(28.05.2020, 17:10)0komaNix schrieb: Vielen Dank für deine Offenheit in Bezug auf dein Wissen oder eben Nichtwissen. Ging ja allen so. Zuwenig Daten.
Trotzdem muss man Entscheidungen treffen, sagst du ja auch, eine Entscheidung für gegen den Lockdown ist politisch/ideologisch unter solchen Umständen.
Auf wen hörst du nun, auf deinen Elite-Epidemologen wie Neil Ferguson, der dir aus der dürftigen Datenlage ein Modell zusammenzimmert und dich im schlimmsten Fall vor Millionen von Toten warnt und dich damit quasi zum Lockdown zwingt oder auf die alten Pandemieschlachtrösser wie Wodarg oder auch Karin Mölling, zwar schon in Pension, dafür unabhängig und die die Bedrohungslage relativieren und vor zu viel Repression warnen.
Ist es ein ganz neues Virus, mit neuen Eigenschaften und somit eine ganz neue Bedohungslage oder ist was ähnliches wie schon gehabt, eine Variation einer bekannten Bedrohung.
Du hast dich offenbar "aus Vernunftsgründen" eher für die erste Variante entschieden und ich mich aus Erfahrung eher für die zweite und es ist noch nicht entschieden, wer von uns beiden damit eher auf der hellen und wer auf der dunklen Seite der Macht steht.![]()
Ahh. We are getting somewhere:). Sehr gut. Danke. Ist irgendwie schön wenn man merkt das jmd die Argumente tatsächlich wahrnimmt.
Die Gefahr von schlechten Modellen ist natürlich gegeben. Absolut katastrophale Arbeiten wie die von Fegruson da noch nicht mal mitgerechnet (weil es eigentlich vermeidbar wäre. Wenn du was mit Coden zu tun hast, schau dir mal das Modell im git an. Der code ist die Hölle!!!! Das ist wirklich peinlich!!! ).
Wenn wir uns einigermaßen einig sind, das man wenig wusste und trotzdem Entscheidungen treffen muss, dann unterscheiden wir uns in der Schlussfolgerung.
Ich (und die Entscheidungstheorie) sind der Meinung, dass man eventuell Entscheidungen treffen kann, die nicht nur ideologisch gesteuert sind.
Im Prinzip gilt es ein Worst Case Szenario zu vermeiden, so lange das Worst Case Szenario ernsthaft eintreten kann.
Und wie ex post können wir sehen "wer Recht hatte"...nicht wer die richtige Entscheidung getroffen hat. Wenn ich ne Scheiss Hand beim Poker habe, ist es richtig die wegzuwerfen. Das war dann auch die richtige Entscheidung, wenn ich mit der Hand zufällig gewonnen hätte.
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