(02.03.2019, 09:40)4ndr3as schrieb: Ich kann Euren Optimismus ehrlich gesagt nicht teilen und auch nicht verstehen.
Ich weiß nicht, ob Optimismus angebracht ist. Wir sind alle keine Hellseher. Möglicherweise geht das Unternehmen dauerhaft den Bach runter oder es erholt sich wieder. Was passieren wird weiß jetzt wohl niemand. Wenn ich jetzt verkaufe, kann ich aber auch nicht sicher sein, dass ich das Geld wirklich gewinnbringender anlege. Ich weiß aber aus Erfahrung, dass sich viele Aktien nach kräftigen Abstürzen wieder erholt haben, mal hat's länger gedauert, mal ging's relativ schnell. Die Aktien zu halten fällt mir relativ leicht, weil die Postion nur ca. 1% des Deotvolumens ausmacht. Die Entscheidung ob ich aufstocke steht in 2 Monaten an.
Zitat:Wenn man die Aktie jetzt mit 50 % Verlust im Depot hat, muss man darauf setzen, dass die Aktie vom jetzigen Kurs aus gerechnet erst mal 100 % zulegt, damit man erst mal seine Einstiegskosten wieder raus hat, und dann ist noch nichts verdient.
Solange die Dividende nicht noch weiter zusammengestrichen wird, ist das für mich irrelevant. Die Aktie ist im Langfristdepot. Da interessieren mich Kursgewinne nur am Rande. Ich möchte einen möglichst hohen Zahlungsstrom ohne Verkäufe, um bei Bedarf die Rente aufzustocken.
Zitat:Und jetzt Hand auf's Herz: wer macht mit seinen Trades regelmäßig 100 % oder mehr? Ich hab noch niemanden kennen gelernt, der das kann.
Ich kaufe Aktien zur langfristigen Kapitalanlage. Und da habe ich etliche im Depot, die weit über 100% zugelegt haben. Die beste liegt zur Zeit 1070% im Plus und sie hat im letzten Jahr bezogen auf den Kaufkurs 14% Dividende nach Steuern abgeworfen. Bei gelegentlichen Trades gebe ich mich mit weit weniger als 100% zufrieden.
Zitat:Nächste Frage hierzu: in welchem Zeitrahmen will man denn wieder im Gewinn liegen? Mal angenommen die Aktie kriegt die Kurve und berappelt sich wieder, kann es dennoch 5 oder 10 Jahre dauern bis die schwarze Null erreicht ist. In dieser Zeit hängt das Kapital fest und hätte in aussichtsreicheren Titeln höchstwahrscheinlich mehr einbringen können.
Es kann passieren, dass der Einstiegskurs nie wieder erreicht wird, es kann aber auch bei wesentlich größeren Buchverlusten relativ schnell gehen.
Ich habe am 25.04.2008 Pro7 für 10,23 € gekauft. Die Aktie ist zwischenzeitlich auf unter einen 1 € gefallen und ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, da kräftig aufzustocken. Am 03.11.2010 habe ich die Hälfte der Postion zu 20,49 € verkauft.
Schau Dir mal zum Spaß die Dividendenentwicklung an. Der Kurs ist nach dem Hoch bei ca. 50 € wieder kräftig abgestürzt. Mal sehen, ob ich noch mal kaufe. Halten werde ich auf jeden Fall, weil ich mit der Postion keinen Verlust machen kann.
Ob ein aussichtsreicher Titel mehr einbringt weiß man immer erst hinterher.
Zitat:Ich kenne einen Investmentclub, der seit 19 Jahren an General Electric glaubt und immer noch mit 33 % im Minus liegt - das macht in meinen Augen keinen Sinn.
Das kommt drauf an. Wenn ein großer Teil des Kapitals darin gebunden ist, dann war es auf jeden Fall ein Fehler, am dem Wert festzuhalten. Bei einem kleinen Teil macht's nicht viel aus, wenn man auch noch besser laufende Titel im Depot hat.
Jeder muss sein Geld ganz einfach so anlegen, dass er damit gut leben kann und keine schlaflosen Nächte hat. Für mich heißt das, dass ich nicht mehr als 2% des Kapitals in einen Wert stecke.
Ich denke, man sollte sich überlegen, was man erreichen will und danach seine Strategie ausrichten. Bei mir hat das funktioniert, nachdem ich festgestellt hatte, dass ich zur Traderin nicht tauge. Meine ursprünglich angepeilte Zusatzrente habe ich in 2017 überschritten. Jetzt arbeite ich an der jährlichen Erhöhung.
