(23.02.2019, 20:50)F.I.A.S.C.O. schrieb: ich würde keine Aktien neu kaufen, auch nicht auf diesem vermeintlich günstigerem Level.
Nach knapp -27% (wegen guten Gründen) in 1 Woche muss der Titel zuerst (neuen) Boden finden.
An KHC sieht man grade wieder die verschiedenen Herangehensweisen und Interpretationsansätze obwohl wir alle das gleiche "sehen"und die weitestgehend selben Infos haben. Das mit den von dir genannten guten Gründen ist doch immer so eine Sache, ich sehe nicht nur die -27 % von jetzt, sondern den gesamten Kursverlauf des letzten Jahres.
Dem gegenüber steht ein erstmals wieder organisches Wachstum und eine Erholung in fast allen
Sparten - ich zitiere mal:
"The good news is the company delivered 2.4% organic net sales growth and claimed market share gains in the "vast majority of [its] categories, even categories that have been declining for quite some time."
Es hat bereits eine Trendwende und ein Umdenken seitens des Managments statt gefunden, es geht nur einfach viel langsamer erwartet - Stichwort "Tanker", sowie ein Tanker auf dem Meer alleine mehrere Kilometer braucht um "stehen" zu bleiben um zu wenden braucht eben ein Tanker an der Börse so seine Zeit, wenn man ihn umstrukturieren will. Die Sektor P/E ist 18, KHC liegt jetzt bei nur noch 9.
Jetzt im Moment ist doch bereits alles eingepreist, ein äusserst schlechtes 2019 (den Marktausblick teilt kaum ein anderes Unternehmen aus der Branche -> siehe GIS und Mondelez), die Gefahr von der SEC ausgehend bezüglich der Bilanzierung usw....meines Erachtens ist das weitere Abwärtspotential stark limitiert.
Ich kann genauso wenig in die Zukunft schauen, glaube aber nach wie vor an das Produkt und halte es für nahezu ausgeschlossen ein solch starkes Produktportfolio an die Wand fahren zu können. Klar kann ich jetzt warten auf kommende Zahlen und die kommende Entwicklung und wenn das meine einzige Aktie wäre und ich keine weitere Diversifikation besäße würde ich natürlich nicht nachkaufen, aber es ist eine 4 % Position in einem meiner Depots - absolut betrachtet also eher 1,5 % auf mein eingesetztes Kapital bezogen. Ergo ist es ein überschaubares Risiko dem eine nicht allzu schlechte Chance auf eine kräftige Erholung und auf lange Sicht wieder sichere Dividenden in den kommenden Jahren gegenüber steht. Ich habe trotz der Kürzung immer noch einen YOC von 2,5 % und die aktuelle Divi für einen Nachkauf liegt bei 4,6 %.
Oft liest man immer, das man ja nachkauft wenn es mal runter geht, aber wenn es dann mal so weit ist, liest man immer wieder "im Moment kann ich das nicht", "erstmal abwarten", "never catch a falling knife", "erstmal den Boden finden müssen" usw...für mich ist das eben dann inkonsequent, wenn man von den eigentlichen Produkten überzeugt ist und das muss man ja mal gewesen sein, sonst hätte ein Kauf nicht statt gefunden, wenn man drauf achtet das man das Produkt "versteht" was man kauft

Kellogs, weil es hier auch oft genannt wird, zum Beispiel ist für mich wesentlich kritischer zu betrachten wenn es um das Produkt geht, "Cerealien" wie sie immer so gern genannt werden, sind einfach nur Zuckerbomben ohne jeglichen Nährwert, der Trend zum Healthy Food ist nun auch in den USA unverkennbar, da erwarte ich auf lange Sicht schon eher Probleme.
Das alles nur mal zur Erläuterung weil hier bspw. auch das Wort "Naivität" gefallen ist, es kann bei genauerer Betrachtung eben durchaus doch eine Menge Gründe geben nachzukaufen und an einer sich vordergründig enttäuschend entwickelten Position festzuhalten

"Recht" gibt es eh nicht in letzter Konsequenz an der Börse, aber es ist schon spannend zu sehen wie ich eingangs schrieb wie unterschiedlich die Herangehensweisen und Interpretationen zu den einzelnen Produkten sind, obwohl wir doch alle die fast identischen Informationen besitzen. Hat sicher viel mit dem Risikoprofil, der Höhe des Einsatzes usw. zu tun, aber es ist wirklich spannend....
