(14.02.2020, 10:28)cubanpete schrieb: Es gibt empirische Studien die belegen dass die Performance der Aktienanlagen eine umgekehrte Korrelation zur Handelshäufigkeit hat. Sämtliche US Broker Konti wurden untersucht, wer wenig handelt verdient mehr. "Hin und her macht Taschen leer" stimmt also.
Leuchtet zu 100% ein, voll meine Meinung.
Zitat:ETF schützen Dich nicht davor: sie müssen ja mindestens vier Mal im Jahr umschichten und dazu noch die Trades der Besitzer nachbilden.
Dieses Argument ist mir völlig unverständlich. Die Kosten des Umschichtens zahlst Du als ETF-Anleger natürlich (so um 0,5%, was sensationell wenig ist für Produkte, die rechtlich Fonds sind - vergleiche das mal mit den so genannt aktiv gemanagten Fonds der Banken: Dort hast Du nämlich mindestens viermal höhere Kosten, dafür ist die Performance meistens tiefer als die indexnaher Anlagen!).
Zitat:ETF unterstützen die Blasenbildung indem die meisten von ihnen das Marktkapital als wichtigste Kennzahl nutzen: steigt dieses werden mehr Aktien gekauft wodurch das Marktkapital weiter steigt.
Diesen Zusammenhang verstehe ich so schlicht nicht. ETFs sind dann erfolgreich, wenn viele Anleger sie kaufen. Das ist alles. Wenn Du (nur) sagen willst, dass steigende Kurse tendenziell die Kurse noch weiter antreiben (wegen dem Erfolg nämlich), dann hast Du sicher Recht, aber die Aussage ist furchtbar trivial: Sie gilt nämlich schlicht für alles, worin Du Dein Geld anlegen kannst.
Zitat:Ein Platzen haben wir bis jetzt (mit dieser Menge von existierenden passiven ETF) noch nie gesehen, aber ich denke das wird ein Desaster...
Daran ist etwas richtig und etwas völlig unplausibel. Das Richtige: Empirie vor Theorie. Beim letzten echten Börsencrash, 2008, waren ETFs ein Randphänomen in den USA. Wir werden ja sehen. Das Unplausible: Crashs beruhen immer gerade auch darauf, dass Anleger kaskadenartig verkaufen. Was soll bei ETFs anders sein als bei Einzeltitel? Nichts. Ich haue noch eins drauf: ETF-Anleger sind prinzipiell langfristiger orientiert als Investoren in Einzeltitel (nur prinzipiell, nur statistisch gesehen - wie es dann wirklich ist, wird die Realität zeigen, völlig klar). Ich sehe unterm Strich überhaupt kein crashförderndes Element bei ETFs, eher noch ein crashhemmendes.
Zitat:Ich weiss nicht genau was die nächste Krise auslösen wird, vielleicht ein 80-jähriger Kommunist an der Macht in den USA, aber sie dürfte auf Grund der "automatisch zittrigen Hände" der ETF sehr heftig werden.
Ich sehe keine Hände, die wegen ETFs mehr "zittern" als bei Einzeltitel. Eher umgekehrt.
Lg X.
P.S.: Ich lese Deine Posts gerne, auch wenn ich nicht alles gleich sehe.