
RE: Erkenntnisse & Lehren seit 23. März 2020
| 12.08.2020, 15:52 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 12.08.2020, 15:56 von Tarkus.)
Mir ist an meinem eigenen Anlegeverhalten aufgefallen, wie schwierig 'market timing' in Wirklichkeit ist. Als träger DGI-Investor (sofern man sich so bezeichnen darf, wenn man sonst keine Ahnung hat) kaufe ich selten und verkaufe nie. Als die Märkte purzelten, war eigentlich 'meine Gelegenheit'. Eigentlich. Geld lag schon lange bereit, und in der Abwärtsphase kaufte ich nach. Aber - im Nachhinein betrachtet - viel zu wenig. Der Absturz kam so schnell, dass schon einen Tag später wieder 10, 20 oder mehr Prozent weniger zu bezahlen waren für das gleiche Paket. Genau am Umschlagpunkt habe ich natürlich nicht gekauft (wie wohl die wenigsten), da ich mit dem nächsten Paket warten wollte.
Und dann kam die Aufwärts-Phase. Die Phase, in der einem die eigene Psyche einen Streich spielt, und man doch nicht anders kann, obwohl man es schon ahnt, dass es ein Fehler wird. Die Kurse stiegen wieder, und 'deshalb' kaufte ich nicht weiter nach. Männchen auf der rechten Schulter sagt: "So gute Kurse wirst Du lange nicht mehr sehen." Männchen auf der linken Schulter sagt "Ach was, 'dead cat bounce', das geht noch mal richtig in den Keller. Warte mal, was in Amerika passiert." Aktuell hatte die eine Seite recht, aber das Thema ist (zumindest in meinen Augen) noch nicht durch.
Direktes Beispiel war Caterpillar. Wollte ich schon immer im Depot haben, aber eine Dividendenrendite von unter 3 % war mir zu wenig (Kurse im Oktober ca. 120€ - zu teuer, Nov-Dez über 130 - viel zu teuer). Dann Ende Februar fällt die 120, paar Tag später die 110, super. Noch 2 Tage später die 90, aha. Dann am 23. März die 85. Schockstarre. OK, jetzt aber. Oder rauscht jetzt alles ab? Ins Forum geschaut - allgemeine Verunsicherung, jeder meint was anderes. Meine Order schreiben wollen - Peng Kurs auf 90, 95, 100, paar Tage später schon wieder fast 120. Seit dem schaue ich hinterher.
Das Depot lebt sehr gut ohne CAT, geht auch so. Keine Frage. Aber man ärgert sich, weil man es doch 'selbst in der Hand hatte'.
Genau so ging es mit ein paar anderen Positionen (KMB, IBM, ...), die ich schon länger beobachte. Worüber man sich seltsamerweise kaum ärgert, sind die enormen 'Buchverluste' (da nie realisiert), und die darauf folgenden 'virtuellen Gewinne', da die aktuellen Depot-Positionen weder verkauft noch wieder eingekauft wurden (diese Voraussicht hätte ich sowieso nie gehabt). Dass die Dividenden weiterhin auf dem Giro eingingen und noch immer eingehen, war natürlich eine willkommene Bestätigung der eingeschlagenen Divi-Strategie. Bis auf BP, aber das reisst es nicht raus, und ich bleib auch da drin.
Sicher nicht repräsentativ für das Forum hier, aber das waren nun mal meine 'Erkenntnisse'.
Und dann kam die Aufwärts-Phase. Die Phase, in der einem die eigene Psyche einen Streich spielt, und man doch nicht anders kann, obwohl man es schon ahnt, dass es ein Fehler wird. Die Kurse stiegen wieder, und 'deshalb' kaufte ich nicht weiter nach. Männchen auf der rechten Schulter sagt: "So gute Kurse wirst Du lange nicht mehr sehen." Männchen auf der linken Schulter sagt "Ach was, 'dead cat bounce', das geht noch mal richtig in den Keller. Warte mal, was in Amerika passiert." Aktuell hatte die eine Seite recht, aber das Thema ist (zumindest in meinen Augen) noch nicht durch.
Direktes Beispiel war Caterpillar. Wollte ich schon immer im Depot haben, aber eine Dividendenrendite von unter 3 % war mir zu wenig (Kurse im Oktober ca. 120€ - zu teuer, Nov-Dez über 130 - viel zu teuer). Dann Ende Februar fällt die 120, paar Tag später die 110, super. Noch 2 Tage später die 90, aha. Dann am 23. März die 85. Schockstarre. OK, jetzt aber. Oder rauscht jetzt alles ab? Ins Forum geschaut - allgemeine Verunsicherung, jeder meint was anderes. Meine Order schreiben wollen - Peng Kurs auf 90, 95, 100, paar Tage später schon wieder fast 120. Seit dem schaue ich hinterher.
Das Depot lebt sehr gut ohne CAT, geht auch so. Keine Frage. Aber man ärgert sich, weil man es doch 'selbst in der Hand hatte'.
Genau so ging es mit ein paar anderen Positionen (KMB, IBM, ...), die ich schon länger beobachte. Worüber man sich seltsamerweise kaum ärgert, sind die enormen 'Buchverluste' (da nie realisiert), und die darauf folgenden 'virtuellen Gewinne', da die aktuellen Depot-Positionen weder verkauft noch wieder eingekauft wurden (diese Voraussicht hätte ich sowieso nie gehabt). Dass die Dividenden weiterhin auf dem Giro eingingen und noch immer eingehen, war natürlich eine willkommene Bestätigung der eingeschlagenen Divi-Strategie. Bis auf BP, aber das reisst es nicht raus, und ich bleib auch da drin.
Sicher nicht repräsentativ für das Forum hier, aber das waren nun mal meine 'Erkenntnisse'.