(28.08.2021, 19:21)Speculatius schrieb: Vielleicht, weil der Anstieg so langsam geht und man ihn nicht ernst genug nimmt?
Genau das ist es.
Man gewöhnt sich langsam dran und hat die innerliche Hoffnung, dass die Kursgewinne der letzten paar Tage/Wochen innerhalb eines Mini Crash wieder eingedampft werden. Man hat auch genügend Zeit seine Position aufzustocken.
Und die Hoffnung ist ja nicht komplett unbegründet, weil das passiert immer wieder. Nur halt statistisch gesehen ist das voll für den Eimer.
Wer seine Position verbilligt, dass geht in 90% aller Fälle gut, aber die restlichen 10% gehen total in die Hose. Trotzdem bleibt verbilligen im Kopf als gute Strategie stehen weil die Anzahl der Erfolge hoch ist.
Jemand der gehebelt Long ist, geht zu früh aus der Position raus, weil er vorher 1-2x im Jahr erlebt hat das die Gewinne schnell wieder weg sind.
Es ist also nicht so, dass long automatisch eine bessere Strategie ist.
Am Anfang der Trading-Karriere fliegen einem auch die Gewinne praktisch zu, weil das Gehirn noch nicht mit allen möglichen Szenarien dekalibriert worden ist.
Erst kommen die Erfolge, dann der Übermut und anschließend wird man vom Markt abgeholt.
Das hat schon seinen Grund warum Traden so schwer ist.
Manchmal ist es richtig das Richtige zu machen und manchmal ist es richtig das Falsche zu machen. (Aus Sicht der Gewinne)
Von 8805 Trades in den 5 Jahren hatte ich eine Trefferquote von 89,46% und trotzdem unter dem Strich Verluste gemacht.
"Trefferquote" heißt in dem Fall, dass der Trade mit einem Plus abgeschlossen wurde.
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