(12.08.2019, 15:06)cubanpete schrieb:
Eine Frage die man nur mit ja beantworten könnte wenn sie orthographisch korrekt gestellt wäre.
Ein Geschäftsbericht beschreibt was passiert ist in sehr vereinfachten und vor allem beeinflussbaren Zahlen. Es gibt einige Zahlen die ziemlich sicher korrekt sind (leider auch die nicht immer) und andere die komplett willkürlich sind.
Du musst wissen was genau passiert ist und wie die Zahlen zustande kamen wenn Du eine Unternehmensbewertung nach Graham machen willst.
Der "Markt" macht das nicht. Er ist ein sich selbst beeinflussendes Dilemma, eine Wette auf die Zukunft. Je mehr Leute auf eine gute Zukunft wetten desto teurer wird die Wette. Und desto mehr entfernt sich der Preis einer Aktie vom "Wert" der Firma.
Aber sind teure Wetten wirklich so viel schlechter als billige? Im Sport bin ich mir da nicht ganz sicher, bei den Aktienbewertungen bin ich mir absolut sicher: teure Wetten sind besser wenn man alles andere auch berücksichtigt.
Ich bin mir sicher, dass ornithologisch auch nicht alles in Ordnung ist

Teure Gebrauchtbücherpreise sind i.d.R. auch eher ein gutes Zeichen. Und dennoch wird man sich im allgemeinen nicht nur darauf verlassen. Eigentlich informiert man sich erst über das Buch und nimmt den Preis dann als weiteres Kriterium.
Also aus einer Unterbewertung automatisch auf eine gute Kaufgelegenheit zu schließen, sollte man sich sicherlich auch genauer überlegen.
Es kann also beides verkehrt (oder richtig) sein. In Indizes bekommen hoch bewertete Aktien normalerweise ein höheres Gewicht und da die langfristig steigen, kann das nicht völlig verkehrt sein. Das muss man erst mal schlagen.
Was mich wundert ist einfach, das nicht als erstes eine zumindest überschlägige Wertbestimmung steht. Ob nach Graham kann ich nicht sagen da nicht gelesen, aber ich vermute die ist noch mehr vereinfacht als überschlägig.
Ich wundere mich wieso eine Frage in dieser Richtung immer recht schnell abgewürgt wird. Nach dem Motto geht sowieso nicht, braucht man nicht, macht keinen Sinn.
Also als Beispiel: Ich kaufe mir ein Paar Fahrradhandschuhe. Zuerst weiß ich gar nichts, nur die Preise bei Amazon. Dann informiere ich mich, komme auf Handpolster die wichtig wegen dem Karpaltunnelsyndrom sind, Belüftung, Nahtqualität, Waschbarkeit. Dann schaue ich welche Informationen ich dazu bekommen kann, dann auf den Preis und dann entscheide ich.
Warum sehen wir hier fast nie Diskussionen zu: Welche Daten aus dem Finanzbericht sind halbwegs verlässlich, welche Zinssätze nehme ich zum Abzinsen, welche Risiken setze ich an. Mir selbst fehlen statistische Informationen dazu, das ist fast mein größtes Problem. Auch ob das mit der Überschlagerei tatsächlich Sinn macht.
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Kinder wollen nicht wie Fässer gefüllt, sondern wie Fackeln entzündet werden.