(15.04.2020, 23:13)boersenkater schrieb: Ist doch ein guter Beweis das die weltweiten Massnahmen um das Virus einzudämmen wirken![]()
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Ich versteh es nicht
Schon wieder kommt das Argument. Wie ich es vor Wochen schon vorausgesagt hatte. Man kann ja gar nichts anderes sagen wenn man sich freiwillig wochenlang zu Hause verkriecht. Sollte das wirklich umsonst gewesen sein?
Ich habe nichts dagegen dass sich jemand freiwillig zu Hause verkriecht. Das wichtigste Wort ist aber freiwillig.
Heute war im "el pais" ein interessanter und sehr selbstkritischer Bericht über die Massnahmen in Spanien, wo jetzt seit genau einem Monat eine komplette Ausgehsperre herrscht... ausser für Hunde und ihre Besitzer natürlich. Resultat: die Länder mit den härtesten Massnahmen hatten später, also nach zwei oder drei Wochen, trotzdem die grösste Anzahl Infizierter und Toter. Gemessen wurde unter anderem wie viel vom normalen Verkehrsaufkommen oder wie viele der normalen Freizeitaktivitäten noch ausgeführt werden konnten.
Es ist wie ich schon öfters gesagt habe. Die Massnahmen haben praktisch nichts gebracht, im Gegenteil. Am meisten hat wohl gebracht dass die Leute sich nicht mehr an niessen und die Hände waschen. Aber jetzt hört man natürlich überall es wäre noch viel viel viel schlimmer gekommen wenn der Hausarrest nicht gewesen wäre...

Dass sich jemand aus Angst um sich selbst oder seine Familie in sein Loch verkriecht, dagegen habe ich nichts. Ängstliche Menschen sollen das tun. Wer keine Angst hat soll aber nicht dazu gezwungen werden! Ich hab Glück, ich geh noch jeden Tag raus, bald werden auch die Läden und Kneipen wieder öffnen hier. Die ganzen Angsthasen die sich jetzt einen Monat verkrochen haben werden ein so geschwächtes Immunsystem haben dass sie sich beim ersten rausgehen bestimmt ein Dutzend Viren auflesen werden. Was solls...
Ja, ich weiss, jetzt kommt wieder die Egoismuskeule: ich handle unverantwortlich und könnte andere anstecken. Ich bin in mehrfachen Risikogruppen, also könnte ich sogar ein Spitalbett besetzen, ich Egoist! Aber keine Sorge, in ein Spital müssten sie mich rein prügeln...
Dazu ein Leserbrief einer 82-jährigen aus meinem Lokalblättchen heute:
Zitat:Wir alle leiden unter der Coro-
na-Krise. Aber wir Alten können
etwas tun. Wenn wir trotz Vor-
sichtsmassnahmen am Virus
schwer erkranken, können wir
zugunsten jüngerer Menschen
auf ein Spitalbett verzichten.
Wir haben gelebt. Wir haben
gut gelebt. Wir haben in einer
guten Zeit gelebt. Für die meis-
ten waren die äusseren Um-
stände angenehm, die Wirt-
schaft blühte, kein Krieg, keine
Katastrophen.
Jetzt können wir auch loslas-
sen und freiwillig auf die medi-
zinischen Errungenschaften
verzichten.
Oder könnte der Bundesrat
gar eine Bestimmung erlassen:
ab 80 Jahren keine Spitalaufent-
halte mehr?
Ich wünsche uns allen viel
Mut und Durchhaltewillen bei
unseren Entscheidungen.