
RE: Krieg oder Frieden? Der Kriegsindex
| 15.03.2025, 16:26 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 15.03.2025, 19:22 von Thomas_B.)(15.10.2023, 16:58)J R schrieb: Möchte das hoch emotionale Problem auf eine mathematische Ebene abstrahieren um anhand von Wahrscheinlichkeiten Handlungsmöglichkeiten zu ermitteln.
Selbst wenn man es nur wahrscheinlichkeitstheoretisch betrachtet, ist es natürlich ein extrem rätselhaftes Thema, selbst Testosteron als angebliches "Aggressionshormon" musste ja inzwischen rehabilitiert werden; in doppelt blinden Verhaltensstudien machte Testo eher sozial als antisozial.
Mir sind folgende (umstrittene) Erkärungsansätze bekannt:
Die "youth bulge" Theorie (Heinsohnn und andere, Ausgangsvideo):
Für Kriegsführung sind junge Männer eine notwendige, aber nicht hinreichende Vorraussetzung. Weil der Erstgeborene immer für Kontinuität und Übernahme des Hofes verantwortlich war, waren die Zweit- und Drittgeborenen für Krawall und Konflikte zuständig (Ausweg: Priester oder schwul werden). Deshalb zählt nicht die absolute Anzahl an jungen Männern, sondern das Verhältnis (ingroup) zwischen Jungen und Alten und Zweit- und Drittgeborenen. So konnte das kleinere Japan China besiegen.
Israel hat die höchste Geburtenrate westlicher Demokratien und der Gazstreifen ist im Schnitt sehr jung. Im überalterten Iran hat die Jugend dagegen keine Chance, gegen die Alten zu rebellieren.
https://de.wikipedia.org/wiki/Thukydides-Falle
https://en.wikipedia.org/wiki/Thucydides_Trap
Droht die bisherige Führungsmacht von einer neuen aufstrebenden Macht überholt zu werden, ist die Führungsmacht dazu oft nicht freiwillig bereit und der Ausbruch eines Krieges ist wahrscheinlich.
Kampf um Ressorcen / Malthusianism / Sozialdarwinismus
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Robert_Malthus
https://en.wikipedia.org/wiki/Malthusianism
Die im Essay enthaltenen Überlegungen zum malthusschen „Bevölkerungsgesetz“ regten sowohl Charles Darwin wie auch Alfred Russel Wallace zur Übertragung dieser Ideen auf das Zusammenleben der Spezies in der Natur und somit zur Entwicklung der Evolutionstheorie an.
Die Größe des Kuches ist vorgegeben und das, was der Andere sich nimmt, fehlt mir irgendwann ("Lebensraum im Osten"). Dies könnte wieder aktuell werden bei "degrowth" und Dekarbonisierung.
Kulturkriege
Die Bauernkriege im Mittelalter werden oft der Gutenbergpresse zugeschrieben. Dadurch, dass jetzt viele Bauern lesen lernten, veränderte sich ihr Blick auf die Welt und das führt zu Konflikten. Später entstand durch die Gutenbergpresse der Protestantismus und damit der 30 jährige Krieg. Mit geschätzt 20%-30% an Opfern vielleicht der blutigste Großkonflikt.
Vor den Nationalsozialisten kam der Volksempfänger.
Auch das Internet hat neue Kommunikationsformen und Zugangsformen für Informationen aller Art erschaffen.
Gruppen-IQ:
A prison inmate’s IQ, as well as the average IQ of a prison unit, can play a role in predicting violent prison misconduct, according to a recently published UT Dallas study.
https://news.utdallas.edu/social-science...es-miscon/
Intelligenz hat einen leicht dämpfenden Einfluss auf Konflikte. Intelligentere können vermutlich ihre Affektreaktionen besser kontrollieren und sich eine Umgebung erschaffen, die so etwas von vornerein aus dem Weg geht ("der Klügere gibt nach" ohne dass das zur Diktatur der Dummen führt).
Möglicherweise hat auch das Phänomen "knastschwul" damit zu tun, also dass an und für sich heterosexuelle Männer und Frauen vorübergehend in einem beengten übervölkerten Gefängnis vorübergehend homosexuell werden zur Konfliktreduzierung. Also dass man etweder durch Intelligenz versucht, sich aus Konflikten herauszuhalten oder durch Rudelbumsen Aggressionen abbaut.
LGBT etc. ist ja auch eine Kulturform für überfüllte kriminelle Ballungsräume.
(16.10.2023, 17:03)Lancelot schrieb: Das ukrainische Militär war noch nie in der Lage ohne ausländische Unterstützung zu überleben. Selbst wenn diese aus Angst vor Eskalation nur nur in kleinen Dosen geleistet wird.
Der Westen hat bisher mindestens 300 Mrd an Hilfen gegeben (zusätzlich zu dem, was die Ukraine alleine stemmen kann), Russlands Wehretat für die letzten 3 Kriegsjahre war tatsächlich dagegen geringer (260 Mrd?), außerdem müssen die Russen ihr Nukleararsenal warten (25 Mrd) und haben weitere Ausgaben außerhalb der Ukraine, inbesondere an den NATO Grenzen.
https://www.icanw.org/global_nuclear_wea..._4_billion
Daher wundert es mich, dass inbesondere die europäische Presse die Russen oft als die Deppen darstellt, die den David nicht schlagen können. Nur wenn die Unterstützung der USA für ein paar Tage ausbleibt, gerät alles in Panik.