Deutungshoheit: Bären versus Bullen - Resümee der letzten 3 Monate
die Erholung der globalen Aktienmärkte seit dem 23.3.2020 bildet die stärkste 3-Monatshausse der Nachkriegszeit.
Und solche Rallys sind selten, das hält auch viele Investoren vom Einstieg ab: in den UDS z.B. sind Geldmarktfonds seit der Kirse von 2.5 auf 5 Billionen $ angeschwollen.
Verrückt eigentlich: die Börse haussieren, doch die wenigsten partizipieren daran. Viele fürchten, dass die Musik schon bald afhört zu spielen...
Gibt's auch Hoffnung ? was, wenn Aktien in den nächsten 12-24 Monaten erneut besser als Cash abschneiden ? Das war zumindest schon einmal am Ende der Grossen Depression der Fall; damals haussierten Aktien innerhalb von 3 Monaten stärker als in diesem Jahr: +109% von Aug - Okt 1932, und von August 1998 bis März 2000 (an diese schöne Zeit
erinnern sich eher mehr in diesem Board, Stichwort: EM-TV, Flatex u.u.u.…) konnten sich US-Aktien mit 127% mehr als verdoppeln.
was also tun ?
Should I stay or should I go ? (The Clash , 1982)
in den letzten Wochen der Markterholung ertönten die Kassandrarufe der Bären wieder lauter:
Legenden wie Jeremy Grantham, Stan Druckenmiller, David Tepper oder Howard Marks (alle via CNBC zw. 8.6. - 19.6.) beschreiben eine spekulative Blase, deren Platzen nur eine Frage der Zeit ist...
Dagegen wirkt die Sicht der Bullen manchmal etwas naiv, dem' Prinzip Hoffnung' folgend, so z.B. Jim Cramer oder Michael Santoli (der die Unterschiede zw. der Gegenwart und der Euphorie der Millenniumshausse vergleicht).
Auch die vermeintliche Entkoppelung von Börse & Realität, welche die Bären oft kritisieren, wird von den Bullen selten infrage gestellt. Im Gegenteil. doch die Bullen argumentieren, dass genau darin die Besonderheit der Börsen liege: diese nähmen vorweg, was wir heute noch nicht sehen.
So auch 2009, am Ende der grossen Finanzkrise, existierte eine vermeintliche Entkoppelung zw. Börse & Realität, welche die Bären immer wieder kritisierten. Doch der Rückblich der folgenden 10 Jahre unterstützt die Sicht der Bullen eben mehr als die der Bären.
Und spätestens seit März 2020 ist auch hoffentlich dem letzten klar, dass kein Anleger die Kraft der berühmten "Fed-Puts" unterschätzen sollte.
Seit den 80-er Jahren haben alle Fed-Präsidenten die Aktienmärkte die Aktienmärkte im entscheidenden Moment gestützt. Erstmals entstand der Begriff mit dem "Greenspan-Put" nach dem Schwarzen Oktober 1987 (viele von euch hier im Board waren damals in den Windeln oder gar noch nicht geboren....); es folgten in allen Amtszeiten weitere: der "Bernanke-Put", der "Yellen-Put" - und in diesem Jahr der grösste Put aller Zeiten, der "Powell-Put" (auch von mir an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Jerome Powell - mein Depot hatte mehrere Orgasmen...
)
Der Powell-Put ist Amerikas Antwort auf die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte. Er dürfte die Zinsen und Renditen an den Kapitalmärkten noch auf Jaaaahre tief halten.
Davon profitieren langfristig alle Kapitalmärkte und wir als Anleger.
Aber: in der kurzen Frist ist seine Schutzwirkung weniger ausgeprägt als in der langen Frist...
Deshalb sehe ich kurzfristig steigende Risiken, dass die Börsen bald eine "Verschnaufpause" benötigen. In einer solchen könnten Geopolitik, Rückschläge in der Erholung oder Pandemieentwicklung rasch eine spürbare Korrektur auslösen, v.a. während des Sommers, in dem wenig Liquidität den Markt anfällig für Ueberrasschungen macht.
Nach 33 Jahren Erfahrung an den Kapitalmärkten hier noch meine Weisheit zu Schluss:
Börsen, Wirtschaft und Gesellschaft präsentieren sich manchmal wie ein Vexierbild. Es zu verstehen, erfordert unterschiedliche Sichtweisen.
Und so verhält es sich auch mit Bullen und Bären.
Am Ende zählt das Ergebnis - nicht das Rechthaben.
die Erholung der globalen Aktienmärkte seit dem 23.3.2020 bildet die stärkste 3-Monatshausse der Nachkriegszeit.
Und solche Rallys sind selten, das hält auch viele Investoren vom Einstieg ab: in den UDS z.B. sind Geldmarktfonds seit der Kirse von 2.5 auf 5 Billionen $ angeschwollen.
Verrückt eigentlich: die Börse haussieren, doch die wenigsten partizipieren daran. Viele fürchten, dass die Musik schon bald afhört zu spielen...
Gibt's auch Hoffnung ? was, wenn Aktien in den nächsten 12-24 Monaten erneut besser als Cash abschneiden ? Das war zumindest schon einmal am Ende der Grossen Depression der Fall; damals haussierten Aktien innerhalb von 3 Monaten stärker als in diesem Jahr: +109% von Aug - Okt 1932, und von August 1998 bis März 2000 (an diese schöne Zeit

