(30.11.2018, 22:29)Banker schrieb: Das Verhältnis von Schulden und Eigenkapital ist bei solchen Konsumgütergiganten, die im großen Maß eigene Aktien zurück kaufen häufig auf den ersten Blick besorgniserregend.
Auch bei KMB ist das so. In der 2017er Bilanz weisen sie 882 Mio. USD Total Stockholders Equity aus und 6.472 Mio. USD langfristige Schulden. Selbst das Verhältnis vom Eigenkapital zu den kurzfristigen Schulden erscheint erschreckend. 953 Mio. USD sind Debt payable within one year.
Die Verwendung von Fremdkapital bringt natürlich immer Risiken mit sich. Es braucht ein Management, das damit umgehen kann. Wichtig in erster Linie ist für mich da die Möglichkeit, die Zinslast aus dem Free Cashflow tragen zu können. Daran kann man auch ablesen, ab wann Fremdkapital zum Problem werden kann.
KMB hatte Q3/2018 8,6 Mrd. USD Fremdkapital ausstehend und hat dafür laut dem 10-Q-Bericht 198 Mio. USD interest expense ausgegeben. Macht eine weighted average interest rate von 3,1%. Daran sieht man auch den Einfluss der langjährigen Niedrigzinsphase. Die FCF-Situation von KMB ist aber so auskömmlich (nach Dividenden), dass die weighted average interest rate auf 15% steigen müsste, damit die Zinszahlungen nicht mehr vom Free Cashflow gedeckt wären. Soviel also erstmal zur Zinstragfähigkeit von KMB. Sehe ich unproblematisch.
Zurück zur Debt-Equity-Ratio. Ich greife dabei auf volle Geschäftsjahre zurück, weil mir das einfacher fällt in der Darstellung als mit Quartalsberichten.
Ende 2017 hatte KMB insgesamt 7.425 Mio. USD Schulden und ein Eigenkapital von 882 Mio. USD. Die Debt-Equity-Ratio liegt also bei 8,41. Das ist viel. Man könnte auch sagen: sehr viel. Demnach ist die Eigenkapitalsituation von KMB nicht gut.
Aus den 10-K Berichten kan man sehen, dass die "common stock held in treasury" in 2017 -4.431 Mio. USD bei 27,5 Mio. shares betrugen. 2016 waren es -3.629 Mio. USD bei 22,0 Mio. shares. Diese Aktienrückkäufe reduzieren natürlich das total stockholders equity. Um die wirkliche Debt-Equity-Ratio zu berechnen, muss man die Kennziffer um diese Aktienrückkäufe bereinigen. Denn die Aktienrückkäufe haben ja für das Kapital des Unternehmens einen Wert.
7.425 Mio. USD Schulden, 882 Mio. USD Eigenkapital, 4.431 Mio. USD Wert eigener Aktien im Treasurybestand. Die Adjusted-Debt-Equity-Ratio liegt bei 1,40. Demnach liegt die Eigenkapitalausstattung von KMB auf einem normalen Niveau.
Das ist ein Bilanzeffekt, den man bei verschiedenen Unternehmen beobachten kann. Bei CL kann und muss man diese Rechnung auch machen, ansonsten erscheint auch Colgate faktisch pleite, was bei genauerer Betrachtung der Bilanzrelationen aber nicht der Fall ist.
https://www.sec.gov/cgi-bin/viewer?actio...brl_type=v
sind die eigenen gehaltenen Aktien nicht ein Negativposten beim Eigenkapital, quasi eine Kapitalherabsetzung i G. zur Emission neuer Aktien?

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