
RE: Deutschland Steuerlich verlassen
| 25.01.2020, 13:47 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25.01.2020, 13:49 von cubanpete.)(25.01.2020, 13:15)saphir schrieb: Dass das Thema in Deutschland schwieriger ist, liegt aber auch an der weiter entfernteren Vergangenheit glaube ich.
Z.B. Frankreich oder andere Länder wurden in Summe viel zentralistischer regiert. Deutschland war von der Kleinstaaterei und später dem Föderalismus geprägt. Früher wurde hier z.B. immer über Bayern geschimpft weil die so viele Subventionen bekamen. Dadurch kam es hier nie zu einem entspanterem und positiverem Nationalgefühl. Das ist in einem zentralistischen Land anders. Damit will ich einfach sagen, dass wir etwas milder mit uns umgehen können. Wir sind da in einem Konflikt miteinander. Einerseits möchten wir einen Föderalismus in Europa und bloß nicht zu viel zentralistische Maßnahmen. Andererseits aber keinen Föderalismus bei dem Geld von einem Gliedstaat zum anderen fließt. Das ist ein inhärenter Widerspruch der uns zu schaffen macht.
Außerdem waren wir früher zur Zeit der Kleinstaaten immer im Konflikt miteinander mit immer wieder wechselnden Bündnissen. Das hat bestimmt auch in Form von tiefem Misstrauen Spuren hinterlassen. Man wusste nie ob der Bündnispartner sich nicht doch im nächsten Moment wieder gegen uns stellt.
Das halte ich für ein Gerücht.
In der Schweiz geht es immer noch sehr lokal zu, die meisten Staatsaufgaben werden von der Gemeinde übernommen und da gehen auch die meisten Steuergelder hin. Natürlich bedeutet das dass viel doppelt und dreifach gemacht wird, Gemeinden könnten sich ja auch zusammenschliessen (und machen das auch manchmal). Aber der Konkurrenzdruck zwischen den Gemeinden hebt diesen Effekt mehr als auf.
Es gibt in der Schweiz eine relativ gut funktionierende Infrastruktur und das weltweit angeblich zweitbeste Gesundheitssystem... weil so viel wie möglich vom Verursacher bezahlt wird. Leider nicht alles und die Steuern oder Gesetze regeln dort den Ausgleich. Wie überall sonst auch, nur vielleicht in einem besseren Verhältnis.
Dass die Schweiz diese Doppelspurigkeit finanzieren kann, trotzdem so gute Infrastruktur hat und trotzdem so tiefe Steuern hat zeigt doch dass man es eigentlich machen könnte.
Ich würde die Schweiz trotzdem nicht als Auswanderungsland aussuchen, da es auch so das ziemlich teuerste Land der Welt ist. Wer hier arbeitet und extrem sparsam ist kann aber natürlich ein schönes Vermögen fürs Alter beiseite bringen, so fern er diese Alter nicht auch in der Schweiz verbringen will.
Ich musste mich gerade mit dem Thema Altersrente beschäftigen. Die minimale Altersrente ist hier 4'500 CHF im Monat für ein Ehepaar so fern die Miete mehr als 1'333 CHF pro Monat ist, sonst sinkt der Betrag um den Betrag den die Miete tiefer ist. Die Sozialversicherung bezahlt die Differenz einer allfälligen Rente zu diesen CHF 4'500 im Monat, Stand 2020. Das wird aber nur ausgerichtet wenn der Rentner in der Schweiz wohnt. Und wenn das Vermögen kleiner als CHF 60'000 ist.