Ich habe Zeit auf mehreren Trading Floors verbracht. Mal näher am Trading. Mal weiter weg (IT). Und ich habe auch privat gehandelt (meine eigene Version von Volatility Trading, grundsätzlich inspiriert durch das Buch Volatility Trading von Euan Sinclair). Ich habe wirklich viele Kontakte in die Welt der Hochfinanz. Für mich sieht die Welt so aus.
1) die Erschlagende Mehrheit der Mutual Funds liefert relativ zur Benchmark keinen Mehrwert! Bei denen, die es tun, wirkt das häufig wie Glück. Und die bestätigt sich dann häufig nach ein paar Jahren.
2) der Großteil Hedge Funds erzeugt ebenfalls keinen Mehrwert. Und bei vielen, die das tun, bedeutet das auch NICHT, dass sie besser als die Benchmark performen, sondern dass sie positive aber unkorrelierte Renditen liefern => Optimierung des Portfolios (Shannons Deamon). Die Hedge Funds die "outperformen" sind häufig stark gehebelte Funds wie beispielsweise im Global Macro üblich. In der Regel gehen selbst die "Helden" der Branche regelmäßig in Flammen auf.
3) Wer Kohle wie ein Uhrwerk verdient, sind die ganzen HFT Buden. XTX, Optiver, All Options, Hudson River, Janestreet, Quadrature, Volverine, Tower Research, Virtue. Das lässt sich von zu Hause nur nachbauen, wenn man lange für so einen Laden gearbeitet hat (ich kenne jmd der Macht Märkte in der Türkei auf eigene Faust).
4) alle anderen die nachweislich Geld verdienen, so dass es unwahrscheinlich ist, dass es sich dabei um Zufall handelt, sind die großen Commodity Trader. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen: ist deutlich einfacher Geld zu verdienen wenn man Gasspeicher hat, ne Tankerflotte oder einen ganzen Kraftwerkspark :). Für den Heimtrader nicht hilfreich. Oder Leute die Zugang zu Private Equity und/oder Ventur Capital haben. Aber selbst da ist nicht alles grün.
Aus 1),2), 3) und 4) sind nur die letzten Beiden so profitabel und zuverlässig, das ich das ein Geschäftsmodell nennen könnte. Das ist für euch (und mich) nicht abzubilden.
Das pseudo-quant Getue ist da auch ein Problem. Es gibt Daten und "Backtest" Tools. Viele dieser Tools bieten zwar wichtige Methoden an (Monte Carlo Simualtionen, Bootsrapping) um die Backtest Ergebnisse zu bewerten. Aber man sieht, das viele, die Programmieren können, leider wichtige Fähigkeiten nicht besitzen, die es bei der Bewertung der Ergebnisse benötigt.
Ich denke es gibt viele kleine Ineffizienzen. Gerade an europäischen Börsen (siehe die Ineffizienzen in der Pricing Engine von Trade Gate). Diese skalieren aber nicht. Und deswegen bleiben sie. Lohnt sich das aber?
Für mich nicht! Es war spannend in einem institutionellen Umfeld Strategien zu entwickeln. Da war das Kapital da. Die Infrastruktur.
Meine Vol Strategie lohnt sich für mich nicht. Wenn ich eine Trade Setup finde (was selten vorkommt, sich aber einigermaßen automatisieren lässt), macht die Strategie solide 15-18% (95% Konfidenzintervall). Durch den Retail Flow finde ich auch wider häufiger was. Aber meist in relativ (auf dem Optionsmarkt) illiquiden US Einzelaktien. Ich habe einfach andere Möglichkeiten Geld zu verdienen. Mich faszinieren Märkte und ich bin froh das ich da immer wieder beruflich Kontakt zu habe. Aber mein Ehrgeiz als Selbstständiger Trader davon Leben zu können, hält sich in Grenzen.
1) die Erschlagende Mehrheit der Mutual Funds liefert relativ zur Benchmark keinen Mehrwert! Bei denen, die es tun, wirkt das häufig wie Glück. Und die bestätigt sich dann häufig nach ein paar Jahren.
2) der Großteil Hedge Funds erzeugt ebenfalls keinen Mehrwert. Und bei vielen, die das tun, bedeutet das auch NICHT, dass sie besser als die Benchmark performen, sondern dass sie positive aber unkorrelierte Renditen liefern => Optimierung des Portfolios (Shannons Deamon). Die Hedge Funds die "outperformen" sind häufig stark gehebelte Funds wie beispielsweise im Global Macro üblich. In der Regel gehen selbst die "Helden" der Branche regelmäßig in Flammen auf.
3) Wer Kohle wie ein Uhrwerk verdient, sind die ganzen HFT Buden. XTX, Optiver, All Options, Hudson River, Janestreet, Quadrature, Volverine, Tower Research, Virtue. Das lässt sich von zu Hause nur nachbauen, wenn man lange für so einen Laden gearbeitet hat (ich kenne jmd der Macht Märkte in der Türkei auf eigene Faust).
4) alle anderen die nachweislich Geld verdienen, so dass es unwahrscheinlich ist, dass es sich dabei um Zufall handelt, sind die großen Commodity Trader. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen: ist deutlich einfacher Geld zu verdienen wenn man Gasspeicher hat, ne Tankerflotte oder einen ganzen Kraftwerkspark :). Für den Heimtrader nicht hilfreich. Oder Leute die Zugang zu Private Equity und/oder Ventur Capital haben. Aber selbst da ist nicht alles grün.
Aus 1),2), 3) und 4) sind nur die letzten Beiden so profitabel und zuverlässig, das ich das ein Geschäftsmodell nennen könnte. Das ist für euch (und mich) nicht abzubilden.
Das pseudo-quant Getue ist da auch ein Problem. Es gibt Daten und "Backtest" Tools. Viele dieser Tools bieten zwar wichtige Methoden an (Monte Carlo Simualtionen, Bootsrapping) um die Backtest Ergebnisse zu bewerten. Aber man sieht, das viele, die Programmieren können, leider wichtige Fähigkeiten nicht besitzen, die es bei der Bewertung der Ergebnisse benötigt.
Ich denke es gibt viele kleine Ineffizienzen. Gerade an europäischen Börsen (siehe die Ineffizienzen in der Pricing Engine von Trade Gate). Diese skalieren aber nicht. Und deswegen bleiben sie. Lohnt sich das aber?
Für mich nicht! Es war spannend in einem institutionellen Umfeld Strategien zu entwickeln. Da war das Kapital da. Die Infrastruktur.
Meine Vol Strategie lohnt sich für mich nicht. Wenn ich eine Trade Setup finde (was selten vorkommt, sich aber einigermaßen automatisieren lässt), macht die Strategie solide 15-18% (95% Konfidenzintervall). Durch den Retail Flow finde ich auch wider häufiger was. Aber meist in relativ (auf dem Optionsmarkt) illiquiden US Einzelaktien. Ich habe einfach andere Möglichkeiten Geld zu verdienen. Mich faszinieren Märkte und ich bin froh das ich da immer wieder beruflich Kontakt zu habe. Aber mein Ehrgeiz als Selbstständiger Trader davon Leben zu können, hält sich in Grenzen.
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Forum-Besserwisser und Wissenschafts-Faschist