(Gestern, 18:25)Vahana schrieb: Manchmal frage ich mich ob die Leute lesen was ich schreibe. Vermutlich nicht.
Hab ich gelesen. Sehe mich jetzt aber nicht genötigt immer alles zu kommentieren. Wirst du mit leben müssen :).
Stattdessen werden die Stammtischparolen über Dividendenportfolios weiter unbegründet raus gehauen.
Ich habe mehrere Begründungen angeführt, warum ein Fokus auf Dividendenportfolio Schwachsinn ist, wenn man noch etwas Zeit hat, bis man das Geld konsumieren will. Eben weil es das Szenario ist, um das es in diesem Thread geht! Verlust des internen Zinsfuß, Klumpenrisiko in einer Factor, versteuern....
Mein Ziel sind 36k Dividenden im Jahr. Es gibt nur diese eine Zahl die mich wirklich antörnt.
Wenn ich konsequent entgegen der Stammtischparolen auf Dividenden gesetzt hätte, wäre das Ziel schon fast erreicht.
Ich habe es mir nicht so genau angeschaut. Aber wahrscheinlich hättest du mit jedem beliebigen 80/20 Portfolio mehr Geld verdient, so lange 40% des Portfolios Nasdaq oder SP500 ETFs sind. Der Stammtisch ist eher der pro Dividenden. Das DGI ist das neue "ich bin doch nicht blöd" Value Investing.
Also weil du es bist:
- Cashflows sind wichtig für die Motivation.
Wieso das denn? Und wenn dem so ist: verkaufe hin und wieder Aktien. Und wenn du unbedingt "reinvestieren" willst, kannst du deine Zinsen aus den 20% Bonds gerne wieder in Aktien stecken.
- Das Aktienuniversum besteht aus 40k Titeln, darunter 1000 gute Aktien, aber nur 20-30 gute Aktien die keine Dividende zahlen. Dadurch wäre das Aktienuniversum zu stark eingeschränkt.
Kein Problem. Aktien die Dividenden auszahlen sind doch kein Problem. DGI Mythos als Empfehlungen sind das, woran ich mich störe.
- Wenn ein Thesaurierer irgendwann anfängt auszuschütten, verkauft man dann und realisiert die Gewinne? Falls nicht, dann kann man auch gleich ausschüttende Unternehmen kaufen. Das erfolgreiche Firmen innerhalb von 30 Jahren irgendwann anfangen auszuschütten ist eher der Normalfall als die Ausnahme.
Richtig. Das sollen und müssen sie auch. Ein gut diversifziertes Portfolio hat natürlich AUCH solche Aktien im Portfolio.
- Der Steuervorteil ist prozentual kleiner als man denkt. Siehe Screenshot. In Excel kann man mal ein bisschen mit den Zahlen herum spielen und selbst bei hohen Renditen kommt ein Renditeunterschied von "nur" 1% raus. In absoluten Zahlen bedeuted das natürlich einen deutlichen Unterschied, aber Prozente bleiben Prozente. Unterm Strich kann man aber sagen das der Unterschied deutlich kleiner ist als allgemein angenommen wird.
Da muss man nichts annehmen. Das kann man ausrechnen. Das ist halt leider der Trick bei exponentiellem Wachstum: ein kleiner Unterschied in der Rate macht am Ende leider viel aus.
- Warum immer "Entweder/Oder" ... warum nicht auch innerhalb des Portfolios diversifizieren und auf beide Arten Aktien setzen? In einigen Phasen laufen Thesaurierer besser, in anderen Dividendenaktien.
Ich bin klar für ein "Und". Aber mein Post war eine Antwort auf einen Post, der das als Alternative vorgeschlagen hatte, um der Lost Decade zu entgehen => DGI Schwachsinn => no free lunch!
- Es ist recht unwahrscheinlich das ich 30 Jahre lang in das gleiche Unternehmen investieren will. Aber genau das tue ich indirekt wenn ich einen Titel halte der seine Gewinne intern verarbeitet.
Unterscheidet sich aber kein Stück davon wenn du deine Dividenden in die gleiche Firma investierst. Bloß dass du Steuern und Transaktionskosten zahlst. Wenn du bei dem anderen Ansatz weiter Diversifizieren willst: Rebalancing und Zinsen aus Bonds und Dividenden in neue Aktien investieren.
- Die Freibeträge werden automatisch genutzt. Beim Verkauf/Wiederkauf fallen Gebühren und Spreads an die sich speziell in der ersten Jahre vielleicht nicht lohnen.
- Viele Unternehmen gehen auf 30 Jahressicht pleite, werden übernommen, vom Markt genommen, oder sonstiges. Die Dividende entschädigt in einigen schlimmen Situationen ein bisschen.
Gilt auch für die Rendite deiner Aktien? Oder verstehe ich da was falsch?
- Wenn ich zur Rente sowieso von Dividenden leben will, dann muss ich dann auch bereit sein umzuschichten und die Gewinne zu realisieren. Also kann ich es auch gleich sofort machen.
Nein. Zinseszins/exponentielles Wachstum.
- Auch Dividendenaktien steigen im Kurs. Was ja auch logisch ist wenn sie nicht aus der Substanz ausschütten. Es gibt also auch in der Dividendenstrategie einen Wachstumsanteil.
Wie es in jedem breit diversifizierten Portfolio auch einen Dividenanteil gibt? Und sogar Zinsen?
- Durch stetige Nachkäufe die sowieso anfallen gibt es keinen Nachteil mit den Gebühren bei Wiederanlage. Spreads sind für langfristige Anlage eh zu vernachlässigen. Wer später von Thesauriern entnehmen will muss ja auch Gebühren zahlen.
- Steuern können sich auch ändern. Vielleicht bezahlt man zukünftig eine Steuer von 50% auf realisierte Gewinne. Wer weiß das heute schon? Auf die Steuern achten ist eine Sache, aber ich lasse mir dadurch nicht meine Handelsstrategie grundlegend diktieren.
Und vielleicht zahlt man 50% Steuern auf Dividenden (PÖSE PÖSE Investoren ausbezahlen, statt in das Wachstum der Firma und neue Arbeitsplätze zu investieren...óder wenigstens Rückstellungen für schlechte Zeiten? Ich sehe das Wahlplakat schon vor mir)
- Dividenden helfen mental dabei Aktien langfristig auch in Schlechtwetterphasen zu halten.
Ok. Kann sein. Ist aber eine individuelle Schwäche und kein rationaler Grund
Es hat viele Vorteile oder Argumente auf Dividenden zu setzen, aber nur einen einzigen nur auf Thesaurierer zu setzen.
Du hast hier eher Gründe aus deine Gefühlslage genannt. Und widersprichst dir selbst. Ein "Und" ist sowieso besser als ein "oder". Du deklarierst Dinge als "hat keinen so großen Effekt" oder sagst direkt, dass sie dir emotional helfen. Kann man machen und ist hilfreich, wenn man sich selbst da richtig einschätzt. Ist bei mir bei Versicherungen so. Da habe ich aus emotionalen Gründen eventuell mehr, als ich wirklich brauche. Aber deswegen muss ich das nicht Rationalisieren und anderen als sinnvolle Strategie verkaufen.