(08.04.2020, 22:57)Vahana schrieb: Die PKV ist eine der vielen Fallen die uns im Leben begegnen. Ich kenne so viele die im Alter bereuen die PKV gewählt zu haben, da muss ich noch nicht einmal den Taschenrechner anwerfen.
Kommt darauf an, was haben die denn so mit der Ersparnis durch die PKV in jungen Jahren gemacht?
Ich bin seit 10 Jahren, also seit ich 26 bin, in der PKV. Durchschnittl. habe ich mtl. 200€ mehr Netto in der Tasche und bekomme pro Jahr ~1800€ von meiner PKV zurück, da ich nichts einreiche. Meine Gesundsheitskosten betragen ~300€ im Jahr. Macht also einen Überschuss von 3900€ pro Jahr durch den Wechsel in die PKV.
Mit dem Wechsel habe ich direkt eine fondsgebundene Riesterrente in 2010 abgeschlossen und vor 2 Jahren zu fairriester gewechselt, wo die Riesterrente auf ETFs läuft. Der Rest läuft auch in private ETF Sparpläne.
Also, allein in den letzten Jahren habe ich fast 40000€ gespart (die Differenz der PKV zu GKV war damals bei mir sogar noch größer am Anfang). Allein diese 40000€ würden bei 5% Verzinsung ein Kapital von 170000€ ergeben nach 30J. Die Riesterrente habe ich bewusst für die hohen Beiträge der PKV im Alter abgeschlossen. Wenn diese also noch 30 Jahre läuft und ich dabei 5% Verzinsung annehme, dann ergibt das ein Gesamtkapital zum Renteneintritt von 315000€. Selbst wenn meine PKV dann im Alter 3x so hoch wie heute ist, würde mir das für >20 Jahre PKV Beitrag reichen. Dabei ist das nur die Ersparnis aus GKV vs. PKV. Achso, hatte ich erwähnt, dass ich effektiv nur 1160€ in die Riester Rente einzahle und den Rest der Staat übernimmt? Die weiteren 940€ gehen natürlich auch in Aktien/Immobilien.
Und dass nur die PKV im Preis steigt ist ein Märchen, die GKV Beiträge steigen genauso. Der Beitragssatz mag gleich bleiben, aber nicht die BBG:
https://www.pkv-vorteile.de/entwicklung-...sicherung/
Über 30% Steigerung für KV und fast 40% für KV+PP in den letzten 10 Jahren. Das ist sogar mehr als bei meiner PKV. Ich bin schon seit über 10 Jahren über der BBG und hätte alle GKV Steigerungen voll mitgenommen.
Leute, die im Alter Probleme mit der PKV haben, haben ihre Ersparnis damals mit beiden Händen ausgegeben, anstatt sie anzulegen. Das ist wie mit der Rente. Wenn es eine "günstigere" PRV statt GRV gebe, würden viele die in die PRV wechseln würden, später weniger Rente haben als die, die in GRV blieben. Das ist halt das Problem, wenn lieber konsumiert als gespart wird. Das ist auch der Grund wieso viele Eigenheimbesitzer später mehr Vermögen haben, obwohl ein vergleichbarer Mieter eigentlich mehr sparen kann. Der Konsum ist nur dummerweise im Weg, so dass leider für manche Menschen ein Zwangsparen (z.B. GRV, Hypothek) nötig ist.
Und bitte keine Kommentare, dass ich unsolidarisch sei. Meine Einkommenssteuer ist höher als der Bruttodurchschnittslohn in Deutschland, ebenso zahle ich auch sonst Höchstbeiträge zu den SV. Das sollte reichen an Solidarität für den Staat. Ich zahle meine Steuern gerne, aber wenn es die PKV gibt, wieso sollte ich sie nicht nutzen dürfen?