem Temperaturanstieg definitiv geben muss. Kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen. Aber wenn es ihn gibt, bzw. man davon überzeugt ist, zieht das Argument, man könne eh nichts machen, sicherlich nicht. Dann geht es doch wohl eher darum, technische Lösungen zu suchen und Wege, wie man die global effizient nutzen kann.
Ich treffe hier keine Aussage zum Thema Klimawandel menschengemacht oder nicht. Ich bekunde meine Meinung zu den Rahmenbedingungen und zu dem was meiner Meinung nach in der Diskussion falsch laeuft/unrealistisch ist.
Alle - speziell aber Wissenschaftler - sollten bei einem Problem unvoreingenommen alle moeglichen Ursachen untersuchen, Loesungsansaetze ausarbeiten and dann aufgrund realistischer Annahmen einen moeglichen Loesungsansatz in die Diskussion bringen. Auch mit dem Risiko den gesellschaftlichen Konsens kritisch hinterfragen zu muessen.
Bangladesh - weil schon genannt - ist fuer mich eigentlich ein gutes Beispiel an dem sich allgemein zeigen laesst wie "unwissenschaftlich" die wissenschaftliche Diskussion verlaeuft.
Ein armes Land, 160 Mio Einwohner, leidet extrem unter Klimawadel durch steigenden Meeresspiegel und dem Land muss daher geholfen werden. Dies ist wohl internationaler Konsens wenn man die Zahlungen der Weltbank and anderer Organisationen/Staaten betrachtet. Der Klimawandel ist demnach das Problem, die Ursache wohl der CO2 Ausstoss - die Schuldigen kennt man ja.
Fakt ist aber auch dass das Land einen extremen Bevoelkerungszuwachs erfahren hat. Dieser hat u.A. folgende Auswirkungen:
- Besiedlungsflaechen werden ausgedehnt, aus Platzmangel werden ungeignetet Flaechen besiedelt die seit jeher ueberschwemmungsgefaehrdet waren. Ueberschwemmung durch Klimawandel alleine?
- Die Bevoelkerung Dhakas (Haupstadt) hat sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht mit der Folge eines stark zunehmenden Frischwasserbedarfs. Der Bedarf wird durch Grundwasser gedeckt - die Entnahme aus den Grundwasserspeichern uebersteigt die natuerliche Regeneration bei Weitem. Ueber die letzten 50 Jahre ist der Grundwasserspiegel daher um bis zu 70m gefallen, was nicht unerhebliche grossflaechige Setzungen mit sich bringt - das bedeutet dass sich die gesamte Stadt relativ zum Meerespiegel senkt.
Die Frage welche Probleme durch "internationalen" Klimawandel verursacht werden und welche hausgemacht sind wird in der wissenschaftlichen Diskussion nicht beantwortet. Sind sich die Wissenschaftler welche Modelle bez. den Ueberschwemmungen in Bangladesh (und anderstwo) erstellen solcher Zusammenhaenge ueberhaupt bewusst? Ursache-Wirkung Beziehung?
Und ich halte die Kohlekraftwerke uebrigens fuer ein sehr gutes Argument in zweierlei Hinsicht:
Einerseits werden die Folgen von CO2 Emissionen fuer die problematische Lage des Landes verantwortlich gemacht und dem Land Hilfe gewaehrt. Das Land selbst erhaelt Hilfen - und investiert in eine Technik die nach wissenschaftlichem Verstaendnis eine Ursache des Problems darstellt....
Zweitens zeigt es dass das Opfer welches Menschen z.B. in Deutschland erbringen (Wohlstandsverlust durch hoehere Energiepreise bei der Energiewende) bei einem Alleingang auf globaler Ebene wirklich keine Bedeutung hat.
Entwicklungslaender sind in einer komplett anderen Situation was die Prioritaeten der Menschen angeht. Die Hauptprioritaet ist steigender Wohlstand, Umweltschutz spielt in dieser Phase eine sekundaere Rolle. Fuer die deutschen Befindlichkeiten und Vorschlaege werden die Menschen daher nicht wirklich empfaenglich sein.
Mach doch mal einen Vorschlag welche technischen Loesungen realistischer Weise zum jetzigen Zeitpunkt eine globale Problemloesung darstellen und auch global umsetzbar (Ressourcen, Technologie) sind? Also keine Nischenloesungen...