(21.04.2020, 10:57)mmmmmax schrieb: Jetzt ist es ja zumindest in früheren (Hyper-) Inflationen stets schlau gewesen Schuldner zu sein - kann man da ganz grundsätzlich als Privatanleger von profitieren?
...
Meint ihr es macht grundsätzlich derzeit noch Sinn, sich nach Immobilien auf Pump umzuschauen?
Kommt drauf an.
Nach einer Hyperinflation kommt immer eine Währungsreform. Dabei werden Guthaben abgewertet und Schulden aufgewertet.
Wenn du also eine Immobilie auf Pump kaufst und die bis nach der Währungsreform hälst, hast du die absolute Arschkarte.
Dann haben sich deine Schulden nämlich kaufkraftequivalent vervielfacht.
Richtig wäre es zwei Immobilien auf Pump zu kaufen. Während der Hyperinflation eine davon zu verkaufen und den Kredit für beide Immobilien abzulösen.
Bleibt das Problem mit der Zwangshypothek: Um die Währungsreform finanzieren zu können, könnte beispielsweise eine Hypothek in die Grundbücher der Immobilien eingetragen werden. Das nennt man dann "Lastenausgleich" weil "Zwangsenteignung" so böse klingt, aber im Prinzip ist es das gleiche.
Das vorherige Problem ist, dass man nicht wissen kann wann der Stichtag der Währungsreform ist. Wenn man diesen verpasst hat man die berühmte Arschkarte. Danach wirst du wahrscheinlich die Zinsen nicht bezahlen können, die Häuser kommen unter den Hammer, dank Zangshypothek sind die weniger wert und dann auf dem völlig überfüllten Markt kaum noch zu verkaufen. Dementsprechend bleiben dir nur ein Haufen Schulden.
Auch ist es nicht planbar, dass man eventuell eine Immobilie von seinem laufenden Gehalt abbezahlen kann.
Eine Frage die ich auch nicht beantworten kann: Ist es überhaupt möglich seine Immobilie während einer Hyperinflation für einen "normalen" Preis zu verkaufen?
Es gibt Lektüren die davon berichten, dass man damals mit "Einer Unze Gold" ein Haus kaufen könnte.
Vermutlich würden Hyperinflationen heute viel früher durch eine Währungsreform gestoppt als noch vor 100 Jahren. Dafür würde aber auch der Währungsverfall schneller gehen, weil die Möglichkeiten der Kapitalflucht viel einfacher geworden sind.
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