was also tun ?

in den letzten Wochen der Markterholung ertönten die Kassandrarufe der Bären wieder lauter:
Legenden wie Jeremy Grantham, Stan Druckenmiller, David Tepper oder Howard Marks (alle via CNBC zw. 8.6. - 19.6.) beschreiben eine spekulative Blase, deren Platzen nur eine Frage der Zeit ist...
Dagegen wirkt die Sicht der Bullen manchmal etwas naiv, dem' Prinzip Hoffnung' folgend, so z.B. Jim Cramer oder Michael Santoli (der die Unterschiede zw. der Gegenwart und der Euphorie der Millenniumshausse vergleicht).
Auch die vermeintliche Entkoppelung von Börse & Realität, welche die Bären oft kritisieren, wird von den Bullen selten infrage gestellt. Im Gegenteil. doch die Bullen argumentieren, dass genau darin die Besonderheit der Börsen liege: diese nähmen vorweg, was wir heute noch nicht sehen.
So auch 2009, am Ende der grossen Finanzkrise, existierte eine vermeintliche Entkoppelung zw. Börse & Realität, welche die Bären immer wieder kritisierten. Doch der Rückblich der folgenden 10 Jahre unterstützt die Sicht der Bullen eben mehr als die der Bären.
Und spätestens seit März 2020 ist auch hoffentlich dem letzten klar, dass kein Anleger die Kraft der berühmten "Fed-Puts" unterschätzen sollte.
Seit den 80-er Jahren haben alle Fed-Präsidenten die Aktienmärkte die Aktienmärkte im entscheidenden Moment gestützt. Erstmals entstand der Begriff mit dem "Greenspan-Put" nach dem Schwarzen Oktober 1987 (viele von euch hier im Board waren damals in den Windeln oder gar noch nicht geboren....); es folgten in allen Amtszeiten weitere: der "Bernanke-Put", der "Yellen-Put" - und in diesem Jahr der grösste Put aller Zeiten, der "Powell-Put" (auch von mir an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Jerome Powell - mein Depot hatte mehrere Orgasmen...

Der Powell-Put ist Amerikas Antwort auf die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte. Er dürfte die Zinsen und Renditen an den Kapitalmärkten noch auf Jaaaahre tief halten.
Davon profitieren langfristig alle Kapitalmärkte und wir als Anleger.
Aber: in der kurzen Frist ist seine Schutzwirkung weniger ausgeprägt als in der langen Frist...
Deshalb sehe ich kurzfristig steigende Risiken, dass die Börsen bald eine "Verschnaufpause" benötigen. In einer solchen könnten Geopolitik, Rückschläge in der Erholung oder Pandemieentwicklung rasch eine spürbare Korrektur auslösen, v.a. während des Sommers, in dem wenig Liquidität den Markt anfällig für Ueberrasschungen macht.
Nach 33 Jahren Erfahrung an den Kapitalmärkten hier noch meine Weisheit zu Schluss:
Börsen, Wirtschaft und Gesellschaft präsentieren sich manchmal wie ein Vexierbild. Es zu verstehen, erfordert unterschiedliche Sichtweisen.
Und so verhält es sich auch mit Bullen und Bären.
Am Ende zählt das Ergebnis - nicht das Rechthaben.