(19.07.2019, 01:16)jf2 schrieb: Berücksichtigen kann man das sehr wohl, die Frage ist zu welchem Ergebnis Du bei der Berücksichtigung kommst, also ob Du die Klimaforscher die da was falsches veröffentlicht haben als bestimmend in der Debatte betrachtest oder als eine Minderheit.
Welche Debatte?
Das meine ich ernst. Geht es um die Debatte innerhalb der Fachwissenschaft oder um die Debatte in der Öffentlichkeit? Ich habe den Eindruck, dass diese beiden Felder keine völlige Übereinstimmung aufweisen.
(19.07.2019, 11:16)Kaietan schrieb: Kann man so sehen. In den USA dürfte es unter der aktuellen Führung jedoch sicher jede Menge Forschungsgelder für derartige Arbeiten geben, wenn man versucht andere Theorien zu erforschen!
Das kann so sein oder nicht.
Der Präsident in den USA legt nicht allein das Budget fest und er ist auch nicht der Chef sämtlicher Universitäten oder Bundesstaaten.

Kaietan schrieb:Ich halte mich nicht für qualifiziert, das zu bewerten. Deswegen halte ich mich bei dieser Diskussion zurück.
Das ist grundsätzlich nobel, aber du kannst dich nicht aus der politischen Diskussion heraushalten.
Das ist das Problem. Hier wird auch um deine Zukunft gestritten.
Kaietan schrieb:Als Investor fände ich es durchaus reizvoll, wenn mit klimapolitischen Maßnahmen ganz neue Bereiche der Wirtschaft in den Vordergrund treten. Änderungen ergeben doch immer auch neue Chancen (Geld zu verdienen).
Ich glaube, wir stehen hier teilweise auf der selben Seite.
(20.07.2019, 11:37)muchmoney schrieb: Das grundsätzliche Problem bei ALLEN Themen ist, dass heutzutage durch soziale Medien und Netzwerke so ziemlich jeder irgend etwas posten kann, am besten etwas das halbwissenschaftlich/pseudowissenschaftlich klingt sowie Angst macht damit möglichst viele uninformierte aber gutgläubige Menschen das glauben. Nur die wenigsten Menschen forschen aber nach ob das auch wirklich stimmt was einem da kredenzt wird, sondern es wird wie wild drauf los geteilt und die "Fake news" oder "alternative facts" verbreiten sich wie Unkraut. <snip>
Nein, dem ist nicht so.
Das ist ein verständliches Fehlurteil und basiert auf einer zwangsläufig selektiven Wahrnehmung.
Vor dem Internet gab es bereits Falschmeldungen und Unwahrheiten, die sich verbreitet haben. Die hatten nur andere Übertragungswege.
Kurz gefragt:
- Wer holt sich aus der Bibliothek oder gar aus dem Archiv schon alte Artikel von Zeitungen und forscht deren Wahrheitsgehalt nach?
- Wer hat die Sachen noch präsent im Kopf, die um das Jahr 2000 herum diskutiert wurden in den Massenmedien?
- Wer, außer ein paar Historiker, weiß wie viele Halbwahrheiten im 19. Jahrhundert die Runde machten?
Nehmen wir allein das Wort "alternative facts". Das hat sich in der Tat wie Unkraut verbreitet und meint ganz einfach politische Lügen oder Lügenpropaganda. Das ist aber viel älter. Orwell hat seine Satire nicht umsonst so geschrieben, das war genau das, was er parodiert hat.
In der Politik richtet sich die Wahrheit manchmal nach der Opportunität.
"Fake News" ist ebenfalls nur ein neues Wort. Früher nannte man das eben "Zeitungsente" usw.
Es gab vor den Internet einen Markt für Bücher und (einige!) Zeitschriften, die ebenfalls als wenig seriös angesehen werden, wie der gesamte Esoterik-Bereich, Verschwörungstheorien usw.
Was das Internet geändert hat, ist nur, dass solche Inhalte leichter für größere Massen zugänglich sind. Deswegen entsteht der Eindruck, das es mehr geworden sind. Allerdings gilt der leichtere Zugang auch für wissenschaftliche Arbeiten, alte Bücher und dergleichen mehr. Es ist in der Verantwortung der Leser, das Gute vom Schlechten zu unterscheiden.