(14.03.2020, 09:46)fahri schrieb: Wieder etwas was ich von 2001/2002 noch kenne - wir hatten damals auch ein eigenes Forum,
genau solche und andere Aussagen kamen immer wieder und dann eben auch leider verbunden mit
der Aufnahme von Krediten um vom nun ja startenden Bullenmarkt wieder zu profitieren.
Nochmals ganz eindrücklich von meiner Seite - ICH FÜR MEINEN TEIL würde niemals Aktien auf Kredit
kaufen, never - ever, der Markt kann noch weitere 5 Jahre jedes Jahr 10 % verlieren, das mag heute
total utopisch klingen nach der langen Aufwärtsphase, aber ich bleibe dabei - Geld auf das man verzichten
kann, darf gerne jetzt in die Märkte, Geld was zu einem Zeitpunkt X wieder zurück geführt werden muss
würde ich niemals in einen Aktienmarkt packen.
Ich weiss das das nicht sonderlich populär ist, ich kenne aber in der Tat Menschen die im Alter jetzt das von
dir zitierte trockene Brot essen müssen.
Ich sag es mal wie es ist - immer aus meiner bescheidenen Sicht - das ist Gier die Menschen zu solchen
Dingen greifen lassen und Gier war noch nie ein guter Börsenberater
Danke für deine Sicht der Dinge - es ist immer auch mal gut eine andere Seite zu hören um mal in Ruhe drüber nachzudenken. Und das meine ich ganz Ernst.

Defacto habe ich bis auf drei Monatssparraten noch keine Schulden aufgenommen, und solange sich die Kurse nicht noch sehr deutlich Richtung Süden bewegen habe ich das auch nicht vor. Sollten wir uns irgendwo auf diesem Niveau weiter bewegen bleibts bei den monatlichen Sparbeiträgen und Divi-Wiederanlagen. Auch ich bin der Überzeugung, dass wir den Teil mit Gewinnwarnungen, Quarantänen und ggf. auch Firmenpleiten erst noch vor uns haben werden. Auf der anderen Seite (so glaube ich zumindest) ist jetzt auch schon sehr viel eingepreist, vielleicht sogar noch mehr als notwendig. Viele Läden schliessen derzeit, der Umsatz bleibt aus. Das heisst aber nicht das die Kunden Ihre Käufe nicht nach Rückkehr der Normalität nachholen werden und die Verluste zumindest zum Teil kompensieren könnten.
Meiner bescheidenen Meinung nach haben die Regierungen und Notenbanken dieser Welt gar keine andere Wahl als die Märkte (mal wieder) mit Geld zu fluten. Sie verschieben das eigentliche Problem dadurch zwar vielleicht nur, aber niemand wird ein zweites 1929 riskieren wollen. Und darauf baue ich. Schon jetzt gibt unsere Regierung die schwarze Null auf, spricht von ungedeckten Krediten, verabschiedet in Windeseile Gesetze (vereinfachtes Kurzarbeitergeld) und wer weiss was noch kommt. Andere Länder werden das nicht anders machen. Das führt möglicherweise irgendwann zu nachgelagerten Problemen, aber wer weiss das schon - ich auf jeden Fall nicht. Die Schuldenkrise lösen wir so wahrscheinlich nicht.
Da nun eh alle öffentlichen Einrichtungen zu sind und auch meine Kids die kommenden fünf Wochen zuhause hocken werden (für mich bedeutet das wahrscheinlich auch bald Homeoffice) hab ich zumindest Zeit mir ein wenig Gedanken zu machen was ich wann kaufen möchte. Im Gegensatz zu vielen anderen hier verfolge ich keine klare, geschriebene Strategie, was bestimmt nicht optimal ist. Wobei "Kaufen wenn es billiger wird" zumindest was ähnliches wie eine Strategie sein wird. Was ich jetzt kaufe erhöht meinen monatlichen Geldeingang in der Zukunft, jetzt gerade teils um 30-50% mehr als noch vor zwei Wochen. Ich glaube nicht daran das meine Dickschiffe im Depot so einfach Dividenden kürzen werden. Bei dem billigen Geld momentan werde diese lieber Schulden machen um diese weiter zu bezahlen und diese wieder abzahlen wenn die Umsätze wieder besser sind (zumindest die Amis).
Wie gesagt - Danke für deinen Input. Vor allem da du die Dot-Com Bubble ja anscheinend schon erlebt hast (ich war damals noch weit von der Börse entfernt). Ich werde mir meine Gedanken machen. Wobei ich grundsätzlich wohl nicht davon abrücken werde - ich habe eben keinen Plan B. Das da ordentlich Risiko dabei ist weiss ich. Aber ich nutze auch keine extremen Hebel, sprich ich werde keine Schulden machen die ich nicht auch wieder in einem gewissen Zeitraum abzahlen kann. Ich hatte meine Insolvenz schon, brauche das nicht nochmal. Ich investiere aber hier auch nicht in einen Bullenmarkt hinein, sondern in bereits stark gefallene Kurse und auch (fast) nur in große Unternehmen die schon Krisen überstanden haben. Warum sollte ich nicht daran glauben können das diese auch das hier überstehen werden?
Beste Grüße