(24.09.2022, 12:58)boersenkater schrieb: Warum wurde fast vollkommen auf russisches Gas gesetzt?
Weil man gleichzeitig aus Atom- und fossiler Energie aussteigen wollte.
boersenkater schrieb:Warum wurde der Ausbau der Erneuerbaren Energien verhindert, blockiert, verlangsamt?
Er wurde subventioniert.
boersenkater schrieb:Warum bauen und investieren deutsche Energiekonzerne in Südamerika Kraftwerke anstatt
das Geld das hier verdient wurde auch hier in Sonne und Wind zu investieren um die
Energieversorgung der einheimischen Kunden für die Zukunft aus-, umzubauen und zu sichern?
Weil deutsche Unternehmen international aufgestellt sind und das ist auch gut so.
boersenkater schrieb:Warum lassen sich die deutschen Unternehmen dazu erpressen ihr ganzes Wissen und Können
nach China zu verschenken und sich dadurch ihre eigene Konkurrenz zu erschaffen die dann
stärker und größer werden als sie selbst?

boersenkater schrieb:Genauso die Stahlindustrie - weg von Kohle und Gas - hin zu Wind, Solar und Wasserstoff.
Das würde nicht funktionieren.
boersenkater schrieb:Und Deindustrialisierung? Wo ist das Problem? Der demographische Wandel ist in vollem Gange.
Mit dem Wohlstandsverlust wird höchstwahrscheinlich eine Verringerung der Lebensqualität einhergehen. Vor allen Dinge für die ärmeren Menschen.
boersenkater schrieb:Anstatt bei Bayer, Thyssen und Co anzufangen, gehen vielleicht wieder mehr in Handwerk und
Mittelstand wo dringend Auszubildende und Mitarbeiter gesucht werden?
Handwerk kann niemals die volkswirtschaftliche Bedeutung der Industrie ersetzen.
#3.518
Zitat fahri: "Am Anfang des Krieges haben alle gesagt, wenn Putin das Gas abdreht ist es Gesetz, das Deutschland untergeht als Wirtschaftsstandort. Ist aber
weder bisher passiert, noch wird es passieren." (zitatende)
Also niemand hat geglaubt, dass es von heute auf morgen einen Abschied von der Industrie gibt. Aber anscheinend wird Deutschland genauso eine Dienstleistungsgesellschaft werden wie es England und Frankreich schon ist, mit allen Folgen.
Was die Diskussion anegt, da ist meines bescheidenen Erachtens eher eine rote Fahne, dass versucht wird, uns den Kriegsverlauf als Erfolg zu verkaufen.
Hier wird sich die Realität zurechtinterpretiert.
Jeder muss sich selbst fragen, ob er in diesem Zusammenhang noch etwas von der Diskussion erwartet.
#3.522
Du wirfst hier einfach alles in einen Topf.
Ich glaube nicht, dass die selben Leute im selben Aufsatz solche Worte wie "Ökofaschisten" gebrauchen und rationale Betrachtungen anstellen.
Zudem dieses Gerede von Merkeldikatur nichts mit der Energiewende zu tun hat.
De facto lautet die Schlüsselfrage doch:
Sind wir mit rein "Erneuerbaren Energien" in der Lage, den deutschen Industriestandort und den damit verbundenen Lebensstandard zu halten?
Und das ist eine "Ja-oder-Nein"-Frage, auch wenn wir möglicherweise die Antwort nicht kennen.
Wenn die Antwort auf diese Frage "nein" lautet, stehen wir an einem Scheideweg. Entweder wir wollen die Konsequenzen in Kauf nehmen und trotzdem zu 100% auf EE umsteigen oder nicht.
Auch mit Blick auf den Klimawandel ist die Entscheidung nicht völlig trivial. Insbesondere da Deutschland als Nationalstaat nur einen zu vernachlässigenden Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß hat, aber eine wohlhabende Nation mutmaßlich höhere Chancen dazu hat, den Klimawandel gut zu überstehen als eine verarmte.
Von anderen Konsequenzen der Verarmung mal gar nicht zu reden.