
RE: Wunsch nach Kaufkursen? Sind da. Und nun?
| 17.04.2021, 13:52 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17.04.2021, 14:00 von Lancelot.)(09.04.2021, 19:12)DalaiLamer schrieb: Ich habe mir jetzt mal aus Neugier die Mühe gemacht und den kompletten Thread mal zumindest überflogen... Im Nachhinein teils schon recht lustig was man so geschrieben hat, und die Kurse waren teils echt sensationell (CAT gekauft für unter $100 - das waren noch Zeiten).
Meine Strategie war einfach die Watchlist rauf und runter zu kaufen, ich habe zwischen Anfang März und Ende April 2020 mit Hilfe eines Kredits und Ersparnissen im Endeffekt zwei Jahressparraten ins Depot gepumpt und es hat sich gottseidank auch gelohnt. Dadurch kam ich in meiner Planung bis zu meiner Rente natürlich auch einen ordentlichen Sprung nach vorne. Angst zu kaufen hatte ich nicht wirklich, weil ich nie davon ausging das es wirklich schlimm wird. Ich hatte fest darauf vertraut das die Regierungen dieser Welt soviel Geld locker machen, dass man sich die Erholung schlicht erkauft - und damit hatte ich auch recht. Auch wenn ich nie damit gerechnet hätte das es so schnell gehen würde. Was diese riesigen neuen Schulden für unsere Zukunft oder die unserer Kinder bedeuten, will ich mir aber nicht unbedingt vorstellen.
Ich zahle nun normal den Kredit ab, und schiebe auch weiterhin Geld ins Depot wie vorher auch schon. Aktuell kaufen macht für mich nur in Ausnahmefällen Sinn, ich finde einfach fast alles zu teuer (wahrscheinlich der Bias, da vor einem Jahr alles noch die Hälfte gekostet hat).
Es ging also alles gut - hätte auch anders laufen können. Unser Leben wie wir es kannten haben wir aber auch heute noch nicht zurück. Ich sitze nun seit 13 Monaten fast durchgehend im Home-Office, die Kids sind seit einem Jahr fast ebenfalls durchgehend zuhause. Hat Vorteile und Nachteile, aber irgendwie ist es ja schon einfach Gewohnheit. Nichtsdestotrotz nagt die Situation an meiner Motivation weiter zu investieren und mich um mein Depot zu bemühen. Schon komisch, mein Depot steht voll im Saft, mein Net-Worth ist so hoch wie noch nie - aber es interessiert mich nicht wirklich. Ich fürchte zugegeben was durch die Corona Misswirtschaft da noch so alles auf uns zukommen mag. Spätestens die wohl kommende Schwarz-Grüne Regierung ab Herbst wird dieses Land dann wahrscheinlich endgültig an die Wand fahren. Das Parteiprogramm der Grünen läßt mich zumindest erschaudern.
Heute vor 12 Monaten war irgendwie eine geile Zeit - ich hatte Jahre drauf gewartet und endlich war der Knall da. Ich habe es ausgekostet und glücklicherweise ging alles gut. Aktuell bin ich lediglich auf der Suche nach meinem alten Spaß am Investieren und meiner Motivation mich wieder um mein Depot zu kümmern, daher bin ich derzeit auch nicht so oft hier. Aber ich hoffe das wird auch wieder![]()
Beste Grüße
Am Ende des Tages hatte ich:
A) viel Glück
B) war trotzdem zu risikoavers
Zu A) ich war direkt vor der Krise beim Rebalancing ein bisschen schludirig/diskretionär. Ich hatte viel Equity verkauft, weil mein Portfolio in den High Vol Regime gewechselt ist (das tut es häufiger. Das hat natürlich NICHT den Covid-Crash vorhergesehen). Und ich hatte damals noch die VIX Absicherung (die ich jetzt nicht mehr habe). Ich hatte zuerst Geld in VIX und Bonds gepackt um da auf die High-Vol Gewichtung zu kommen. Aber Equity noch nicht nachgekauft, weil ich auch noch einen anderen Nasdaq ETF haben wollte, den ich erst aussuchen musste. Dann die Eltern besuchen gewesen, keine Zeit gehabt..etc.
Also war mein Portfolio zum Zeitpunkt des Crashs in Cash, VIX und Bonds stark über-gewichtet. Deutlich von meinen Zielgewichtungen entfernt. Ich rede hier echt von ein paar Tagen da hätte ich das wieder angepasst gehabt. Ich habe also au reinem Zufall einen dicken Batzen Cash in einer absolut kleinen, aber zu diesem Zeitpunkt relativ großen, VIX Position gemacht. Mein Cash dann im Low Vol Modus recht stark in Equity geschoben. Teilweise habe ich da in fallende Kurse eingekauft. Mit vile Glück den Mark ziemlich gut getimed. Ganz ohne Absicht.
B) Ich habe den Aufschwung dann mit einer großen Equity Position mitgenommen und auch neues Cash in mein Portfolio investiert gehabt. Trotzdem ist das aber natürlich weniger als gehebelt alles auf den SP500 zu setzen.
Und dann im September 20% meiner "nicht Lebensreserve" Cash Position in ETH investiert

Auch meine Side Bets wie Crude Oil ÉTFs recht optimal einzukaufen habe ich mit nur sehr kleinen Positionen liegen lassen. Palantir lief auch gut. Aber alles nur Kleinkram.
Am Ende des Tages hat es mit Dusel besser funktioniert als im Back Test. GErade ETH war jetzt echt nicht als Investment gedacht, das sich verfünfachen soll, ich wollte da nur teile meines chashes drin ablegen.
Aber selbst wenn ich mich strikt an die Regeln gehalten hätte wäre es ok gelaufen. Wenn ich mich strikt an die Regeln gehalten hätte und neues cash investiert hätte, wie ich es ja tatsächlich getan habe, wäre es sehr gut gelaufen. So ist es jetzt halt absurd gut gelaufen.
Wenn man Bock hat sich selbst zu verarschen, kann man sich einreden das man das schon toll gemacht hat. Oder man ist ehrlich und sagt: das es so gut gelaufen ist, war reines Dusel. Ich bin deshalb auch nicht "Traurig" das ich da "mehr" hätte rausholen können. 2020 war mein mit Abstand erfolgreichstes Börsenjahr. Die Idee meines Portfolios ist aber eigentlich einstellige Renditen zu erzielen und fast nie Geld zu verlieren. Aber nehm ich natürlich mit.
Edit: ich habe zu keinem Zeitpunkt Leverage/Fremdkapital eingesetzt.
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Forum-Besserwisser und Wissenschafts-Faschist