(20.02.2020, 10:18)Kaietan schrieb: An die langen Kanten muss man sich meiner Meinung nach heranrobben. So aus dem Stehgreif hätte ich die nie drauf gehabt. 20 Km gehen immer, aber nördlich von 25 wurde es zum Teil bitter. Ich habe dann aus dem Grundlagentraining heraus den 20er immer um 2 Km pro Woche verlängert. Sozusagen war das das Training, um fit für die eigentliche Vorbereitung zu werden. Aber ich hatte im Gegensatz zu dir immer eine ganz ordentliche Grundschnelligkeit, die ich aber nicht wirklich optimal auf die langen Distanzen rüberretten konnte. Mag sein, dass deswegen die langen Läufe und Umfänge in meinem Fall wirklich viel gebracht haben. Daher ja: Viele Wege führe nach Rom und jeder hat da vermutlich einen anderen, für ihn optimalen Ansatz.
Ein Halbmarathon ist sicher eine gute Sache. Dann hast du eine Idee, in welche Richtung es aktuell bei einem Marathon überhaupt gehen könnte. Ehrlich gesagt, ist ein Halber eh der schönere Wettkampf. Die kürzeren Distanzen sind nichts als Tempoknüppelei und wenn es im Wettkampf über die 35 bis 40 Km hinausgeht führt man in der Regel andere Kämpfe. Nur beim Halbmarathon hatte ich häufiger mal das Gefühl, dass die Nummer vom Anfang bis zum Ende wirklich rund lief.
Bei mir war immer die Faustregel: 4 lange Läufe um/über 30km reichen. Wenn ich gemerkt habe, dass ich am Ende dieser langen Läufe nicht mehr ungeduldig war, wusste ich, dass ich gut vorbereitet war.
Das mit der Grundschnelligkeit ist natürlich sehr relativ. Auf 10km bin ich ganz früher auf knapp unter 33 Minuten gekommen. Jetzt, 30 Jahre später, bin ich bei knapp über 37 Minuten, allerdings auch mit viel weniger Training. Wahrscheinlich wäre es sehr schwierig, mit meiner momentanen Grundlage dieses Tempo einigermassen auf Marathon umzusetzen (ich würde es erst gar nicht versuchen, sondern vllt auf 3:05 oder 3:10 anlaufen).