(14.03.2020, 21:09)Lolo schrieb: Für mich ist es einfach eine Horrorvorstellung, dass ich oder einer meiner Lieben im Krankenhaus liegt, fast keine Luft mehr bekommt aber kein Beatmungsplatz ist frei. Ich lebe ungern in kriegsähnlichen Verhältnissen, damit habe ich nicht gerechnet. Und um die Chance, das zu vermeiden, bin ich auch bereit zeitweise einiges aufzugeben. Wir jammern schließlich auf allerhöchstem Niveau.
Stell dir vor, du liegst in Bombay im Dreck und hast ne Lungenentzündung. Interessiert kein Schwein.
Also wohl bekomm's. Ich süffel gerade einen wunderbaren Rioja.
Das ist für jeden eine Horrorvorstellung und leider in Italien jetzt gerade Realität. Einfache Krankenschwestern die seit Tagen auf der Arbeit sind müssen bestimmen wer überleben darf und wer stirbt.
Ich habe in Südamerika in meiner Jugend einiges an "kriegsähnlichen" Verhältnissen gesehen. Auch Ausgehverbote und Gewalt der Behörden gegen die eigene Bevölkerung. Jetzt dürfen also Polizisten die verhassten Engländer endlich verprügeln in Spanien ohne dass ihnen Sanktionen drohen...

Wenn ich sicher wäre dass die Massnahme wirklich etwas bringen und wenn die Entscheidung mir überlassen wäre so wäre ich bereit noch viel mehr dafür aufzugeben! Aber ich habe ja gerade versucht zu erklären dass ich da gar nicht sicher bin. Und wann immer ich gegen meinen Willen zu "solidarischen Massnahmen" gezwungen werde so werde ich sehr skeptisch.
Und ja, ich süffel lieber noch einen wunderbaren Rioja und sehe vor allem meine Liebsten noch einmal wenn ich oder sie nachher sowieso kläglich verrecken müssen. Es gibt im spanisch einen Satz der das wunderbar beschreibt: "Que me quiten lo bailao".
Der Schmerz kommt und der Tod kommt noch viel sicherer. Wichtig ist nicht dass wir sterben sondern was wir vorher tun. Und vor allem dass wir selber bestimmen können was wir vorher tun.