
RE: wie soll ein 18 Jähriger anlegen ?
| 27.08.2020, 13:18 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 27.08.2020, 13:25 von SimpleSwing.)(27.08.2020, 11:48)fahri schrieb: Ist ja wirklich nett - das meine ich ernst - das man solche Ideen hat, aber das geht einfach
komplett an dem vorbei worum es hier in diesem Thread geht.
Ich kann doch nicht mit meiner Sicht als Erwachsener - im Leben stehend - sagen wenn 500 € weg sind, sind sie eben weg.....klar
sind das für mich Peanuts, aber für jemanden in der Lernphase ist das ganz schön viel Geld als Schüler.
...
Das sehe ich genauso und natürlich will ich nicht die Summe (die sich wie du richtig sagst aus der Sicht des Jungen groß anfühlt) kleinreden oder "einfach so riskieren".
Du musst aber auch sehen, dass du ja wenn du es als "Schule für zukünftiges Investieren" ansiehst möglichst viele Szenarien abbilden können solltest.
Wenn du die 500 Euro in einen ETF steckst und diesen zukünftig besparst, dann kann es sein, dass dieser mit dem Aktienmarkt noch sagen wir 10 Jahre nur nach oben läuft.
Dann hat er gelernt "immer alles in den ETF/Aktienmarkt", geht immer nach oben.
Ein riskanteres Investment wie zum Beispiel oder gerade Bitcoin hätte dir bei wenig Kosten (500 Euro Risiko) in den letzten Jahren Boom- und Bustcycle vor Augen geführt, über die man hätte super sprechen können.
Von 1000 auf 20000 (und warum man dort nicht mehr all-in geht), zurück auf 3500 und warum man dort vielleicht eher nachkauft als zu verkaufen. Alles analog zu dem, was in einem Aktienmarkt passieren kann und was man am eigenen Leib mit Geld im Feuer besser schon mal erlebt haben sollte, denn in der Theorie ist es alles immer ganz einfach.
Auch bin ich lieber mal durch die Situation gegangen, dass sich ein Wert ver-x-facht hat, bevor er völlig in sich zusammen gefallen ist, weil das den gleichen Lerneffekt hat, wie die Hand auf der Herdplatte. Du musst Gier und Angst im Investment auch einfach mal erlebt haben und wo soll das besser laufen als in einem Umfeld mit begrenztem Risiko und der Möglichkeit für ihn mit dir darüber reden zu können.
Ach so und eins ist für mich auch klar, wenn das mein Sohn wäre und er sich schon bereit erklärt so "erwachsen und vernünftig" zu sein und das Geld zu investieren, dann wären die 500 Euro nie wirklich im Risiko. Die würde ich parallel ohne es ihm zu sagen im monatlich bespartem ETF anlegen. Sollte dann in meinem Beispiel die Bitcoin-Lehrgeschichte schief gehen, dann muss er sich da keine Gedanken machen, das ersetze ich ihm dann schon, aber das Gefühl des Totalverlusts der Position darf er trotzdem ruhig erleben. Dann ist eine Situation wie Wirecard in 20 Jahren wenigstens nicht die erste solche Erfahrung.
__________________
Zitat:“In trading you have to be defensive and aggressive at the same time. If you are not aggressive, you are not going to make money, and if you are not defensive, you are not going to keep money.” - Ray Dalio