
RE: cubanpetes MOFO home portfolio
| 08.12.2023, 21:20 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 08.12.2023, 21:23 von cubanpete.)(08.12.2023, 20:54)Vahana schrieb: Laut Nassim Taleb nicht.
Je jünger die Firma umso höher die Pleitewahrscheinlichkeit. Das sagt uns auch der gesunde Menschenverstand.
Das alle Firmen irgendwann pleite gehen ist auch logisch, allerdings müssen wir uns überlegen wie wahrscheinlich das während unserer Lebzeit passiert.
Gute Geschäftsmodelle die an den Finanzen scheitern werden vor der Pleite oftmals auch von den großen geschluckt und mit einem Restwert ausbezahlt.
Das heißt die verschwinden vom Kurszettel obwohl die Geschäfte weiter gehen.
Finde ich erstmal sinnvoll auch die Verschuldung im Blick zu haben. Allerdings werden viele Geschäfte ggf ausgeschlossen die naturgemäß eine höhere Verschuldung verlangen (REITs, Industrie, Bau, Pharma, Energie, ...) oder bei denen die Verschuldung aufgrund der kalkulierbaren Geschäfte egal sind (Coca Cola, Pepsi, Altria, Nestle, ...).
Außerdem wird die Schuldenfreiheit aufgrund des geringeren Risikos teurer eingepreist, was im Falle einer Nicht-Pleite die Rendite sogar schmählert.
Wenn du dir die Credit Ratings anschaust findest du relativ gute Kennzahlen dafür wie hoch eine Pleitewahrscheinlichkeit ist.
Alles mit BBB+ oder darüber ist schon durchaus langfristig kaufbar.
Ja, der gute Nassim hat sogar eine sehr einfache Formel: alles wird genau nochmals so alt wie es schon ist. Dann würde ich selbst aber sehr sehr alt werden...

Ich verlasse mich nicht auf Rating Agenturen, niemals. Man hat ja in der Immo Krise gesehen was die bringen. Ist etwa genau so dämlich wie auf Analysten zu hören.
Ich habe meine eigene Mechanik, meine Formeln, und die kenne ich. Die lassen sich auch nicht schmieren und biegen, sie sind gerecht und immer gleich. Die einzige Institution der ich traue ist das SEC das mir die Jahreszahlen der Firmen in der Edgar Datenbank zur Verfügung stellt. Und der traue ich auch nur die Zahlen korrekt wiederzugeben, sie können immer noch an der Quelle falsch sein (ENRON und Konsorten...).
Die Edgar Datenbank ist übrigens ein weiterer Faktor warum ich nur in den USA handle.
10% der Schulden in Cashflow ist relativ grosszügig. Es ist der Cashflow, und die Firma soll gefälligst effizient mit dem ihr zur Verfügung stehenden Geld umgehen, dafür habe ich ja noch ein paar weitere Formeln. Die meisten meiner Firmen erarbeiten deutlich mehr als 10% der Schulden als Cashflow, Nucor 145% und Cisco sogar 237%. Die haben also Munition (Nucor im wörtlichsten Sinn des Wortes) um Aktien zurückzukaufen, Dividenden zu erhöhen oder grössere Investitionen zu tätigen wenn das nötig sein würde.
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Der einzige gute Tipp von Deinem Broker ist ein margin call.